ERP Trends 2026 – Cloud, KI & IoT


ERP Trends 2025

Enterprise Resource Planning (ERP) Systeme sind für viele Unternehmen unverzichtbar geworden, um Geschäftsprozesse zu optimieren, Abteilungen zu integrieren und Entscheidungen auf Basis fundierter Daten zu treffen. Und wie bei jeder Technologie gibt es auch im Bereich der ERP-Systeme kontinuierliche Weiterentwicklungen. Die wichtigsten aktuellen ERP Trends erfährst Du hier.

Das sind die aktuellen ERP Trends

Künstliche Intelligenz und Automatisierung

Automatisierung ist bereits ein wichtiges Feature vieler ERP-Lösungen. Nun gewinnt sie in Kombination mit künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung. KI-gestützte ERP-Systeme können Vorhersagen treffen, Anomalien erkennen und Geschäftsprozesse selbstständig optimieren. Dies führt zu einer höheren Effizienz und entlastet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem bei repetitiven Aufgaben. Besonders im Bereich der Datenanalyse und des Reportings zeigen sich die Stärken der KI. Hier erkennt sie Muster in Echtzeit-Daten, wie es Menschen in diesem Umfang gar nicht möglich wäre, und kann anhand dessen handlungsrelevante Einblicke liefern. Der entscheidende Sprung heißt Agentic AI: Statt nur auf Daten zu reagieren, agieren ERP-Systeme proaktiv. Sie schlagen Maßnahmen vor, warnen vor Risiken oder lösen Aufgaben eigenständig aus – beispielsweise, indem sie eine drohende Lieferverzögerung erkennen und automatisch einen alternativen Zulieferer anfragen. Dieser Paradigmenwechsel bedeutet: Das ERP wird vom reaktiven System zum aktiven Mitentscheider in den Geschäftsprozessen. Bei aller Innovation, die KI mit sich bringt – sie ist zurecht einer DER Trends des letzten und des laufenden Jahres – ist sie auch häufig noch fehleranfällig, da sie oft auf unsortierte Datensätze angewiesen ist.

KI, KI, KI

KI im ERP Praxis statt Theorie: Business AI im ERP erleben: Wie sich Künstliche Intelligenz heute konkret im ERP einsetzen lässt, zeigen Microsoft- und SAP-Expert:innen im Business AI Live-Talk. Anhand realer Use Cases wird deutlich, wo KI im Unternehmensalltag wirklich unterstützt, Prozesse intelligenter macht und Entscheidungen vorbereitet und wo aktuell noch Grenzen liegen. Ein praxisnaher Blick für alle, die ERP-Trends nicht nur lesen, sondern verstehen wollen. Jetzt zum Webinar anmelden!

ERP als Daten- und Prozesshub für KI-Systeme

Mit dem zunehmenden Einsatz von KI-Agenten und Copilots verändert sich auch die Rolle des ERP-Systems. Es wird 2026 immer stärker zum zentralen Daten- und Prozesshub, aus dem KI-Systeme ihre Informationen beziehen und in den sie Ergebnisse zurückspielen. Das ERP liefert strukturierte, geprüfte Geschäftsdaten und definiert Prozesse, während KI-Systeme Analysen, Prognosen und Handlungsempfehlungen generieren. Entscheidend ist dabei nicht die Menge der Daten, sondern deren Qualität, Aktualität und Kontext. Unternehmen, die ihr ERP gezielt als verlässliche Datenquelle positionieren, schaffen die Grundlage für skalierbare und vertrauenswürdige KI-Anwendungen im gesamten Unternehmen.

Cloud-basierte ERP-Systeme sind der Standard

Seit Jahren verstärkt sich bei ERP-Systemen der Einsatz von Cloud-basierten Lösungen. Diese überzeugen in der Anwendung vor allem durch ihre gesteigerte Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz im Gegensatz zu On Premise Software. Mit einem Cloud-ERP können Unternehmen ihre Ressourcen oft bedarfsgerecht anpassen und zahlen nur für tatsächlich genutzte Dienste. Zudem ermöglichen Cloud-ERP-Systeme den globalen Zugriff auf Daten. Das vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitenden und Teams, die von verschiedenen Orten aus agieren. Internationale Unternehmen und solche, die Remote-Arbeit anbieten, profitieren davon enorm. Im Gegenzug jedoch bestehen weiterhin Herausforderungen in den Bereichen Datensicherheit und Datenschutz. Die Wahl eines vertrauenswürdigen Cloud-Anbieters, aber auch die richtige Absicherung gegen Cyber-Angriffe sowie die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist also entscheidend.

Composable ERP & Best-of-Breed-Strategien

Ein zentraler ERP-Trend 2026 ist der Abschied vom vollständig monolithischen System. Stattdessen setzen Unternehmen verstärkt auf Composable-ERP-Ansätze, bei denen Kernfunktionen durch spezialisierte Best-of-Breed-Lösungen ergänzt werden. Das ERP fungiert dabei als stabiler Backbone für Stammdaten, Prozesse und Governance, während einzelne Anwendungsfälle – etwa E-Commerce, Planung oder Analytics – über integrierte Spezialtools abgebildet werden. Dieser Ansatz erhöht die Flexibilität erheblich, erfordert jedoch eine saubere Integrationsstrategie und klare Verantwortlichkeiten. Wer Composable ERP erfolgreich umsetzt, gewinnt Geschwindigkeit, ohne die Kontrolle über seine Systemlandschaft zu verlieren.

Integration von IoT, Edge-Computing & Extended Reality

Bei der Vernetzung zwischen Mitarbeitenden eines Unternehmens rund um den Globus kann ein ERP-System eine wichtige Rolle spielen. Heute ist jedoch auch die Vernetzung von Geräten, das Internet of Things (IoT) unerlässlich, weshalb bereits viele ERP-Lösungen mit diesen verbunden werden können. Diese Integration von IoT- und Edge-Computing-Technologien in ERP-Systeme hat sich vor allem in Industrie, Logistik und Produktion als echter Mehrwert etabliert. Echtzeitdaten aus Maschinen, Sensoren und Lieferketten ermöglichen präzisere Planungen, frühzeitige Fehlererkennung und eine bessere Steuerung operativer Prozesse. Edge Computing sorgt dabei für schnelle Entscheidungen direkt am Entstehungsort der Daten – ein klarer Vorteil bei zeitkritischen Abläufen.

Extended Reality hingegen spielt 2026 eine eher ergänzende Rolle. AR- und VR-Anwendungen kommen punktuell zum Einsatz, etwa in Schulungen, Wartungsszenarien oder bei der Visualisierung komplexer Abläufe. Das ERP entwickelt sich damit zunehmend zur operativen Steuerungsplattform, während XR vor allem als unterstützendes Interface, nicht als flächendeckender Standard dient.

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Fokus auf User Experience & Sprachschnittstellen

Nicht nur die Kundinnen und Kunden eines Unternehmens sollen sich auf dessen Website schnell zurechtfinden und unkompliziert zu ihrem Ziel – im besten Fall einer Conversion – gelangen. Unternehmen wie Mitarbeitende profitieren ebenfalls von benutzerfreundlicher Software. Denn eine intuitive und benutzerfreundliche Oberfläche kann die Akzeptanz und Produktivität der Mitarbeiter:innen erheblich steigern. Auch die Einarbeitung neuer Nutzer:innen geht so erheblich schneller vonstatten, sodass diese schon nach kurzer Zeit eigenständig mit dem System umgehen können.

Moderne ERP-Lösungen legen daher großen Wert auf eine positive User Experience (UX), indem sie leicht verständliche Dashboards, mobile Zugänge und personalisierte Benutzeroberflächen bieten. Dies erleichtert nicht nur die Bedienung, sondern fördert auch die Nutzung der Software im Arbeitsalltag. Und nur, wenn alle dafür zuständigen Mitarbeitenden das ERP-System auch wirklich nutzen, kann dieses seiner Rolle als zentraler Datenverwaltung gerecht werden.

Ein besonderer Trend sind Voice Interfaces, die über natürliche Sprache bedient werden. Das bedeutet: Mitarbeitende können z. B. via Sprachbefehl Lagerbestände abfragen, Bestellungen freigeben oder Reportings starten – ohne komplizierte Klickstrecken. Diese Entwicklung macht ERP-Systeme deutlich zugänglicher und reduziert den Schulungsaufwand, insbesondere für Gelegenheitsnutzer:innen.

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Low-Code / No-Code-Entwicklung & Citizen-Developer

ERP-Systeme sind traditionell komplex und aufwändig anzupassen. Mit dem Aufstieg von Low-Code- und No-Code-Plattformen ändert sich das rasant. Anwender:innen ohne tiefgehendes IT-Wissen können Prozesse modellieren, Workflows anpassen oder eigene Dashboards bauen. Und das ohne eine Zeile Code zu schreiben. Diese Demokratisierung der ERP-Anpassung führt dazu, dass Fachabteilungen unabhängiger werden und Änderungen viel schneller umsetzen können. Gleichzeitig steigt die Innovationsgeschwindigkeit: Mitarbeitende, die nah am Tagesgeschäft sind, können Lösungen für konkrete Probleme selbst entwickeln und direkt ins ERP integrieren. Die Rolle der „Citizen Developer“ wächst damit stark und entlastet die IT-Abteilung.

Branchenspezifische ERP-Lösungen

Ein weiterer wichtiger Trend ist die Entwicklung branchenspezifischer ERP-Systeme. Während generische ERP-Lösungen eine breite Anwendbarkeit bieten, sind branchenspezifische Systeme auf die besonderen Anforderungen und Prozesse einer bestimmten Branche zugeschnitten. Dies führt zu einer schnelleren Implementierung und effizienteren Nutzung, da das System im besten Fall bereits alle Standard-Geschäftsprozesse integriert hat. Besonders in stark regulierten oder komplexen Branchen wie dem Gesundheitswesen, der Fertigung oder den Finanzdienstleistungen sind diese spezialisierten Systeme von großem Vorteil​.

ERP für KMU

ERP-Systeme wurden zunächst vor allem von großen Unternehmen genutzt. Doch zunehmend entdecken auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Vorteile dieser Softwarelösungen. Moderne, skalierbare ERP-Systeme bieten KMU die Möglichkeit, ihre Geschäftsprozesse effizient zu verwalten und zu wachsen. Cloud-basierte Lösungen sind hierbei besonders attraktiv, da sie ohne hohe Anfangsinvestitionen implementiert werden können und flexible Kostenmodelle bieten.

ERPQuelle: DALL-E

ERP und E-Commerce

Wer eine E-Commerce Plattform bzw. einen Online-Shop führt, der profitiert maßgeblich von einem ERP-System. Denn die Integration beider Systeme ermöglicht Unternehmen eine nahtlose Verknüpfung von Verkaufs- und Bestellprozessen. Ein integriertes ERP-System kann alle Daten zentral verwalten, Bestellungen effizient bearbeiten und den Lagerbestand in Echtzeit aktualisieren. Dies führt zu einer besseren Kundenbetreuung und optimierten Geschäftsabläufen​. Auch Nachbestellungen können so besser geplant und gegebenenfalls Ressourcen gespart werden.

Mobile ERP-Lösungen

Längst werden Arbeitshandys nicht mehr nur zum Telefonieren und zum Schreiben von E-Mails verwendet. Mitarbeitende möchten von überall aus auf wichtige Daten zugreifen und Aufgaben „on the Go“ erledigen können. Viele moderne ERP-Systeme bieten daher mobile Apps und responsive Designs, die es ermöglichen, Geschäftsprozesse auch unterwegs zu verwalten. Dies fördert die Flexibilität und Produktivität der Mitarbeiter:innen.

Sicherheit und Nachhaltigkeit

Last but certainly not least: Die Themen Sicherheit und Nachhaltigkeit sind immer im Trend. Mit der Verlagerung in die Cloud und der Integration neuer Technologien wie KI und IoT steigen auch die Sicherheitsanforderungen. Von Zero-Trust-Architekturen über verschärfte Compliance-Tools bis hin zu KI-gestützter Bedrohungserkennung: ERP-Anbieter investieren 2026 massiv in Cybersecurity. Parallel wächst die Bedeutung von Nachhaltigkeit: Unternehmen sind gefordert, ESG-Daten zu tracken und transparent zu reporten. Moderne ERP-Systeme bieten dafür integrierte Module, die Emissionen messen, Lieferketten bewerten und regulatorische Anforderungen wie die CSRD erfüllen. Damit werden ERP-Systeme zu zentralen Werkzeugen nicht nur für Effizienz, sondern auch für Corporate Responsibility.

Fazit: ERP Trends erkennen & wettbewerbsfähig bleiben

Die Entwicklung vieler Software-Lösungen schreitet rasant voran – auch ERP-Systeme sind hier keine Ausnahme. Die Trends für 2026 zeigen, dass Flexibilität, Automatisierung und Benutzerfreundlichkeit klar im Vordergrund stehen. Unternehmen, die diese Trends frühzeitig erkennen und in ihre ERP-Strategie integrieren, können ihre Geschäftsprozesse optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Ob Cloud-Lösungen, KI, IoT oder mobile Anwendungen – die richtige ERP-Software kann maßgeblich zum Erfolg eines Unternehmens beitragen.

Bildquellen

  • ERP Trends: DALL-E
  • ERP Trends 2025: DALL-E
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