Zuckerberg: Mehr Vertrauen für Facebook

Mit einer neuen Funktion will Facebook attraktiver und seriöser für den Qualitätsjournalismus werden. Das gab Gründer Mark Zuckerberg in einem Gespräch mit Springer-Chef Mathias Döpfner bekannt. In einem separaten Bereich für Medieninhalte sollen dem Nutzer künftig verstärkt zuverlässige Nachrichten erscheinen.

 In den letzten Jahren geriet Facebook häufig unter Kritik, weil keine klare Trennung zwischen seriösen und unseriösen Nachrichten gelang. Deswegen konzentrierte sich das Netzwerk vor einem Jahr wieder mehr auf die soziale Interaktion von Familie und Freunden der Nutzer. Obwohl Facebook sich zu dem Zeitpunkt noch gegen einen abgetrennten News-Bereich aussprach, soll dieser nun doch eingeführt werden.

Lizenzzahlungen sind durchaus realistisch

Der Springer-Chef spielte im Interview darauf an, dass ein funktionierendes Geschäftsmodell und der Zugang zu den Usern für Medienunternehmen sehr wichtig sind. Außerdem erklärte er, dass Facebook wegen der EU-Urheberrechtsreform Lizenzzahlungen an Medienunternehmen leisten müsste. Die sind für Zuckerberg nicht ausgeschlossen.

Bisher steht Facebook mit diesen Plänen aber noch am Anfang. Zuckerberg könnte sich aber vorstellen, dass das Konzept des Medienbereichs Facebook Watch ähnelt. Bei Facebook Watch sehen Nutzer Inhalte von abonnierten Seiten, dazu aber auch andere zufällige, beliebte Videos. Auch bei dem neuen Bereich sollte alles personalisiert sein.

Im Gespräch mit Döpfner warnt der Facebook-Gründer außerdem vor Zersplitterung des Internets. Um diese zu verhindern, müsse einheitliche Rahmenbedingungen über Ländergrenzen hinweg eingeführt werden.

Kritik seitens der Politik

Viele Netzpolitiker übten Kritik an Zuckerberg aus. Justizministerin Katarina Barley (SPD) äußerte sich skeptisch zu seinem Vorhaben. Sie kritisierte, dass der Facebook-Macher seit einigen Monaten über die Verantwortung des sozialen Netzwerks spricht, aber man davon nur wenig spürt. Sie bezeichnet es als verspieltes Vertrauen gegenüber der Nutzer und das obwohl die Möglichkeiten für höchstmöglichen Datenschutz durchaus vorhanden seien. Zusätzlich bemängelte sie die Zusammenlegung der Messenger von Facebook, Whatsapp und Instagram.

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