Handel scheitert an rechtssicherem E-Mail-Marketing

Händler galten in den letzten Jahren als das Paradebeispiel für facettenreiches E-Mail-Marketing. Eine Studie der Unternehmensberatung absolit deckt jetzt bedenkliche Mängel im Bereich der Rechtskonformität auf. Nur ein Bruchteil der untersuchten Händler bewegt sich auf rechtlich sicherer Seite.

Rechtskonformes E-Mail-Marketing scheint für viele Händler schwieriger als gedacht und offensichtlich unmöglich. So ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung absolit. Die Studie analysiert das E-Mail-Marketing von 449 Händlern aus neun Unterbranchen anhand von bis zu 125 Kriterien. Demnach konnten gerade mal 4 von 449 Händlern die volle Punktzahl auf der Habenseite verbuchen. Ein Viertel brachte es nicht einmal auf die Hälfte der zu vergebenden Punkte. Hierbei ist meist das Missachten der Kennzeichnungspflicht Ursache und Anlass. Lediglich 41 Prozent aller Double-Opt-in-Mails und 42 Prozent der Willkommensmails enthalten vollständige Impressen. Die untersuchten Newsletter schneiden mit 59 Prozent etwas besser ab.

Hausaufgaben nicht gemacht & verschenktes Potenzial

Seit Mai 2018 ist die neue DSGVO rechtswirksam und für Händler verbindlich umzusetzen. Aber: selbst elementare Bestandteile der Verordnung werden missachtet. 17 Prozent verpflichten zu nicht zweckgebundenen Daten wie Name oder Anrede bei der Newsletter-Registrierung. In etwa gleich viele Händler klären den Abonnenten nicht über den Verwendungszweck der gesammelten Daten auf. »Viele Händler befinden sich rechtlich auf sehr dünnem Eis und sind sich der Tragweite der neuen Datenschutz-Grundverordnung anscheinend nicht bewusst«, kritisiert Studienautor Torsten Schwarz.

Auch die automatisierte Kundenansprache haben viele Händler nicht auf der Agenda. Zwar schaffen 73 Prozent durch Geburtstagsmails oder saisonale Angebote Touchpoints mit den Abonnenten, allerdings scheitert es nicht selten – und das völlig unnötig – an Basics: Gut ein Drittel der Händler versäumen es, neue Abonnenten willkommen zu heißen. Erst der Versand des regulären Newsletters stellt einen neuerlichen Kontakt mit dem Empfänger her.

Außerdem sammeln 23 Prozent der Unternehmen bei der Anmeldung Daten, werten diese aber nicht aus bzw. verwenden die gewonnenen Daten nicht für die Personalisierung des Newsletters.

Safety First in Versandtechnik

Trotzdem kann der Handel einige Glanzpunkte setzen. So versenden 82 Prozent der getesteten Unternehmen über CSA-zertifizierte E-Mail-Service-Provider. Und ganze 86 Prozent schützen ihre und des Kunden Daten über SSL-Verschlüsselungen. »Im Branchenvergleich zeigen vor allem Händler, dass sie begriffen haben, wie wichtig eine professionelle Versandtechnik für nachhaltiges E-Mail-Marketing ist«, merkt Torsten Schwarz an.

Auch in Sachen Design und Usability der Newsletter-Registrierung punkten die Händler. 64 Prozent verzichten auf langweilige Hyperlinks und gestalten die Newsletter-Anmeldung kreativ und auffällig. Wirklich komplizierte und unnötig lange Registrierungsabläufe finden sich bei nur 6 Prozent. 83 Prozent der Newsletter lassen sich bequem über das Smartphone öffnen. Allerdings sind lediglich 45 Prozent der Landingpages responsive.

Für die Studie wurden 449 Unternehmen aus 9 verschiedenen Unterbranchen des Handels untersucht. Die Qualität des E-Mail-Marketings wurde aus insgesamt bis zu 125 Kriterien aus den Bereichen Dialog, Versandtechnik, Sicherheit, Neukundengewinnung, Rechtskonformität, Automation und Gestaltung bewertet.

Über absolit

absolit berät Unternehmen bei der Integration von E-Mail-Marketing. In Workshops vermittelt der Buchautor Torsten Schwarz aktuelles Praxiswissen. Er ist Herausgeber des Standardwerks »Leitfaden Online-Marketing«.

Contentmanager.de Newsletter.
Bleiben Sie informiert. Wöchentlich. Kostenlos.

Bildquellen

contentmanager.de Redaktion

contentmanager.de Redaktion

aus der contentmanager.de Redaktion

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

20 − dreizehn =