Gerichtsurteil: Werbung über Influencer muss eindeutig gekennzeichnet sein

Quelle: www.pixaby.com

Influencer Marketing ist die am meisten gehypte Disziplin derzeit. Hohe Glaubwürdigkeit, eine sehr zielgruppengenaue Ansprache mit verhältnismäßig überschaubaren Streuverlusten und eine mitunter atemberaubende Reichweite. Kein Wunder, dass viele große Marken Influencer Marketing für sich entdeckt haben und große Budgets dafür freimachen. Oder zumindest darüber nachdenken.

Aber Vorsicht: Wer seine Produkte über Influencer in das Sichtfeld seiner Zielgruppe bringen will, sollte auf eine eindeutige Kennzeichnung achten. Wenn nicht, drohen empfindliche Strafen, wie ein Bericht des Manager Magazins über ein aktuelles Urteil gegen die Drogeriekette Rossmann zeigt.

Was war passiert? Rossmann hatte einen 20-jährigen Influencer bei Instagram gebucht, um auf das eigene Online-Angebot zu werben. Seinen 1,3 Millionen Followern präsentierte der Instagram-Star den betreffenden Post dann mit dem Hashtag #ad, um darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei um bezahlte Werbung handelt. Und zwar an zweiter Stelle von insgesamt sechs Hashtags. Das Oberlandesgericht Celle befand diesen Hinweis nun als nicht ausreichend. Nach Auffassung des Gerichts müssen werbliche Posts bei Instagram auf den ersten Blick als solche erkennbar sein. Für den Fall, dass Rossmann erneut seine Kosmetikartikel bewirbt, ohne dass dies eindeutig gekennzeichnet ist, droht dem Unternehmen eine Strafe von 250.000 Euro – pro Fall. Kläger war übrigens der Verband Sozialer Wettbewerb. Er hatte rund zwei Dutzend Instagram-Influencer wegen Schleichwerbung abgemahnt. Einige von ihnen haben bereits eine Unterlassungserklärung unterschrieben, bei der ihnen im Wiederholungsfall eine Vertragsstrafe von 5.100 Euro droht.

Das Urteil zeigt, dass die „Alles geht, egal wie“-Ära beim Thema Influencer-Marketing vorbei zu sein scheint. Werbung muss als solche kenntlich gemacht werden. Dabei reicht die bisherig oftmals verwendete Kennzeichnung #sponsored #ad oder ähnliches nicht in alle Fällen aus. Der Zusatz „auf den ersten Blick erkennbar“ lässt Auslegungsspielraum zu, sollte aber jedem Marketing-Verantwortlichen ins Gedächtnis rufen, dass man zukünftig etwas genauer hinschauen muss, was der Influencer denn bei seinen Posts veranstaltet. Und wie rechtssicher er und sein Auftraggeber handelt.

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  • instagram-cell-phone-tablet-device-163184: www.pixabay.com
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