Null-Prozent-Finanzierung: attraktive Zahlungsoption oder modernes Märchen?

Möbel, Elektrogeräte, Urlaube, Sportartikel: Die Null-Prozent-Finanzierung ist beim Onlineshopping und am PoS aktuell sehr präsent. Kunden scheinen dieses Angebot zu schätzen. Immerhin können sich laut der Studie Einkaufswelten 2017 der TeamBank AG 58 Prozent aller Befragten vorstellen, einen Ratenkauf in Anspruch zu nehmen. Der wichtigste Treiber dabei: die Null-Prozent-Finanzierung. Bleibt die Frage, wie sich dieses Zahlungsmodell für Kreditinstitute bezahlt macht. Hannes Rogall, Leitung Produkt und Vertrieb ratenkauf by easyCredit, ruft Kunden im Interview zur Vorsicht auf.

Wie läuft eine Finanzierung ab? Und wann macht sie Sinn?

Entscheidet sich ein Kunde bei einem Einkauf für eine Finanzierung, so schließt er einen Kreditvertrag mit einem kooperierenden Kreditinstitut seines Händlers ab. Üblicherweise wird ein klassischer Ratenkredit mit festgeschriebener Laufzeit und Tilgung abgeschlossen. Bei der Null-Prozent-Finanzierung entfällt für den Kunden die Zinsbelastung. Kosten, die vom kooperierenden Kreditinstitut selbst übernommen werden – doch aus welchem Grund? „Kunden müssen sich fragen, warum ihnen eine sogenannte Null-Prozent-Finanzierung angeboten wird”, mahnt Hannes Rogall. „Kein Kreditinstitut tut dies aus reinem Wohlwollen.” Dennoch gibts es laut Meinung des Payment- Experten einige Fälle, in denen dieses Finanzierungsmodell eine Daseinsberechtigung hat. Konkret spricht er von saisonalen Geschäften oder Lager-Ausverkäufen, die für Händler von Zeit zu Zeit wichtig sein können. Nichtsdestotrotz mahnt Hannes Rogall zur Vorsicht und empfiehlt allen Konsumenten, Angebote stets kritisch zu hinterfragen und das Kleingedruckte zu lesen. „Fragen Sie sich, warum Ihnen ein bestimmtes Angebot gemacht wird. Denn für irgendjemanden lohnt es sich immer.”

Warum Kreditinstitute eine Null-Prozent-Finanzierung anbieten

Kreditinstitute und (Online-)Händler leben vom regen Business und bieten eine Null-Prozent-Finanzierung nicht aus Selbstlosigkeit an. „Grenzwertig” wird dies, wenn die Transparenz für den Endkunden verloren geht. „Händler und Kreditinstitute suggerieren gemeinsam, dass der Kunde einen Ratenkaufvertrag zum Nulltarif abschließen kann, aber so ist das bei Weitem nicht”, erklärt Hannes Rogall. Da bei einer Null-Prozent-Finanzierung Zinsen als Einnahmen für die Kreditinstitute wegfallen, müssen diese anderweitig generiert werden. Hinter dem Pro-Bono-Versprechen verberge sich oftmals die Absicht, die gewonnenen Kundendaten für Upselling-Programme zu nutzen. Vielen Kunden ist heute bewusst, dass sie mit ihren Daten bezahlen. Doch nachfolgende Upselling-Programm können mitunter recht umfangreich und hartnäckig sein. Wer einmal in diesem Funnel drin ist, kommt so schnell nicht mehr heraus.

Gewinne werden bei einer Null-Prozent-Finanzierung zudem in Form von Kreditnebenkosten wie Vorfälligkeits- oder Mahngebühren generiert. Die Forderungen werden an externe Dienstleister abgetreten und von diesen – mitunter wenig zimperlich – eingetrieben. „Hierbei zeigen sich die Unternehmen wenig kompromissbereit, für kurzzeitig zahlungsunfähige Kunden entstehen enorme Aufwände und im Ernstfall sogar rechtliche Konsequenzen. Das wollen wir bei der TeamBank AG auf jeden Fall vermeiden. Wir versuchen, alle Kunden vor einem Inkassoverfahren zu bewahren und suchen zur Klärung nach Möglichkeit den persönlichen Kontakt. Wir geben keine offenen Forderungen an Drittanbieter weiter und optimieren unseren Kundensupport kontinuierlich. Außerdem haben unsere Kunden stets die Möglichkeit, sich in einer unserer Filialen persönlich beraten zu lassen”, erklärt Hannes Rogall.

Augen auf beim Finanzierungsabschluss

Payment-Experte Hannes Rogall weist beim Thema Null-Prozent-Finanzierung noch auf ein weiteres Vorgehen von Kreditinstituten hin: „Die Aktionsangebote, beispielsweise im Elektrofachhandel, sind oft auf eine Laufzeit von 6 oder 12 Monaten begrenzt. Für einkommensschwache Haushalte kommen diese Laufzeiten bei teureren Anschaffungen gar nicht in Frage, weil die monatliche Rate dennoch sehr hoch bliebe.” Kunden werden mit der Null-Prozent-Finanzierung angesprochen und schließen dann im Zweifel doch einen Kaufvertrag mit sehr hohen Zinsen über eine Laufzeit von 24 oder 36 Monaten ab, um die monatliche Belastung gering zu halten. Und ganz nebenbei landen die Daten der Kunden beim Kreditinstitut, das die wiederum weiterverwerten kann. „Ja, der ratenkauf by easyCredit ist mit Zusatzkosten in Form von Zinsen verbunden. Doch wir sind hierbei stets sehr transparent und zeigen dem Kunden von Beginn an auf, wieviel er über wie viele Monate hinweg zu bezahlen hat.”

Außerdem vermeidet die TeamBank AG eine weitere Folgeerscheinung von Ratenkaufverträgen im Sinne ihrer Kunden: lästigen Papierkram. Bei manchen Anbietern werden mit Vertragsabschluss ungewollt Versicherungen abgeschlossen, Kreditkarten bestellt oder die Eröffnung von Girokonten eingeleitet. „Kunden machen sich beim Abschluss der Finanzierung leider zu wenig Gedanken über die Folgen”, erklärt Hannes Rogall. Er empfiehlt, bei jedem Abschluss das Kleingedruckte aufmerksam zu lesen. „Oft stehen der vermeintliche Service und der nachträgliche Aufwand in keinem Verhältnis zueinander. Wir von der TeamBank AG legen höchsten Wert darauf, böse Überraschungen zu vermeiden”, sagt Hannes Rogall. „Dafür erhalten wir von den Kunden höchste Wertschätzung und Vertrauen. Wer den ratenkauf by easyCredit einmal genutzt hat, tut dies sehr gerne auch ein zweites oder drittes Mal.”

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