11 Wege, ein CMS-Projekt in den Sand zu setzen

Web-Traffic ist einer der wichtigsten Faktoren für das Ankurbeln des Umsatzes. Laut der Stanford University beurteilen 75 Prozent der Befragten ein Unternehmen danach, wie die Unternehmens-Website aussieht. Das ist relevant – besonders dann, wenn eine Website und das Web CMS erneuert wird.

Doch es gibt viele Wege, ein CMS-Projekt in den Sand zu setzen. Also aufgepasst. Hier sind 11, die ganz gewiss für einen Reinfall sorgen.

Fehler #1. Das größte System anschaffen, das es gibt.

Ihr Unternehmen hat das Budget dazu, daher sollte sofort das System gekauft werden, das alles kann.

Aber: das ist weder richtig noch notwendig. „Jedes System ist gut in manchen und schlecht in anderen Dingen,” sagt Adriaan Bloem, Senior Manager Online bei MBC. “Normalerweise ist es besser, zwei oder drei Systeme zu integrieren, statt zu versuchen, einen Hammer für die Aufgaben eines Schraubendrehers zu verwenden.”

Fehler #2. Einfach das bekannteste CMS auf dem Markt wählen.

Jedes Unternehmen hat andere Anforderungen. Selbst Unternehmen der gleichen Branche müssen sich unterscheiden, daher hilft es nicht, andere nur zu kopieren. Besser ist es, selber zu recherchieren, einen Proof of Concept zu machen und die für sich wichtigsten Funktionen des neuen Systems auszuprobieren.

Fehler #3. Features statt einer guten Geschäftsbeziehung kaufen.

Der IT-Bereich ändert sich permanent. Features, die heute gekauft werden, können schon morgen veraltet sein. Die Beziehung, die Sie mit Ihrem Implementierungspartner und dem Softwareanbieter haben, ist daher oft wichtiger für den Erfolg eines Projektes als die einzelnen Features eines Produktes. Suchen Sie stattdessen den richtigen Partner und das richtige CMS, bei dem Features und Funktionalität einfach und fortlaufend Ihren Anforderungen angepasst werden können.

Fehler #4. Den Softwareanbieter nicht nach Rat fragen, weil dieser nur versuchen wird, Ihnen mehr zu verkaufen.

Wenn Sie ihrem Anbieter nicht vertrauen, dann sollten Sie sein Produkt wohl lieber nicht kaufen. Wenn Sie von einem Unternehmen kaufen, dem Sie vertrauen, dann nutzen Sie die Beziehung zu Ihrem Vorteil. Ein professioneller Anbieter wird immer sicher gehen wollen, dass Ihr Projekt Erfolg hat, und Ihnen mit Bester Praxis und Rat zur Seite stehen.

Fehler #5. Bei einem bestehenden Partner bleiben, auch wenn dieser vorher noch nicht mit dem neuen CMS gearbeitet hat.

Moderne Content Management Systeme sind komplexe Systeme und oftmals geschäftskritisch. Der Implementierungspartner muss sich daher unbedingt gut mit dem neuen CMS auskennen. Wenn ein Partner das CMS nicht kennt, kann das Ihr Projekt gefährden.

Fehler #6. Lösungen für Probleme bauen, die Sie gar nicht haben.

“Versuchen, flexibel zu sein, bedeutet normalerweise, dass man nicht genau weiß, was man erreichen möchte,” sagt Bloem. “Das bedeutet oft, dass Implementierungen ungeheuer komplex werden und dadurch, paradoxerweise, sehr schwer zu handhaben und anzupassen sind. Projektkosten können in den Himmel schießen – und ohne Strategie kommt man eventuell nie da an, wo man hin möchte.”

Finden Sie ganz am Anfang heraus, wo Sie hin wollen und entscheiden Sie sich möglichst für die einfachsten Elemente, die Sie zum Ziel führen.

Fehler #7. Eine Deadline und ein Budget festlegen, bevor der Projektumfang klar ist.

“Die Phase der Inhaltsschaffung wird oft unterbewertet, ebenso wie die Zeit, um alte Inhalte im neuen System zu erfassen,” erläutert Maurizio Müller, Head of Digital Marketing Software bei Tinext. “Außerdem ist es wichtig, dass man nicht online geht, bevor alle Tests absolviert sind – inklusive Backup- und Restore-Maßnahmen.”

Fehler #8. Zu meinen, das neue System müsse wie das alte funktionieren.

Sie müssen das System finden, das Ihren Anforderungen entspricht. Neue Systeme lösen Aufgaben aber oftmals anders – und oft wesentlich einfacher – als ihr altes CMS. Versuchen Sie daher, die neuen Herangehensweisen unvoreingenommen zu betrachten. Daher ist es auch wichtig, dass Anwender im Umgang mit dem neuen System geschult werden.

Fehler #9. Entwickler alleine für das Projekt verantwortlich machen.

Natürlich benötigen Sie die Hilfe von Entwicklern, aber sie sind nicht diejenigen, die das Produkt benutzen müssen.

“Wenn Sie gute Entwickler haben, dann werden diese ein effizientes, zuverlässiges Setup bauen — häufig ist das aber für die Redaktion unbrauchbar und schafft keine Website, die bei der Umsatzankurbelung hilft,” erklärt Bloem. Es ist wichtig, dass das User Interface des neuen Systems ganz einfach von allen Beteiligten genutzt werden kann – vom Management bis zum Marketing. Dadurch können Kampagnen schnell umgesetzt werden, Teams (z.B. Marketing) haben mehr Autorität und am Ende wird Geld und Zeit gespart.

Fehler #10. Das ganze Unternehmen am Projekt beteiligen.

Demokratie ist wichtig, aber nicht beim Managen eines Website Projekts. Zwar werden viele Parteien am Projekt beteiligt sein müssen, aber es muss einen Projektleiter geben, der klare Entscheidungen trifft.

“Auch wenn wichtige Parteien am Projekt beteiligt sind,” stimmt Müller zu, “muss gleichzeitig sicher gestellt werden, dass es nicht zu viele Entscheidungsträger gibt.”

Fehler #11. Beim aktuellen System bleiben, um kein Geld für ein neues ausgeben zu müssen.

Oft zahlt man drauf. Nur weil das alte System viel Geld gekostet hat, bedeutet das nicht, dass es Sinn macht, weiterhin Geld darin zu investieren. Mit einem neuen System kann man Prozesse häufig nicht nur vereinfachen, sondern dadurch auch Geld und Zeit sparen.

 

Autor: Boris Kraft, Mitbegründer und CVO von Magnolia International Ltd.

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