Facebook kauft Gif-Datenbank Giphy – Wir erklären warum


Facebook kauft die Gif-Datenbank Giphy für 400 Millionen Dollar. Das berichtet Axios. Mit dieser Akquise holt sich Facebook eine äußerst populäre Plattform an Bord – und wirft bei Experten Bedenken in Richtung Datenschutz und Kartellrecht auf.

Gifs sind inzwischen ein integraler Bestandteil der digitalen Kommunikation. Denn ähnlich wie bei den Emojis kann man mit Ihnen Gefühle ausdrücken und die schriftliche Kommunikation visuell untermalen oder unterstützen. Kein Wunder also, dass über die Jahre diverse Plattformen entstanden sind, auf denen Gifs gehostet und kategorierst werden. Neben Giphy zählen hier Tenor und Gyfcat zu den bekanntesten. Giphy ist jedoch klarer Marktführer. Laut eigenen Angaben sei dabei sogar die zweitgrößte Suchmaschine hinter Google; jeden Tag nutzen mehr als 700 Millionen Menschen die Plattform. Über sie lassen sich inzwischen nicht nur Gifs hochladen und suchen, auch Videos sind dort zu finden. Nutzer können entweder direkt nach einem Begriff suchen oder durch Kategorien stöbern. Besonders beliebt sind die Reaction-Gifs, also diejenigen die man etwa schnell im Chat als Antwort schickt, um Wut, Belustigung oder andere Emotionen und Gesten auszudrücken. Die Gifs stammen dabei aus Fernsehsendungen, Filmen oder YouTube-Videos. Gleichzeitig ist Giphy aber auch eine beliebte Plattform für Contentschaffende, die dort Animationen oder kurze Videos einstellen können.

Giphy und Instagram rücken noch näher zusammen

Bei diesen Nutzerzahlen ist es also nicht verwunderlich, dass Facebook den Service fest integrieren will. Giphy und Facebook verbindet schon länger eine gemeinsame Geschichte, denn die beliebtesten Sticker in den Stories der Facebook-Tochter Instagram stammen von der Plattform. Auch Medien oder Prominente können dort ihre eigenen Sticker für Stories hochladen. Über Facebook und Instagram soll laut Giphy bereits jetzt die Hälfte des Traffics kommen. Mehr Kontrolle über ein so beliebtes Tools scheint aus Sicht des Unternehmens von Mark Zuckerberg also nur logisch. So wird das Giphy-Team auch in das Instagram-Team eingeordnet.

Zugriff auf Daten der Konkurrenz?

Allerdings gibt es da noch ein Aspekt, der für Facebook ein enormer Vorteil sein kann, aber Datenschutzexperten auf den Plan ruft: Ob seiner Beliebtheit nutzen auch viele andere soziale Netzwerk Giphy. So etwa Twitter oder Pinterest. Auch die Messenging-Plattform Slack gehört dazu. Facebook hat bereits angekündigt, dass die App auch weiterhin für Drittanbieter zur Verfügung stehen soll. Was aber gleichzeitig bedeutet: Theoretisch kann Facebook auf Nutzerdaten der anderen Netzwerke zugreifen, zumindest auf die Suchanfragen bei Giphy. Für Anwendungen, welche die API nutzen bleibt also die Wahl, auf einen anderen Anbieter umzusteigen oder Facebook potentiell Daten seiner Nutzer zukommen zulassen.

Zudem sehen viele Experten die Marktstellung von Facebook durch den Zukauf  als Problem. Nachdem bereits Instagram und WhatsApp aufgekauft wurden, kommt mit Giphy eine weitere große Plattform hinzu. Somit erweitert Facebook die Masse an Daten, die es erheben kann. Aktuell läut bereits eine Untersuchung durch die »Federal Trade Commission« und das US-Justizministerium, die ermitteln soll, inwiefern Facebook Konkurrenz aufkaufen oder zerschlagen wollte.

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