Google Werbung in der KI-Suche: Wie AI Mode das Suchmaschinenmarketing verändert


Google steht vor einer Herausforderung: Die KI-Suche wird immer beliebter, bringt dem Unternehmen bislang aber weniger Werbeeinnahmen als die klassische Suche. Deshalb baut Google seine Werbeangebote im AI Mode aus und entwickelt neue Anzeigenformate, die sich direkt in KI-generierte Antworten und Suchdialoge integrieren. Für Unternehmen und Marketingverantwortliche könnte das die Spielregeln im Suchmaschinenmarketing verändern. Wir zeigen Dir, welche Neuerungen Google plant, wie die Werbung in der KI-Suche funktioniert und worauf Du Dich bei Deinen Google-Ads-Kampagnen einstellen solltest.

Google Werbung unter Druck: Die KI-Suche verändert das Geschäftsmodell

Google verdient Milliarden mit Werbung in den Suchergebnissen. Doch die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz stellt das bewährte Geschäftsmodell vor neue Herausforderungen. Immer häufiger erhalten Nutzer:innen ihre Antworten direkt von der KI, anstatt sich durch mehrere Suchergebnisse zu klicken. Außerdem werden Suchanfragen komplexer und entwickeln sich zu längeren Dialogen.

Bemerkenswert ist dabei, dass Google das stärkste jährliche Wachstum der Suchanfragen seit fünf Jahren verzeichnete. Die Zahl der Suchanfragen steigt also kräftig, während die Werbeeinnahmen vergleichsweise langsamer wachsen.

Die bislang geringere Monetarisierung des AI Mode hat zu dieser Entwicklung beigetragen. Anders ausgedrückt: Eine Suchanfrage im KI-Modus bringt Google derzeit durchschnittlich weniger Werbeerlöse als eine klassische Suchanfrage.

Google arbeitet deshalb daran, die Werbung stärker in seine KI-Suche zu integrieren. Ende Oktober 2026 kündigte der Konzern an, entsprechende Anzeigen in weiteren Ländern einzuführen und neue Werbeformate zu erproben.

Google Werbung im AI Mode: Was verändert sich für Nutzer:innen?

Um die Veränderungen zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die beiden zentralen KI-Funktionen der Google-Suche.

  • AI Overviews liefern direkt auf der Suchergebnisseite eine KI-generierte Zusammenfassung. Darin werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen aufbereitet und mit weiterführenden Links ergänzt.
  • Der AI Mode beziehungsweise KI-Modus geht einen Schritt weiter. Hier können Nutzer:innen komplexe Fragen stellen, Vergleiche durchführen und durch Folgefragen eine längere Unterhaltung mit der Suchmaschine führen.

Gerade diese dialogorientierte Suche eröffnet neue Werbemöglichkeiten. Laut Google sind Suchanfragen im AI Mode durchschnittlich dreimal so lang wie in der klassischen Google-Suche.

Anstatt beispielsweise lediglich „CRM Software“ einzugeben, könnte eine Suchanfrage lauten: „Welche CRM-Software eignet sich für ein mittelständisches B2B-Unternehmen mit 50 Vertriebsmitarbeitenden, das Salesforce ablösen und seine bestehenden ERP-Daten integrieren möchte?“

Google erhält dadurch deutlich mehr Informationen über die Bedürfnisse und Anforderungen der suchenden Person. Diese zusätzlichen Kontextinformationen können genutzt werden, um passendere Anzeigen auszuwählen.

Anzeigen können innerhalb oder neben KI-generierten Antworten erscheinen, sofern Google eine relevante kommerzielle Suchabsicht erkennt. Bezahlte Platzierungen werden dabei als gesponsert gekennzeichnet.

Neue Werbeformate: So will Google mit der KI-Suche Geld verdienen

Mit der zunehmenden Integration von Werbung in den AI Mode entwickelt Google auch neue Anzeigenformate. Einige werden bereits in ausgewählten Märkten eingesetzt, andere befinden sich noch in der Testphase.

Multiturn Ads: Werbung, die auf Folgefragen reagiert

Eine besonders interessante Neuerung sind die sogenannten Multiturn Ads. Google hat am 28. Oktober 2026 angekündigt, diese in den USA einzuführen. Das Prinzip: Werbeanzeigen können sich im Verlauf einer Unterhaltung anpassen. Stellt eine Person zunächst eine allgemeine Frage, können passende Angebote erscheinen. Werden anschließend konkretere Anforderungen genannt, berücksichtigt Google diese zusätzlichen Informationen bei der weiteren Anzeigenauswahl.

Ein Beispiel aus dem B2B-Bereich: Eine Marketingverantwortliche sucht zunächst nach Möglichkeiten zur Marketingautomatisierung. Anschließend fragt sie nach Lösungen für die Integration in Microsoft Dynamics und schließlich nach Anbietern mit besonderen Funktionen für das Lead Scoring.

In einem solchen Suchdialog könnten unterschiedliche Anzeigen erscheinen, die jeweils zum aktuellen Informationsbedarf passen. Für Werbetreibende entsteht damit die Möglichkeit, potenzielle Kund:innen über mehrere Phasen ihrer Entscheidungsfindung hinweg anzusprechen.

Conversational Discovery Ads: Anzeigen mit KI-generierten Erklärungen

Bereits im Mai 2026 stellte Google auf seiner Google Marketing Live weitere Anzeigenformate vor. Die sogenannten Conversational Discovery Ads sollen besonders bei komplexeren Suchanfragen helfen. Dabei nutzt Google Gemini, um Informationen über ein beworbenes Produkt oder eine Dienstleistung aufzubereiten und die Relevanz für die konkrete Anfrage zu erklären.

Die KI-generierte Erläuterung ergänzt die Werbemittel des Unternehmens. Damit erhält die suchende Person zusätzliche Informationen, warum ein bestimmtes Angebot zu ihren Anforderungen passen könnte.

Das ist gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten interessant. Bei einer komplexen Softwarelösung kann eine solche Erklärung beispielsweise die passenden Funktionen oder Einsatzmöglichkeiten hervorheben.

Allerdings befindet sich das Format noch in der Probephase. Seine tatsächliche Werbewirkung muss sich erst zeigen.

Highlighted Answers: Gesponserte Angebote in Empfehlungen

Mit den ebenfalls vorgestellten Highlighted Answers testet Google einen weiteren Ansatz. Erstellt der AI Mode beispielsweise eine Liste geeigneter Produkte oder Dienstleistungen, können darin relevante gesponserte Angebote hervorgehoben werden.

Für Unternehmen könnte dies besonders bei Suchanfragen interessant werden, in denen Nutzer:innen verschiedene Lösungen vergleichen und ihre Auswahl eingrenzen.

Dabei ist die klare Kennzeichnung der Anzeigen entscheidend. Nutzer:innen müssen erkennen können, welche Empfehlungen auf organischer Relevanz beruhen und welche Platzierungen bezahlt wurden.

KI-Shopping-Anzeigen und digitale Verkaufsassistenten

Darüber hinaus entwickelt Google KI-gestützte Shopping-Anzeigen, bei denen Gemini passende Produkte auswählt und deren Eigenschaften erläutert. Mit dem sogenannten „Business Agent for Leads“ hat Google außerdem einen KI-basierten Verkaufsassistenten vorgestellt, der direkt in Anzeigen eingebunden werden soll. Interessierte können darüber Fragen zu einem Unternehmen und seinem Angebot stellen. Die Antworten basieren auf Informationen der Unternehmenswebsite.

Damit könnte sich auch die klassische Leadgenerierung verändern. Statt unmittelbar ein Kontaktformular auszufüllen, erhalten Nutzer:innen zunächst Antworten auf ihre Fragen und können anschließend Kontakt zum Anbieter aufnehmen.

Google erweitert Werbung im AI Mode auf weitere Länder

Die internationale Einführung der KI-Werbung schreitet ebenfalls voran. Am 28. Oktober 2026 kündigte Google an, Anzeigen im AI Mode auf zehn zusätzliche Märkte auszuweiten. Dazu zählen Australien, Kanada, Indien, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, die Philippinen und Singapur. Für das vierte Quartal 2026 stellte Google weitere Märkte in Aussicht, darunter Brasilien, Mexiko und Großbritannien.

Deutschland gehört bislang nicht zu den offiziell angekündigten Märkten für Anzeigen innerhalb des AI Mode. Das bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen hierzulande keine Google Ads im Umfeld von KI-generierten Suchergebnissen schalten können. Anzeigen oberhalb oder unterhalb von AI Overviews sind bereits Teil der allgemeinen Suchanzeigen. Für Anzeigen direkt innerhalb der KI-Antworten gelten gesonderte Verfügbarkeiten.

Für Unternehmen mit internationalem Geschäft lohnt es sich deshalb, die Entwicklungen in den einzelnen Zielmärkten genau zu beobachten.

Was bedeutet die KI-Suche für bestehende Google-Ads-Kampagnen?

Eine wichtige Nachricht für Werbetreibende: Für Anzeigen innerhalb von AI Overviews und AI Mode ist grundsätzlich keine zusätzliche Kampagnenart erforderlich. Laut der Google-Ads-Hilfe können bestehende Such-, Shopping– und Performance-Max-Kampagnen für entsprechende Anzeigenplatzierungen infrage kommen, sofern diese im jeweiligen Markt verfügbar sind.

Die Anzeigenauswahl verändert sich jedoch. Google berücksichtigt bei bestimmten KI-Platzierungen neben der ursprünglichen Suchanfrage auch den Kontext der KI-generierten Antwort.

Dadurch gewinnen automatisierte Targeting-Verfahren an Bedeutung. Google empfiehlt unter anderem AI Max für Suchkampagnen, weitgehend passende Keywords und Performance Max, um auch komplexere und dialogorientierte Suchanfragen abzudecken. Das bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen ihre bisherigen Kampagnen vollständig umstellen sollten. Besonders bei begrenzten Budgets und klar definierten B2B-Zielgruppen bleibt eine sorgfältige Steuerung wichtig.

Google Werbung und SEO: Warum Unternehmen beide Bereiche zusammendenken sollten

Mit der KI-Suche verändert sich ebenfalls das Zusammenspiel zwischen bezahlter und organischer Sichtbarkeit. Bei klassischen Suchergebnissen lassen sich Anzeigen und organische Treffer vergleichsweise leicht unterscheiden. KI-generierte Antworten schaffen eine neue Umgebung, in der Quellenempfehlungen, Produktinformationen und gesponserte Angebote eng beieinander erscheinen können. Für Unternehmen gewinnt dadurch die Frage an Bedeutung, wie ihre Inhalte von KI-Systemen verstanden und eingeordnet werden.

Hier entstehen Berührungspunkte zur Generative Engine Optimization (GEO). Während klassische Suchmaschinenoptimierung darauf abzielt, gute Rankings in Suchergebnissen zu erreichen, beschäftigt sich GEO mit der Sichtbarkeit von Informationen und Marken innerhalb generativer KI-Antworten.

Whitepaper: Generative Engine Optimization (GEO) – So wirst Du in der KI-Suche sichtbar

Die KI-Suche verändert, wie potenzielle Kund:innen Informationen finden und Anbieter auswählen. Doch wie schaffst Du es, dass Deine Marke in den Antworten von ChatGPT, Google AI Mode und Co. auftaucht? Unser kostenloses Whitepaper zur Generative Engine Optimization (GEO) zeigt Dir, worauf es bei der Optimierung für KI-Suchsysteme ankommt und mit welchen Maßnahmen Du Deine Sichtbarkeit verbessern kannst.

Hochwertige, klar strukturierte Website-Inhalte können dabei gleich mehrfach helfen. Sie liefern Suchmaschinen relevante Informationen, unterstützen die organische Auffindbarkeit und können Google zusätzlichen Kontext für KI-generierte Anzeigenerklärungen bieten.

Wichtig ist jedoch eine klare Unterscheidung: Laut Google beeinflusst der Kauf von Werbeanzeigen die organischen KI-Antworten nicht. Auch eine organische Quellenempfehlung verschafft einem Unternehmen keinen direkten Vorteil bei der Anzeigenauktion.

Für Marketingverantwortliche empfiehlt sich daher eine abgestimmte Strategie, bei der SEO, GEO und SEA jeweils eigene Aufgaben erfüllen.

Fünf Tipps: So bereitest Du Deine Google Werbung auf die KI-Suche vor

Auch wenn viele der neuen Werbeformate noch erprobt werden, können Unternehmen bereits heute wichtige Voraussetzungen schaffen.

1. Überprüfe Deine Keyword-Strategie. Analysiere, welche konkreten Fragen Deine Zielgruppe während der Kaufentscheidung stellt. Gerade bei erklärungsbedürftigen B2B-Angeboten sind ausführliche Problemstellungen und Anwendungsfälle interessant.

2. Optimiere Deine Landingpages. Beschreibe Deine Produkte und Dienstleistungen verständlich und detailliert. Funktionen, Integrationen, Einsatzmöglichkeiten und konkrete Vorteile sollten klar erkennbar sein. Diese Informationen helfen Google dabei, Deine Angebote thematisch einzuordnen.

3. Teste automatisierte Kampagnenfunktionen kontrolliert. Prüfe, ob AI Max, weitgehend passende Keywords oder Performance Max für Deine Ziele sinnvoll sind. Definiere dabei klare Conversion-Ziele und kontrolliere regelmäßig die Qualität des eingehenden Traffics.

4. Verbessere Dein Conversion-Tracking. Die Zahl der Klicks allein sagt wenig über den wirtschaftlichen Erfolg einer B2B-Kampagne aus. Verbinde nach Möglichkeit Google Ads mit Deinem CRM, um qualifizierte Leads und tatsächliche Abschlüsse besser bewerten zu können.

5. Beobachte die internationale Einführung. Wenn Dein Unternehmen in mehreren Ländern aktiv ist, solltest Du prüfen, wo die neuen Anzeigenformate verfügbar werden. Nutze die Erfahrungen aus diesen Märkten, um zukünftige Kampagnenentscheidungen vorzubereiten.

Fazit: Google Werbung wird dialogorientierter

Die KI-Suche verändert die Voraussetzungen für das Suchmaschinenmarketing. Mit längeren Suchanfragen, kontextbezogenen Anzeigen und interaktiven Werbeformaten entstehen neue Möglichkeiten, potenzielle Kund:innen während ihrer Informations- und Entscheidungsprozesse zu erreichen.

Für Google steht dabei viel auf dem Spiel. Der Konzern muss zeigen, dass sich seine wachsende KI-Suche wirtschaftlich erfolgreich betreiben lässt. Für Werbetreibende stellt sich dagegen die Frage, ob die neuen Formate tatsächlich qualifiziertere Kontakte und bessere Ergebnisse liefern.

Noch fehlen umfangreiche unabhängige Daten zur Werbewirkung und ausreichend differenzierte Auswertungsmöglichkeiten. Die weitere Entwicklung bleibt deshalb spannend.

Für Unternehmen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, ihre Google-Ads-Strategie zu überprüfen, die Qualität ihrer Website-Inhalte zu verbessern und ihre Erfolgsmessung weiterzuentwickeln. Denn je stärker sich die Suche zu einem Dialog entwickelt, desto wichtiger wird es, die konkreten Fragen und Bedürfnisse der eigenen Zielgruppe zu verstehen.

Bildquellen

  • Google Werbung: Generiert von KI
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