Wie Sie mit geringem Risiko ins Content Marketing einsteigen

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Content Marketing lässt sich auch mit geringen Ressourcen betreiben, wenn man pragmatisch an die Sache herangeht. Dieser Beitrag erklärt die Grundprinzipien des „Lean Content Marketing“ und gibt Tipps für den Einstieg.

Content Marketing ist kein Hype, der vorüberzieht. Es ist ein nachweislich effektiver Ansatz, um das Vertrauen potenzieller Kunden zu gewinnen. Das haben viele Unternehmen mittlerweile erkannt und stellen statt platter Werbephrasen nützlichen „Content“ in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation: Inhalte, die bei den Bedürfnissen der Zielpersonen ansetzen, deren Fragen beantworten und sie weiterbringen in ihrer Kaufentscheidung. Wer bisher noch nicht auf Content Marketing setzt, der hat es zumindest für die nächste Zeit geplant. Laut einer Studie von Yahoo werden sich die Ausgaben in Deutschland von 2014 bis 2020 mehr als verdreifachen.

Doch wie steigt man am besten ins Thema ein? Am Anfang steht natürlich immer eine durchdachte Strategie. Denn nur wer sich im Vorfeld Gedanken über die Bedürfnisse der Zielpersonen, über ihre Erwartungen und Gewohnheiten gemacht hat, und sich der eigenen Stärken und Ziele bewusst ist, kann auch erfolgreiche Maßnahmen entwickeln.

Strategie und Planung sind daher wichtig. Doch wichtig ist es auch, sich damit nicht zu verzetteln. Viele Unternehmen denken, sie müssten jede Kampagne bereits bis ins Kleinste durchdacht haben, bevor sie damit starten. Das ist allerdings riskant: Denn was, wenn man monatelang Inhalte plant, produziert, korrigiert, aber am Ende feststellen muss, dass sie den Bedarf der Zielgruppe überhaupt nicht treffen? Das wäre nicht nur Zeit- und Geldverschwendung, sondern setzt auch das Vertrauen des Publikums aufs Spiel.

Deshalb empfiehlt es sich, pragmatisch an die Sache heranzugehen:  Starten Sie möglichst schnell, aber mit geringem Aufwand, und entwickeln Sie Ihre Strategie einfach Schritt für Schritt. Nicht in der Theorie, sondern direkt im Markt. Grundlage dafür sind die Erfahrungen, die Sie mit Ihren Inhalten sammeln, und das Feedback Ihrer Zielpersonen. Für diesen Ansatz des „Lean Content Marketing“ braucht es etwas Mut und Experimentierfreude. Doch er lohnt sich vor allem für jene Unternehmen, die mit ihren Ressourcen haushalten müssen.

Hier die wichtigsten Prinzipien des Lean Content Marketings im Überblick:

1.    Klein anfangen und zuhören

Konzentrieren Sie sich am Anfang auf kleinere Content-Stücke, die sich mit wenig Aufwand erstellen und veröffentlichen lassen. Produzieren Sie zum Beispiel kurze Posts für den Blog oder die sozialen Netzwerke und beobachten Sie dann, wie diese bei Ihrem Publikum ankommen: Was wird geliket oder geteilt? Welche Artikel werden besonders intensiv gelesen? Welche Fragen werden in den Kommentaren gestellt? Vorrangiges Ziel dieses „Lean Contents“ ist es, mit minimalem Aufwand mehr über die Bedürfnisse der potenziellen Kunden zu erfahren. Daraus gilt es zu lernen und den Content anschließend weiter zu verbessern und zu erweitern. So kann man im nächsten Schritt dann auch größere Content-Stücke entwickeln. Das Risiko, damit daneben zu liegen, ist äußerst gering. Entscheidend ist jedoch, dass Sie genau hinhören, wie die Zielpersonen reagieren – ohne dabei überzeugen oder missionieren zu wollen.

Im Lean Content Marketing entwickeln Sie Ihre Inhalte schrittweise weiter.

2.    Content mehrfach verwerten

Jedes Unternehmen erstellt regelmäßig hochwertige Inhalte – auch wenn es noch nicht gezielt Content Marketing betreibt. Für Kongresse und Schulungszwecke werden Präsentationen erstellt, es gibt Produktbroschüren, Whitepaper und Anwenderberichte. Diese lassen sich mit relativ wenig Aufwand für das Content Marketing neu aufbereiten. Eine Präsentation beispielsweise können Sie zu einem Blogbeitrag oder Fachartikel umarbeiten. Außerdem könnte man die Präsentationsfolien vertonen und als Video auf Youtube veröffentlichen. So erreichen Sie damit gleich ein viel größeres Publikum. Ein Whitepaper lässt sich oft in mehrere Artikel aufsplitten, die jeweils Teilaspekte behandeln. Wenn Sie diese als Serie in Ihrem Blog veröffentlichen und zusätzlich noch das Whitepaper als PDF zum Download anbieten, können Sie wertvolle Kontaktdaten für den Vertrieb generieren.

3.    Gezielt verbreiten

Selbst der beste Content ist wertlos, wenn er nicht gefunden wird. Damit Ihre Zielgruppe Ihre Website oder Ihr Blog findet, müssen Sie ihre Inhalte aktiv verbreiten. Finden Sie heraus, wo sich Ihre Zielpersonen in welchen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses informieren. Gehen Sie auch hier lieber in kleinen Schritten vor. Das heißt, beschränken Sie sich anfangs auf einige wenige Plattformen, die für die Zielgruppe besonders wichtig sind. Hier können Sie Erfahrungen sammeln, bevor Sie sich auf neues Terrain wagen. Wenn Sie schnell eine hohe Reichweite erzielen wollen, sollten Sie auch Paid Media, also bezahlte Werbung für Ihren Content, in Erwägung ziehen.

4.    Flexibel bleiben

Seien Sie darauf vorbereitet, Ihren eingeschlagenen Weg gegebenenfalls wieder zu verlassen. Wenn Sie feststellen, dass Sie mit Ihren Inhalten oder den gewählten Kanälen Ihre Ziele nicht erreichen, müssen Sie Ihre Content-Strategie ändern. Das Lernen aus Fehlern ist die Basis für Content Marketing nach dem Lean-Prinzip.

Fazit:

Beim Lean Content Marketing geht es darum, „schlanke“ Inhalte möglichst schnell in den Markt zu bringen, Reaktionen zu messen und daraus zu lernen. So kann man seine Inhalte und auch deren Vermarktung Schritt für Schritt optimieren und sicher sein, dass Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden. Daher eignet sich dieser Ansatz gerade für jene Unternehmen, die am Anfang ihrer Content Marketing Aktivitäten stehen. Doch auch erfahrene Content Marketer können davon profitieren, wenn sie einige Prinzipien dieses Ansatzes in ihren Alltag übernehmen.

Autoren: Sascha Tobias von Hirschfeld und Tanja Josche, www.lean-content-marketing.com.

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