Joomla! + MediaWiki = JWiki

1. Teil: Präsentieren und Wissen sammeln auf einer Plattform

Der Titel deutet es bereits an: in diesem Beitrag geht es sowohl um Joomla! als auch um ein Wiki. Doch anders als eventuell erwartet, handelt es sich hier nicht um eine Diskussion über eine „Entweder/Oder“-Entscheidung für die eine oder die andere Software sondern um die Kombination dieser beiden Wissensmanagementsysteme hin zu einer einzigen Plattform. Und zwar soll das Content Management System Joomla! über eine Erweiterung das Kollaborationstool MediaWiki einbinden. Das ist alles schön und gut, aber wer sollte solch eine Systemkombination einsetzen?

Präsentieren und Wissen sammeln auf einer Plattform

Tatsächlich ist diese Nutzungsvariante nicht so exotisch, wie man meinen könnte. Viele Unternehmen ergänzen ihren Internetauftritt mittlerweile mit einer Wissensplattform auf der ihre Kunden mehr als nur die üblichen FAQs finden. Im Wiki kann das Wissen und die Erfahrung zu den Produkten dynamisch wachsen und von den Kunden ergänzt werden. Anders als auf der eigentlichen Internetpräsenz können sich hier nämlich die User am Inhalt produktiv beteiligen.

Werfen wir aber nun einen genaueren Blick auf die beiden Systeme und betrachten sie zunächst getrennt voneinander.

Ein alter Hase – Joomla! CMS

Im Kreise der freien PHP Content Management Systeme (CMS) wie TYPO3, Drupal oder Silverstripe zählt Joomla! sicherlich zu den Senioren. Das Open Source System konnte bereits seit dem Jahr 2000 eingesetzt werden und hat mittlerweile eine beachtliche Community aufgebaut. Damals war das System noch unter dem Namen „Mambo“ verfügbar und kam erst im Jahr 2005, nach einer Spaltung der Entwicklergemeinde mit dem neuen Namen auf den Markt. Mittlerweile liegt Joomla! in der Version 2.5 vor und wird vermutlich noch in diesem Jahr in der Version 3.0 erscheinen.

Die üblichen Funktionen eines Content Management Systems lassen sich in verschiedene Bereiche aufteilen. Am wichtigsten ist allerdings eine klar erkennbare Trennung der Ebenen Administration, Inhalt und Design. Hier zieht Joomla! klare Linien und lässt kaum Überschneidungen zu. Die Aufgabe der Darstellung der Inhalte wird vom System übernommen. So werden also die Inhalte getrennt vom Layout verwaltet und einheitlich über CSS-Formatierungen aus dem Template dargestellt. Dabei müssen moderne CMS-Systeme auch mit unterschiedlichen Medien umgehen können. So möchten User z.B. YouTube Videos einbinden oder MP3 Dateien abspielen.

Ein CMS muss aber noch etwas mehr leisten. So darf es zu keinen Kollisionen kommen, wenn zwei Redakteure den gleichen Artikel bearbeiten. Hier gibt es verschiedene Mechanismen, die dies verhindern, wie z. B. das automatische Blockieren eines Artikels während der Bearbeitung. In Joomla! können Artikel mit Lebenszyklen und Berechtigungen versehen werden. So erscheinen bestimmte Inhalte für einen definierten Zeitraum und können gegebenenfalls nur von registrierten Usern gelesen werden.

Die Zugriffssteuerung regelt neben der Sicherheit auch die Sichtbarkeit bestimmter Bereiche für einzelne User. Zudem lässt sich ein Workflow zwischen Benutzergruppen einrichten, der die Veröffentlichung von Artikeln regelt. Beispielsweise können Artikel von Autoren erst nach der Begutachtung der Redaktion veröffentlicht werden.

Wiki – kollektiv Wissen sammeln

Mittlerweile sind Wikis ein fester Bestandteil des Web 2.0 Arsenals. Das ging allerdings nicht ganz so schnell, wie es der hawaiianische Name erwarten lassen würde (wiki – hawaiianisch für „schnell“). Mit der Bekanntheit der Wikipedia wuchs auch das Ansehen der praktischen Kollaborations-Software MediaWiki. So konnte aus dem MediaWiki neben vielen anderen Plattformen, wie TWiki oder DokuWiki ein kleiner Star werden.

In erster Linie sollten Wikis der schnellen Dokumentation und dem Aufbau von Handbüchern dienen. Die Software ist aus diesem Grund einfach aufgebaut und legt den Schwerpunkt auf das Sammeln von Wissen. Das Formatieren und Layouten der Inhalte erfolgt über eine eigene Syntax und beschränkt sich auf das Nötigste. Allerdings lassen sich durchaus auch hier Medien wie Bilder oder MP3-Dateien aber auch Flash-Animationen und Videos einbinden.

Als eigentliches Ziel wird mit einem Wiki allerdings das gemeinsame Ausarbeiten und Schärfen von Inhalten durch die Autoren und Editoren angestrebt. Die flache Hierarchie ermöglicht allen Usern gleichermaßen die Bearbeitung von Artikeln. So findet durch kontinuierliches Überarbeiten eine natürliche Veredelung der Inhalte statt. Ein besonderes Merkmal ist die Versionierung der Inhalte. Da das Wiki über keine Benutzerberechtigungen verfügt, musste der Vertrauensvorschuss gegenüber den Autoren einen Backup Mechanismus beinhalten. Hier hat das MediaWiki gegenüber Joomla! einen klaren Vorsprung.

Bei den Erweiterungsmöglichkeiten muss sich das MediaWiki nicht unbedingt verstecken, denn es gibt etwa 2.000 Plugins. Hier sind allerdings noch viele im Beta-Stadium und ihre Funktionen sind selten vergleichbar mit Erweiterungen für Joomla!. Wiki-Erweiterungen zielen darauf ab, eine besser Form der Dokumentation von Wissen zu ermöglichen und beschäftigen sich daher nicht mit Funktionen wie Online Shop, Formular oder Event-Kalender. Diese Unterscheidung sollte bei der Wahl der Systeme immer bewusst bleiben.

Abgrenzung – CMS vs. Wiki

Warum nun also ein CMS und ein Wiki einsetzen? Warum sollte es sinnvoll sein, derart ähnliche Plattformen, die jeweils so konfiguriert werden können, dass sie die Aufgaben des Anderen übernehmen könnten, zu verbinden? Viele Leute sind tatsächlich der Meinung, dass das Wiki nichts anderes als eine besondere Form des CMS ist, obwohl beide Technologien historisch völlig verschiedene Ursprünge und Entwicklungslinien durchlaufen haben. Zudem sind beide Systeme Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet und erfüllen die unterschiedlichen Anforderungen jeweils hervorragend. Aus einem CMS ein Wiki zu machen und umgekehrt, würde in der Tat eine „Verwässerung“ dieser starken Positionen bedeuten. Anhand der folgenden Punkte möchten wir die Unterschiede verdeutlichen.

Benutzerverwaltung und Hierarchien

Arbeitet man in einem redaktionellen Umfeld, in dem die Inhalte vor Veröffentlichung geprüft werden sollen, bietet Joomla! mit seiner Benutzerverwaltung die bessere Kontrolle. Das klassische Redaktionssystem ist jedoch über einen festen Workflow nicht sehr flexibel. Die Inhalte können – schon aus Kapazitätsgründen der Redaktion – nicht beliebig oft aktualisiert werden und unterliegen einem Freigabeprozess. Ein Wiki bietet die höhere Flexibilität und eine geringere Hürde.

Erweiterungsmöglichkeiten

Ein CMS hat das klare Ziel, ein Unternehmen und nicht nur das Wissen des Unternehmens im Internet darzustellen. Je nach Branche können die Anforderungen, neben der Darstellung der üblichen Inhalte, vom Event-Kalender bis hin zum internationalen Online-Shop reichen. Hier gibt es eine große Auswahl an Erweiterungen für Joomla!. Vergleichbare Funktionen lassen sich im Wiki teilweise nur durch extremes Verbiegen oder eben gar nicht abbilden. Plugins für das Mediawiki gibt es zwar reichlich, aber meist liefern sie nur kleine Zusatzfunktionen und integrieren keine komplett neuen, eigenständigen Programme.

SEO – Suchmaschinenoptimierung

Da Wikis nicht für die Darstellung von Internetpräsenzen für Unternehmen gedacht waren, wurde hier auch kein besonderer Wert auf SEO (Search Engine Optimization) gelegt. So gibt es beim MediaWiki – zumindest standardmäßig – nicht die Möglichkeit, Meta-Tags einzubinden. Hier benötigt man eine spezielle Erweiterung, die das Einbinden ermöglicht. Die Syntax sieht dann folgendermaßen aus:

{{#meta: Content-Type | text/html; charset=utf-8 }}
{{#link: stylesheet | text/css | theme.css }}

Auch im Google Bilder-Ranking hat man mit Wiki-Seiten meist schlechtere Chancen. Bindet man nämlich Bilder auf einer Wiki-Seite ein, werden sie von Google nur in der dargestellten Größe erfasst und nicht in ihren eigentlichen Ausmaßen. Da sich aber Bilder mit min. 300px Breite/Höhe in einem Artikel nicht so gut machen, wird man den Google Anforderungen nicht gerecht und hat kaum Chancen im Ranking hoch zu rutschen.

Erarbeiten der Inhalte

Der deutlichste Unterschied der Systeme lässt sich allerdings an den Inhalten fest machen. Während bei Joomla! ein fester Benutzerkreis fertige Artikel redaktionell erstellt, werden im Wiki Inhalte kollaborativ erzeugt und geschärft. Der Autorenkreis ist hier nicht unbedingt festgelegt. So können sich alle User mit ihrem Wissen beteiligen und gemeinsam für das Heranreifen sorgen.

Die Qualität der Beiträge wird im redaktionellem System über einen Workflow organisiert (Autor > Editor > Redaktion). Das Wiki verlässt sich auf einen Selbstreinigungsprozess durch die Gruppe der Autoren und Editoren.

Unterschiedliche Philosophien – Gedanken zur Integration

Als Website Betreiber steht man nun vor der Entscheidung, in wie weit man die Internetpräsenz den Usern öffnen möchte. Braucht man einen Bereich, der über ein schlankes Tool ohne Hierarchien Inhalte schnell verfügbar macht und diese in einem Gemeinschaftsprozess wachsen lässt? Web 2.0 zeichnet sich genau durch diesen Schritt aus. Die ausgearbeiteten Inhalte der bisher relativ starren Systeme wurden meist von einem kleinen Kreis von Autoren und Editoren bereitgestellt. Hier hatte das Marketing die Kontrolle und gab den Ton an. Im Wiki entwickeln sich die Inhalte auf einer demokratischen Basis ohne Hierarchien. So stellen die Artikel den aktuellsten Wissensstand dar und sie können von der Gemeinde noch während dem Entstehungsprozess diskutiert werden.

JWiki ermöglicht die Kombination beider Systeme auf einer Plattform. Bevor Sie aber die Erweiterung installieren, sollten Sie auch noch zwei oder drei Gedanken berücksichtigen:

  • Ein Wiki wird nicht automatisch laufen, nur weil Sie es bereitstellen. Der Charakter Ihrer Organisation sollte authentisch suggerieren, dass den Usern gerne der notwendige Freiraum im Wiki gegeben gewährt wird und Sie ihnen damit Respekt und Vertrauen entgegenbringen. Die Technologie spielt lediglich eine Nebenrolle bei der Akzeptanz des Tools.
  • Man braucht Maintainer, also Betreiber, die das Wiki entsprechend pflegen und strukturieren. Ist das Wiki erst einmal akzeptiert worden, werden die Inhalte rapide anwachsen. Gerade zu Beginn sollte man es aber nicht versäumen an dieser Stelle Zeit zu investieren, da Informationen sonst im „Wiki-Pool“ untergehen. Da hilft zwar noch eine starke Suchfunktion, aber eine Sortierung der Inhalte wird schwieriger, je länger man sich damit Zeit lässt.
  • Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht von einem Web 2.0 Hype lenken. Setzen Sie ein Kollaborationstool nicht ein, wenn es dafür kein geeignetes Einsatzgebiet gibt. Das ist vergleichbar mit der Rubrik „Aktuelles“ auf Ihrer Joomla! Startseite. Wenn hier nicht regelmäßig neue Meldungen erscheinen, zeigt es den Besuchern, dass Sie eigentlich nichts Aktuelles zu bieten haben. Der Effekt wäre auch bei einem Wiki ähnlich negativ. Wenn Sie kein Thema für eine Zusammenarbeit eröffnen, wird das Wiki als „Pseudo-Feature“ erkannt.

JWiki – Konzeption

Der Aufbau der OpenSource JWiki-Erweiterung ist relativ einfach. Sie können die Komponente über das Backend als Subsystem in Ihre bestehende Joomla! Instanz (2. 5.x) installieren. Dabei wird ein komplettes MediaWiki (1.18.X), wie man es von der Wikipedia kennt, in das CMS integriert.

 

2. Teil: JWiki – Die Joomla!-Erweiterung im Detail

Integration und Funktionalitäten

Das in diesem Artikel beschriebene JWiki (früher bekannt als JoomlaWiki) ist eine Erweiterung für Joomla! die auf der Basis von Mediawiki funktioniert und die Vorzüge von Content Management System und Wiki vereint. Warum die Kombination von CMS und Wiki sinnvoll ist, lesen Sie im ersten Teil „Joomla! + MediaWiki = JWiki“.

JWiki – Die Verbindung zweier Berühmtheiten

Die beiden Systeme, die hier zusammengeschlossen werden, sind – jedes für sich genommen – weltbekannte und viel genutzte Best-of-Breed-Lösungen, die mit PHP und MySQL funktionieren:

  • Joomla! ist ein beliebtes Open-Source-CMS, das sich durch seine leichte Zugänglichkeit, Leistungsfähigkeit und Flexibilität auszeichnet (Joomla! im Detail).
  • Mediawiki ist eine Wiki-Software, die ursprünglich für die freie Enzyklopädie Wikipedia entwickelt wurde. Mittlerweile wird sie auch für eine Vielzahl anderer kollaborativer Projekte im Internet oder in Intranets verwendet.

Das in diesem Artikel beschriebene JWiki ist nun eine Erweiterung für Joomla! die auf der Basis von Mediawiki funktioniert. Sie wurde ursprünglich von Lyquidity Solutions Limited entwickelt.

Nachdem 2009 Lyquidity die Weiterentwicklung und den Support einstellte, übernahm die HalloWelt! – Medienwerkstatt GmbH das Projekt und benannte es in JWiki um. Die Joomla!-Erweiterung – damals für die Joomla!-Version 1.5 geschrieben – war ein großer Erfolg und wurde viele tausende Mal heruntergeladen.

Integration von JWiki in Joomla! - Ansicht NavigationleisteIntegration von JWiki in Joomla!- Ansicht Navigationsleiste

 2012 programmierte die HalloWelt! GmbH den kompletten Code von Grund auf neu, um einige Probleme zu beseitigen und den Code an die neuen Versionen von PHP, Joomla! und Mediawiki anzupassen.

Einbinden von JWiki in Joomla!

Eine der Stärken von Joomla! ist seine Erweiterbarkeit. Mit wenigen Handgriffen kann man eine Website mit Funktionalität versehen, die man ansonsten aufwendig selbst erstellen und gestalten müsste. Dazu dienen kleine Programmpakete, die der eigentlichen Joomla!-Software hinzugefügt werden können. Einige dieser Erweiterungen werden in der Basisinstallation gleich mitgeliefert. Andere – wie z.B. das JWiki – kann man über einschlägige Quellen im Netz beziehen.

Joomla! kann auf drei verschiedene Arten erweitert werden: durch Module, Plugins oder Komponenten. Um etwas Klarheit zu schaffen:

  • Module dienen der Anzeige spezieller Inhalte im Front- und im Backend. Sie können im Template positioniert werden und sind nicht Bestandteil des normalen Inhaltsbereichs. Beispiele dafür sind das Login- und das Suchformular.
  • Plugins sind kleine Programme, die den Inhalt einer Seite verändern, bevor dieser ausgegeben wird. So ist z. B. der TinyMCE-Editor ist ein Plugin. Daneben verrichten Plugins systemnahe Aufgaben wie die Anmeldung der Benutzer oder die Erweiterung der Suche.
  • Komponenten sind in Bezug auf Aufbau und Bedienung die komplexesten Erweiterungen. Sie können eigene dynamische Inhalte verwalten und im Backend und in der Datenbank separate Bereiche haben. So können Sie u. a. ein komplettes Shop-System als Komponente in Ihre Seite einbinden.

 Start der JWiki Installation - Button "Installieren"Start der JWiki Installation – Button „Installieren“

 Bei JWiki handelt es sich um eine Komponente. Denn dabei wird ein komplettes MediaWiki, das in einer etwas aktuelleren Version auch der Wikipedia zugrunde liegt, in das CMS integriert. Technisch fungiert JWiki hier also als eigenes kleines Subsystem, das die User-Accounts zunächst von Joomla! übernimmt. Danach kann der JWiki-Sysop (das ist der Super Administrator aus Joomla!) allerdings eigene Einstellungen vornehmen, die nur das Wiki betreffen, z.B. einen User blocken oder ihm Sysop-Rechte erteilen.

Das Einbinden der Komponente JWiki erfolgt – wie bei anderen Erweiterungen auch – in zwei Schritten:

  • Zunächst holen Sie sich die Erweiterung, die Sie installieren möchten, aus dem Internet, laden sie direkt über das Joomla!-Backend hoch und folgen dann einfach dem vorgegebenen Installations- und Konfigurationsprozess.
  • Im zweiten Schritt muss JWiki in einem der Menüs des Frontends verlinkt werden, damit es überhaupt für den Nutzer zugänglich ist.

Neuen Menüeintrag erstellenNeuen Menüeintrag erstellen

Arbeiten mit JWiki

Nachdem die Installation erfolgreich war und Sie JWiki auch schon in der Navigationsleiste des Frontend verankert haben, kann die eigentliche Arbeit im Wiki beginnen.

Der Bearbeitungsablauf in JWiki ist dem in einem CMS sehr ähnlich: Ein Artikel wird in den Editiermodus geladen, dort formatiert und geändert und dann abgespeichert. Anders als bei Joomla! finden Sie hier keine automatische hierarchische Unterteilung der Inhalte in Kategorien und Beiträge.

Die Arbeit findet direkt an den Artikeln statt, eine Strukturierung erfolgt hauptsächlich über Portalseiten. Diese werden als gewöhnliche Artikel angelegt und lediglich Hyperlinks verweisen auf die entsprechenden Seiten. Über die Kategorienvergabe können einer Seite auch mehrere Schlagworte zugewiesen werden, ähnlich einem Tagging-System, die in einem Kategoriebaum hierarchisch angeordnet werden.

Das (noch) leere Wiki mit dem Wiki-MenüDas (noch) leere Wiki mit dem Wiki-Menü

Hinweis: Bedenken Sie, dass Sie hier nicht mehr die Joomla!-eigenen Funktionen verwenden können, sondern auf die Register und Befehlsschaltflächen von JWiki zugreifen müssen. Wenn Sie den Wiki-Artikel im Backend bearbeiten, so haben Sie z.B. kein Speichern-Symbol in der Werkzeugleiste, sondern einen Speichern-Button unter dem Wiki-Fenster.

Editiervorgang

Wenn Sie das Bearbeiten-Register gedrückt haben, wird der Bearbeitungsmodus eines Artikels aufgerufen, d.h. der Text der Seite wird samt der JWiki-spezifischen Formatierungszeichen („Markups“) in ein Eingabefenster geladen und kann nun von Hand verändert oder ergänzt werden.

BearbeitenBearbeiten

Über dem Fenster erscheint zusätzlich eine Symbolleiste, die Ihnen beim Formatieren des Textes behilflich sein kann. Den Effekt der Formatierung sehen Sie allerdings erst nach dem Speichern oder in der Vorschau.

Es gibt im Wiki drei Möglichkeiten, Texte zu formatieren:

  • Sie nutzen die Optionen der Symbolleiste, die sich jedoch zum größten Teil auf die Zeichenformatierung beschränken.
  • Sie geben spezielle Wiki-Tags in den Text ein, die sehr stark an HTML erinnern, aber wesentlich einfacher zu handhaben sind.
  • Sie verwenden direkt HTML.

Hinweis: Standardmäßig kein WYSIWYG! Sie haben im Wiki keinen WYSIWYG-Editor zur Verfügung. Selbst die Optionen der Symbolleiste fügen lediglich die entsprechenden Formatierungszeichen in den Text ein. Ein entsprechendes WYSIWYG-Editor-Plugin wird noch 2012 zur Verfügung stehen.

Die Schaltflächenfür das Speichern und die VorschauDie Schaltflächen für das Speichern und die Vorschau

Vor dem Speichern können Angaben über die getätigten Änderungen eingetragen werden, entweder als Zusammenfassung oder als Haken bei „Kleinigkeiten“, wenn z. B. nur Rechtschreibung korrigiert wurde. Das hilft anderen Nutzern später auf einen Blick zu erkennen, welche Änderungen relevant sind.

Hinweis: Sobald Sie beginnen, Inhalte ins Wiki zu stellen werden Themen wie Formatierung, Strukturierung und Qualitätssicherung aktuell. Wenn Sie Hilfe benötigen, können Sie auf die entsprechenden Tutorials auf der Homepage der Mediawiki-Entwickler zugreifen. Auch auf der Seite von Hallo Welt! finden Sie eine kleine Einführung speziell für das JWiki.

Versionierung

Wenn Sie auf das Versionen-Register klicken, können Sie den Entwicklungsprozess des Textes von der letzten Änderung bis hin zu der ersten Speicherung des Artikels zurückverfolgen. Sie können unterschiedliche Versionen auswählen, vergleichen und vergangene Versionen wiederherstellen.

Die Versionen der Seite main PageDie Versionen der Seite Main Page

 Neue Seite hinzufügen

Um eine neue Seite zu erstellen, tragen Sie in einem beliebigen Artikel an einer beliebigen Stelle den Namen der neuen Seite in doppelten eckigen Klammern ein, dann speichern Sie die Seite. Die doppelten eckigen Klammern bewirken, dass bspw. die neue „Testseite“ von JWiki als Verweis auf die Testseite interpretiert und im aktuellen Artikel dementsprechend als Link dargestellt wird. Da die Seite noch nicht existiert, ist der Link rot eingefärbt. Klicken Sie auf diesen Link, wechseln Sie automatisch in die Bearbeitungsansicht der neuen Seite. Hier können Sie wieder beliebigen Text eingeben.

Diskutieren

Auf der Seite „Diskussion“ können die Inhalte eines zugehörigen Artikels besprochen werden, z.B. um Missverständnisse zu klären oder Unklarheiten zu beseitigen. Da diese Kommunikation sehr wichtig, aber – wie man aus dem Umgang mit Foren weiß – oft sehr ermüdend und wenig konstruktiv sein kann, wird sie mit dem Instrument der Diskussionsseite aus dem eigentlichen Text herausgehalten. Die Diskussionsseite kann man genauso editieren wie die Artikelseite.

Schützen

Wenn Sie den Status eines Systemadministrators besitzen, haben Sie Zugriff auf das Register „Schützen“ (siehe Abb. unten) und können damit eine Seite vor der Bearbeitung durch andere sichern. Eine geschützte Seite kann dann nur noch von den Administratoren editiert werden. Andere User erhalten lediglich die Möglichkeit, den Quelltext zu betrachten. Den Schutz können Sie mit dem Register „Freigeben“ wieder aufheben.

Das Schützen-RegisterDas Schützen-Register

 So ist es beispielsweise verständlich, wenn Sie nicht wollen, dass jeder Teilnehmer Ihre Startseite einfach so verändern kann. Ab und zu ist es auch nötig, Änderungen an einer Seite zeitweise zu unterbinden, wenn sich bspw. die Gemüter bei Uneinigkeiten über den Inhalt so erhitzt haben, dass eine konstruktive Arbeit am Artikel nicht mehr möglich ist.

Löschen

Administratoren können über „Löschen“ Seiten samt ihrer Geschichte entfernen. Diese werden dann in ein Archiv verschoben und sind nicht mehr über das WWW zugänglich. Sie verschwinden jedoch erst aus der Datenbank, wenn sie dort explizit gelöscht werden. Das Löschen von Seiten sollte mit größter Vorsicht geschehen, da man es im Normalfall mit dem Werk mehrerer Teilnehmer zu tun hat, die unter Umständen nicht sehr erfreut sind, wenn sie feststellen, dass ihre Beiträge aus dem Wiki entfernt wurden. Oft gibt es in Wikis eine Seite, auf der „Löschkandidaten“ vorgeschlagen und diskutiert werden, bevor ein Admin diese aus dem Wiki nehmen darf.

Beobachten

Wenn man das Register „Beobachten“ anwählt, werden die aktuelle Seite und die jeweilige Diskussionsseite zu einer Liste von Artikeln hinzugefügt, an deren Entwicklung man besonders interessiert ist. Der Reiter ändert seine Beschriftung dann in „Nicht mehr beobachten“, und über diesen kann man die Seite wiederum von der Beobachtungsliste streichen. Ihre persönliche Beobachtungsseite können Sie über die Spezialseitenliste aufrufen.

Die JWiki Verwaltung

Das Wichtigste vorweg: die Administration von JWikis erfolgt in JWiki. Im Joomla!-Backend finden Sie zwar das Wiki als Eintrag im Komponentenmenü, doch über diese Schnittstelle können Sie keinerlei Einstellungen vornehmen. Außer der (De)-Installation und der Verknüpfung mit einem Menü-Eintrag lässt Joomla! keinen Eingriff in JWiki zu.

Stattdessen gibt es zwei wichtige Funktionen in JWiki, über die Sie typische Konfigurationsarbeiten erledigen können:

  • Die Verwaltung von JWiki wird zum großen Teil über Spezialseiten vorgenommen, die essentieller Teil des MediaWikis sind (siehe Abb. „Die Liste der Spezialseiten“). So können Sie sich zum Beispiel auf der Spezialseite „Letzte Änderungen“ die zuletzt bearbeiteten Seiten samt Autor, Datum und Uhrzeit anzeigen lassen und direkt darauf zugreifen. Wenn Sie Admin-Rechte besitzen, können Sie über die entsprechende Spezialseiten auch Benutzer sperren oder IP-Nummern blockieren.
  • Ein weiterer wichtiger Link auf der Wiki-Oberfläche führt zur Seite „Einstellungen“ (siehe Abb. „Die Spezialseite Einstellungen“). Hier können Sie Ihre persönliche Konfiguration vornehmen, z. B. die Sprache der Wiki-Oberfläche oder welchen Skin, also welches Template, Sie bevorzugen. Sie können die Position einiger Schaltflächen neu festlegen, sich für die Arbeit im Wiki einen Nickname zulegen und die Zeitzone bestimmen.

Die Liste der SpezialseitenDie Liste der Spezialseiten

Die Spezialseite EinstellungenDie Spezialseite Einstellungen

Neben dem technischen Procedere steht Ihnen nun noch viel Arbeit im sozialen Bereich also beim Community Building bevor. Ihre zukünftigen Wiki-User sollten in die Wiki-Philosophie eingeführt und geschult werden, oder zumindest Support erhalten. Eventuell möchten Sie deren Motivation durch Incentives und Events anspornen oder müssen sich über eine gewisse Aufgaben- bzw. Rollenverteilung innerhalb Ihrer Community Gedanken machen. Ein Wiki zum Fliegen zu bringen kostet viel Zeit und Energie. Aber es lohnt sich.

Übrigens wird das JWiki in Zukunft mit weiteren Features von der Firma Hallo Welt! aus Regensburg ausgestattet werden. Plugins wie ein WYSIWYG Editor oder eine Anpassung des Skins über das Backend stehen noch 2012 auf dem Programm.

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Anja Ebersbach

Anja Ebersbach

Anja Ebersbach, Informationswissenschaftlerin, Geschäftsführerin der Hallo Welt! - Medienwerkstatt GmbH und Coach für den Bereich Enterprise 2.0.

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