Facebooks Kryptowährung Libra gehen die Verbündeten aus


Facebooks Libra-Allianz bröckelt bedenklich. Mit PayPal, Visa, Mastercard und Co. haben sich gleich mehrere Schwergewichte von dem Projekt verabschiedet. Das liegt vor allem an Facebook selbst.

Facebooks Kryptowährung Libra stößt weiterhin auf heftigen Widerstand. Politiker und Zentralbanken zeigen sich von den bisherigen Plänen wenig begeistert. Noch im Sommer präsentierte das soziale Netzwerk bei der Vorstellung des Projekts etliche Branchen-Instanzen als Gründungspartner. Mittlerweile sind mit PayPal, Visa, Mastercard, eBay, Mercado Pago, Booking und Stripe gleich sieben renommierte Konzerne nicht mehr dabei. Gerade das Abspringen der weltbekannten Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa dürfte das Projekt empfindlich treffen. Sie sollten Libra mehr Glaubwürdigkeit verleihen und zudem dank vorhandener Infrastruktur als Interface zur klassischen Finanzwelt dienen. 

Facebook schiebt Verantwortung von sich

Auslöser für die Skepsis und den Rückzug aus der Libra-Association dürften wohl die massiven regulatorischen Bedenken sein. Für die bereits in der Finanzindustrie etablierten Partner scheint das juristische und politische Risiko zu hoch. Denn Zahlungsabwickler unterliegen einem strengen regulatorischen Katalog. Sollte es dann bei Libra zu Problemen kommen, würden laut drei US-Senatoren diejenigen Mitglieder der Libra-Association haften, die der Finanzaufsicht unterliegen. Facebook würde so die Verantwortung, die Risiken und Notwendigkeiten, neue Compliance-Systeme zu schaffen, von sich schieben. 

Die Finanzminister der G20 einigten sich gerade erst darauf, Kryptowährungen stärker regulieren zu wollen. Die politischen Vertreter der großen Industrienationen warnten explizit vor möglichen Gefahren wie Geldwäsche, Terrorfinanzierung oder der Verletzung von Anleger- und Verbraucherrechten. Gerade infolge der beträchtlichen Userzahlen von Facebook könnte dies zu Verwerfungen auf den Geldmärkten führen. Bis die Risiken für das internationale Finanzsystem nicht abschließend geklärt seien, sollten Stablecoins nicht ausgegeben werden dürfen. 

Facebook sucht nach Optionen für Libra

Trotz des Verlusts prominenter Unterstützer sucht Facebook nach Optionen, um Libra doch noch wie geplant 2020 an den Mann (und Frau) zu bringen. Wie Reuters berichtet, könnte eine Alternative die Einführung von Stablecoins sein. Geplant sei weiterhin ein effizientes Zahlungssystem zu schaffen. Anstatt auf eine synthetische Einheit (Token) zu setzen, könnte Libra allerdings auch eine Reihe von Stablecoins nutzen, die an Währungen wie den Euro, US-Dollar oder das britische Pfund gekoppelt sind, wird der Libra-Verantwortliche David Marcus zitiert. Erste Wahl sei diese Überlegung jedoch nicht, mehr eine Idee.

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