Marketing mit Fotos

Fotos haben im Web viele Vorteile:

  • sie sprechen direkt an
  • sie können manche Informationen sehr gut übermitteln
  • sie helfen bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Sie können sie bereitstellen für Blogger etc., die damit Werbung für Sie machen
  • Sie können sie in Sozialen Netzwerken einstellen, um Aufmerksamkeit zu bekommen

Fotos auf der eigenen Website

Fotos sind aus dem Marketing nicht wegzudenken. Sie sprechen uns sofort emotional an, wie es einem Text nur nach einiger Zeit gelingt – und das auch nur, wenn er sehr gut ist. Im Internet, das ganz auf Schnelligkeit ausgerichtet ist, sind Fotos daher ein sehr nützliches Element. Außerdem lockern sie längere Texte auf. Und vor allem können sie manche Informationen schneller vermitteln als jeder Text. Das Aussehen eines Produktes zu beschreiben ist mühsam, und die Gefahr ist groß, dass der Text als zu allgemein, als ungenau oder als marktschreierisch empfunden wird.

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Sogar die großen Markenartikler haben gelernt, dass lächelnde Menschen im Web nur Beiwerk sein sollten. Im Vordergrund stehen die Produkte.

Bei allen Vorteilen von Fotos sollten Sie aber unbedingt vermeiden, Bilder wie in der Print-Werbung zu verwenden. Große Fotos von lächelnden Menschen gehen eher auf die Nerven, wenn sie den Zugang zu den wichtigen Informationen bzw. Funktionen erschweren. Nutzen Sie Fotos immer nur als Zusatzelemente, nie als zentrale Elemente, wie es noch immer einige alte Werbeagenturen im Web machen – selbst solche, die für große Marken arbeiten. Das Web ist noch immer vor allem ein Informationsmedium, kein Werbekanal.

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Suchmaschinenoptimierung mit Bildern

Oft verschenkt wird das Potenzial der Fotos zur Suchmaschinenoptimierung (search engine optimisation – SEO). Dabei ist der Aufwand recht gering – und was Sie dafür tun müssen, sollten Sie sowieso, machen, um ihre Site für möglichst viele Geräte und Menschen zugänglich zu machen – Stichwort Barrierefreiheit/Accessibility.

Google zeigt Bilder in den Trefferlisten nicht nur dann, wenn man ausdrücklich nach Bildern sucht, sondern oft zeigt Google auch die besten vier, fünf Bilder, wenn man nur nach Text sucht („Universal Search“).

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Statten Sie die Bilder also mit Metainformationen aus, damit die Suchmaschinen erkennen können, was auf ihnen abgebildet ist – die Bilderkennung ist noch nicht so weit, dass sie das selbsttätig könnte.

Jedes Foto, das Sie einbinden, braucht Folgendes:

  • aussagekräftigen Dateinamen wie edelstahl-toaster.jpg
  • aussagekräftigen Verzeichnisnamen wie Haushaltsgeraete
  • alt-Attribut mit Beschreibung (angezeigt, wenn Browser keine Bilder lädt)
  • title-Attribut mit Beschreibung (bei Rollover mit der Maus von einigen Browsern als so genannter Tooltip angezeigt)
  • Beschreibung des Bildes mit einer Bildunterschrift
  • Schlagworte („Keywords“) vor und nach dem Bild im Fließtext

In das alt-Attribut setzen Sie am besten nur wenige Wörter, z. B. „Edelstahl-Toaster TT1“. Der title-Text enthält am besten einen kurzen Satz. Schreiben Sie nicht einfach nur ein oder zwei Hauptworte, sondern eine Mini-Beschreibung des Bildes. Beispiel: „Der Edelstahl-Toaster TT1 von Teffmann hat einen stufenlosen Bräunungsregler.“ (Das Attribut longdesc können Sie getrost ignorieren, es ist für noch längere Beschreibungstexte gedacht, wird aber praktisch nicht verwendet.)

Wenn Seitentitel und URL auch noch dasselbe Schlagwort enthalten wie Bilddatei-Name, alt- und title-Attribut, dann wird dieses Bild bei den Suchmaschinen recht weit oben auf den Trefferlisten landen.

Haben Sie nur ein Bild auf der Seite, wird dieses höher gewertet, als wenn es auf einer Seite steht, die voller Bilder ist. Was auf dem Bild nun tatsächlich zu sehen ist, ist für die Suchmaschinen (heute noch) egal.

Binden Sie die Bilder in einer vernünftigen Größe ein – Werte zwischen 300×300 und 1200×1200 Pixeln sind ein guter Anhaltspunkt. (Natürlich in einem beliebigen Format/Seitenverhältnis.) Geben Sie JPEGs den Vorzug vor GIFs. Wie PNG bei den Suchmaschinen abschneiden, darüber scheiden sich die Geister. Wollen Sie auf der sicheren Seite sein, nutzen Sie lieber JPEG.

Andern das Marketing für Sie erleichtern

Bieten Sie auf Ihrer Website Fotos, Diagramme und andere Abbildungen explizit zum Herunterladen an. Damit erleichtern Sie allen, die über Sie berichten wollen, die Arbeit und sorgen dafür, dass die Beträge über Sie eher mit ansprechenden Bildern versehen werden.

Auf der Hand liegen z. B. folgende Bilder:

  • Produktfotos
  • Fotos Ihrer Gebäude/Räume
  • Fotos der Geschäftsführer
  • Fotos aus der Produktion
  • Fotos von Menschen, die Ihre Produkte verwenden
  • Diagramme zu Herstellungsprozess, Beratungsablauf o. Ä.
  • Diagramme von Marktsegmenten, Anwendungsgebieten etc.

Weisen Sie darauf hin, dass die Abbildungen alle frei verwendet werden dürfen, dass aber ein Link auf Ihre Site bzw. eine Quellenangabe bei Druck-Erzeugnissen angegeben werden muss. Bitten Sie außerdem noch um kurze Nachricht.

Für Blogs und andere Websites stellen Sie am besten JPEGs bereit, wollen Sie auch Print-Publikationen bedienen, sind TIFFs mit 300 dpi im CMYK-Farbraum optimal.

Wie sollen die Fotos aussehen?

Am besten zeigen Sie auf Ihrer Website Fotos, die Informationen vermitteln, wie etwa Produktfotos. Auch Fotos Ihrer Mitarbeiter fallen noch in diese Kategorie. Fotos von dem Gebäude, in dem Sie arbeiten, sind schon weniger nützlich. Fotos von Dingen oder Menschen, die nichts mit Ihnen zu tun haben, sind reine Illustration. Verwenden Sie solche illustrierenden Bilder sparsam und präsentieren Sie diese nicht zu prominent. Sonst entsteht schnell der Eindruck, Ihre Site sei mehr Werbebroschüre als ein nützliches Instrument.

Die meiste Aufmerksamkeit schenken wir immer Fotos, auf denen Gesichter zu sehen sind. Das heißt keinesfalls, dass sie ständig Menschen abbilden sollten – das muss schon zum Inhalt passen. Und reine Aufmerksamkeit allein nützt Ihnen auch nichts. Sie wollen ja nicht, dass Ihre Besucher nur Ihre Fotos ansehen.

Und denken Sie daran: Benutzer sehen nicht als Erstes auf die Bilder (wie Blickverfolgungsstudien zeigen )

Die Bilder sollten möglichst klar sein, also nicht zu viele Elemente zeigen. Achten Sie auch darauf, dass die Bilder selbst dann noch gut zu erkennen sind, wenn man sie auf einem kleinen Display ansieht, etwa auf einem Handy.

Woher die Fotos nehmen?

Achten Sie unbedingt darauf, dass die Bilder qualitativ hochwertig sind. Ein Amateur-Foto kann den professionellen Eindruck einer Website sofort zerstören.

Selbst machen oder Profi beauftragen?

Wenn Sie sicher sind, dass Sie gut fotografieren können, dann machen Sie die Bilder selbst. Wenn Ihnen aber die Begriffe Weißabgleich, Ausleuchtung, Bildaufbau oder Goldener Schnitt nichts sagen, dann beauftragen Sie besser einen Fotografen.

Dann müssen Sie vielleicht einmal einige hundert Euro zahlen, haben aber dafür Profifotos, die Sie auch für andere Zwecke mehrere Jahre lang verwenden können. Achten Sie darauf, dass Sie auch tatsächlich alle Rechte erwerben – manche Fotografen wollen bei jeder Verwendung wieder informiert – und entlohnt – werden.

Bildagenturen, Bilderdienste

Allgemeine Fotos (die Sie ja nur sparsam verwenden sollen) finden Sie in unüberschaubarer Zahl im Internet. Die Rechnung ist meist ganz einfach: Entweder, Sie investieren etwas Geld und gehen zu einer professionellen Bildagentur, oder Sie Inverstieren eine Menge Zeit und Sie suchen sich aus kostenlosen Quellen die richtigen Bilder zusammen.

Für kostenpflichtige Bilder nutze ich Getty Images (dabei darauf achten, rechtefreie Bilder auszuwählen, d. h., solche, deren Nutzung zeitlich unbeschränkt ist), iStockphoto oder Fotolia (sehr günstig, aber keine so gute Auswahl und Qualität, außerdem finden Sie deren Fotos sehr häufig auf vielen anderen Websites – womöglich sogar auf denen Ihrer Konkurrenz).

Als Quelle für kostenlose Fotos bietet sich Flickr an: www.flickr.com/creativecommons . Hier finden Sie Fotos, die unter der Creative Commons Lizenz „Namensnennung“ veröffentlicht wurden. Bei diesen müssen Sie lediglich den Namen des Fotografen angeben und auf ihn verlinken. Sie dürfen diese Bilder weiterverarbeiten und auch auf kommerziellen Seiten nutzen. Weiter Quellen für Bilder finden Sie bei den Benutzerfreunde-Lesezeichen bei Delicious .

Links

www.organicseo.org/book/optimizing-images – Gute Zusammenfassung der wichtigsten Tipps, um Bilder zur Suchmaschinenoptimierung zu nutzen (englisch)

www.gettyimages.de – Getty Images

deutsch.istockphoto.com – iStockphoto

de.fotolia.com – Fotolia

www.flickr.com/creativecommons – Die frei verwendbaren Fotos auf Flickr

www.delicious.com/benutzerfreun.de/bilder – Tipps für Bilderquellen im Web, viele davon kostenlos

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Bildquellen

  • Marketing-mit-Fotos: © Creativa - Fotolia.com
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Website-Konzepter und User Experience Consultant. Als Berater unterstützt er Unternehmen beim Planen und Erstellen von Inhalten aller Art. Er ist Autor des Buchs „Website-Konzeption“ und betreibt das Blog benutzerfreun.de.

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