PayPal-Gebührenbeben: Alternativen für Händler

Payment-Provider PayPal ändert zum 31. August 2018 seine Richtlinien. Nicht allen Shopbetreibern wird das schmecken. Denn PayPal dreht gewaltig an der Preisschraube und erhöht die Transaktionsgebühren für Onlinehändler. Und diese dürfen ihrerseits ihren Kunden den PayPal-Service seit Anfang des Jahres nicht mehr in Rechnung stellen. Contentmanager.de hat mit Experten aus der Payment-Welt gesprochen und sie gefragt, wie Händler nun reagieren können.

Payment-Riese PayPal wir zum Ende des Monats die Transaktionsgebühren für Händler »anpassen«. Üblich waren bzw. sind (noch) 1,9 Prozent pro Transaktion. Ab dem 31. August 2018 liegt die Umsatzbeteiligung – abhängig vom Zahlungsvolumen – dann zwischen 1,49 Prozent für Transaktionen über 100.000 Euro und dem Spitzensatz von 2,49 Prozent für Transaktionsvolumina unterhalb der 2.000-Euro-Marke. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen wird das neue Gebührenmodell schmerzen. Denn gleichzeitig dürfen Händler und Shopbetreiber ihren Kunden kein Entgelt mehr für das Angebot und die Nutzung des PayPal-Services berechnen.

Alternativen zu PayPal im Checkout

Nun können Onlinehändler die PayPal-Entscheidung akzeptieren oder sich kurz schütteln und mit Alternativen glänzen. Denn die Bezahlvarianten Rechnungskauf, Lastschrift und Ratenkauf gehören immer noch zu den beliebtesten in Deutschland. Und schließlich sind Onlineshopper in vielen Fällen »Laufkundschaft«; wird die von ihnen bevorzugte Bezahloption nicht angeboten, schaut man sich eben anderswo um. Den Kunden zum Finale am Checkout zu verlieren ist äußerst ärgerlich. Aufwand (Shop-Optimierung & Traffic-Kosten) und Ertrag (Kaufabschluss) stehen dann in keinem rentablen Verhältnis mehr zueinander.

Quelle: TeamBank AG

Daher sollten Onlinehändler auf einen breit gefächerten Payment-Mix bauen und ihren Kunden viele verschiedene Zahlungsarten anbieten. Beispielsweise eine Ratenkaufoption. Hannes Rogall, Leiter Produkt und Vertrieb ratenkauf by easyCredit, empfiehlt Onlinehändlern: »Sicherlich steht PayPal zurecht da wo sie stehen. Aber Onlinehändler sollten in ihrem Checkout-Prozess grundsätzlich einen breitgefächerten Payment-Mix anbieten. Denn auch alternative Bezahloptionen sind bei Kunden äußerst beliebt. Laut der Studie Einkaufswelten 2017 der TeamBank AG können sich fast zwei Drittel der Deutschen einen Ratenkauf prinzipiell vorstellen. Und 11 Prozent ärgern sich sogar explizit, wenn ihnen keine Ratenkauf-Option angeboten wird. Als zusätzliche Option steigert der Ratenkauf nachweislich die Anzahl der Neukunden und optimiert messbar die Conversion Rate. Übrigens: Aufgrund der lukrativeren Warenkörbe sind Ratenkäufer auch die besseren Umsatztreiber.«  

Quelle: Universum Group

Eine weitere Payment-Option, die Händler nicht vernachlässigen sollten, ist ein Klassiker: Der Rechnungskauf.  Ralf Linden, Managing Director of Sales & Marketing von UNIVERSUM Group, erklärt, wie beliebt er bei den Onlineshoppern ist: »Der Kauf auf Rechnung ist noch immer die beliebteste Zahlungsart im gesamten DACH-Raum. Rund 50 Prozent aller Onlineshopper in Deutschland nutzen sie, wenn sie angeboten wird. Zudem stellen Rechnungskäufer statistisch einen größeren Warenkorb zusammen. Beeindruckende Auswirkungen hat der Rechnungskauf beim leidigen Thema Kaufabbrüche: Um bis zu 79 Prozent können diese nach Integration reduziert werden. Meiner Meinung nach ist der Rechnungskauf für Online-Händler zum absoluten No-Brainer geworden.«

 

Quelle: Heidelpay

Auch Mirko Hüllemann, Gründer und Geschäftsführer der heidelpay GmbH, beschwört die Wichtigkeit eines ausgewogenen Payment-Mix: »Von den E-Wallets am Markt ist PayPal natürlich das Bekannteste. Allerdings sollten Online-Händler sich deswegen nicht davon abhängig machen und dies als einzige Zahlungsart anbieten. Jeder Kunde trifft individuell eine Entscheidung beim Kauf – so auch bei der Wahl derbevorzugten Zahlungsart. Und dabei können neben der traditionell häufig genutzten Rechnung auch weniger populäre Optionen als Hygienefaktor eine Rolle spielen. Als PSP haben wir einen guten Einblick darin, dass es schlichtweg auf einen ausgewogenen Mix von Zahlungsarten ankommt.«

 

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