Social Media Studie: Welche Plattformen versprechen Erfolg?


Social Media fühlt sich Anfang 2026 für viele Marketer:innen etwas widersprüchlich an. Auf der einen Seite versprechen neue KI-Features effizientere Content-Produktion und bessere Aussteuerung. Auf der anderen Seite sinkt auf mehreren Plattformen die organische Reichweite spürbar. In dieser Situation liefert die aktuelle Social Media Studie 2026 von Metricool wertvolle Orientierung. Wir blicken auf die wichtigsten Ergebnisse der Studie und ordnen sie für Dich und Deine Social Media Strategie ein. 

Die Analyse von metricool basiert auf über einer Million Accounts und fast 40 Millionen Beiträgen weltweit. Ein Datensatz, der groß genug ist, um belastbare Muster zu erkennen. Doch Zahlen allein helfen Dir im Alltag wenig, wenn Du sie nicht einordnen kannst. Deshalb schauen wir uns nicht nur die Ergebnisse der Studie an, sondern ordnen sie für Deine Plattformstrategie ein. Ziel ist es, besser zu verstehen, warum sich Reichweiten verschieben und was das konkret für Deine Content-Strategie bedeutet.

Die Ergebnisse der Social Media Studie

TikTok bleibt Discovery-Kanal Nummer eins

TikTok ist auch 2026 der unangefochtene Reichweiten-Champion. Mit durchschnittlich rund 28.000 Views pro Video und fast 1.000 Interaktionen liegt die Plattform weiterhin deutlich vor der Konkurrenz. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch: Die Kennzahlen gehen zurück. Reichweite und Interaktionen sind um 19 respektive 32 Prozent gesunken.

Das klingt zunächst nach einem dramatischen Abwärtstrend, ist aber auch ein Zeichen für die Reife der Plattform. Denn TikTok ist kein Experimentierfeld mehr, sondern heute vielmehr ein überfüllter Marktplatz für Aufmerksamkeit. Der Algorithmus setzt noch stärker auf Watchtime, schnelle Einstiege und klare Relevanzsignale. Spannend ist deshalb ein anderes Ergebnis der Studie: 17 Prozent der Accounts sind 2025 in eine höhere Follower-Klasse aufgestiegen. Wachstum ist also weiterhin möglich. Wichtig ist es dafür aber, Inhalte zu posten, die bereits in den ersten Sekunden überzeugen und eine klare Idee transportieren.

Instagram verliert Reichweite, doch gewinnt an Tiefe

Instagram scheint auf den ersten Blick einer der großen Verlierer der Studie zu sein. Posts und Reels verlieren mit 31, beziehungsweise 35 Prozent massiv an Reichweite, der Feed wird selektiver und verzeiht wenig. Hintergrund ist die strategische Neuausrichtung von Meta: Instagram will weniger beliebig sein und stärker kuratieren.

Interessant ist dabei, welches Format profitiert: Karussells. Sie erzielen laut Studie rund dreimal so viele Interaktionen wie Einzelbilder. Das passt zur Logik der Plattform. Karussells verlängern die Verweildauer, erzählen eine Geschichte in Etappen und laden zur Interaktion ein. Instagram belohnt also nicht mehr die bloße Frequenz, sondern inhaltliche Dramaturgie.

Für Deine Praxis bedeutet das: Vielleicht etwas weniger posten, dafür aber strukturierter. Karussells eignen sich hervorragend für Erklärformate, Mini-Guides oder klare Thesenfolgen. Wer versucht, Instagram wie TikTok zu bespielen, verschenkt wichtiges Potenzial.

Facebook erlebt überraschendes Video-Revival

Facebook galt lange als „totgesagt“, vor allem im organischen Bereich. Aber stimmt das wirklich? Die Metricool-Daten zeichnen ein anderes Bild. Videos sorgen 2026 für ein echtes Comeback der Plattform: Reichweite und Interaktionen steigen jeweils um mehr als 50 Prozent.

Der Grund liegt in der Positionierung der Plattform. Facebook setzt verstärkt auf Video im Feed und spielt diese Inhalte auch jenseits der eigenen Follower:innen aus. Gleichzeitig ist der Wettbewerb geringer als auf TikTok oder Instagram. Wer hier relevant produziert, hat aktuell gute Chancen auf unbezahlte Sichtbarkeit.

Gerade für erklärende, ruhigere Videoformate oder Inhalte mit Community-Bezug ist Facebook wieder interessant. Wichtig ist allerdings, die Inhalte plattformspezifisch zu denken. Hochkant, Untertitel und ein klarer Einstieg sind Pflicht.

LinkedIn wird selektiver und belohnt klare Formate

LinkedIn wächst weiter, doch die Studie zeigt auch: Die Plattform ist gesättigt. Impressions und Interaktionen gehen um 23 beziehungsweise 14 Prozent zurück, obwohl mehr Menschen posten. Das führt zu einem härteren Wettbewerb im Feed.

Auffällig ist, welche Formate durchbrechen. Karussells und Umfragen stechen klar hervor, während reine Textposts es zunehmend schwer haben. LinkedIn entwickelt sich damit weg vom schnellen Meinungs-Statement hin zu strukturierterem Content.

Für Dich heißt das: Wer auf LinkedIn sichtbar bleiben will, muss seine Inhalte besser aufbereiten. Slides mit klarer Argumentation, visuelle Zusammenfassungen oder interaktive Umfragen passen zur Logik des Feeds. Beliebigkeit wird hier besonders schnell abgestraft.

YouTube bleibt der Fels in der Brandung

YouTube bestätigt 2026 seine Sonderrolle. Die durchschnittlichen Views pro Video steigen deutlich um 76 Prozent und auch die Interaktionen entwickeln sich positiv. YouTube profitiert davon, dass Inhalte hier langfristig auffindbar bleiben und nicht nach Stunden im Feed verschwinden.

Der Hintergrund ist klar: YouTube ist weniger Social Network und stärker Such- und Empfehlungsplattform. Wer kontinuierlich veröffentlicht und auf inhaltliche Tiefe setzt, baut nachhaltig Reichweite auf. Gerade im B2B-Kontext ist das ein großer Vorteil. Die Studie zeigt damit auch: Nicht jede Plattform muss kurzfristig performen. YouTube eignet sich hervorragend als Content-Basis, die Du über andere Kanäle verlängern kannst.

X und Bluesky: Diskussion statt Distribution

X zeigt 2026 ein ambivalentes Bild. Interaktionen steigen, aber Link-Klicks brechen ein. Die Plattform entwickelt sich weiter zur Diskurs- und Reaktionsfläche. Videos performen besser als Links, Traffic-Aufbau ist aber kaum noch realistisch.

Anders positioniert sich die recht neue Alternative zu Twitter/X Bluesky. Trotz kleinerer Reichweiten sind die Interaktionsraten hoch, vor allem bei kleinen Accounts. Bluesky lebt von echten Gesprächen und Nischen-Communities. Weniger von Reichweite, mehr von Austausch. Beide Plattformen eignen sich damit eher für Meinungsbildung, Community-Arbeit und Positionierung als für klassische Kampagnenziele.

Was Du aus der Metricool Social Media Studie 2026 mitnehmen solltest

Die zentrale Erkenntnis der Studie ist weniger eine einzelne Plattform, sondern ein Muster: Organische Sichtbarkeit entsteht dort, wo Inhalte Menschen erreichen, nicht nur Algorithmen. KI kann Prozesse unterstützen, ersetzt aber keine klare Idee. Plattformen belohnen Formate, die Verweildauer schaffen, Interaktion auslösen und Erwartungen erfüllen.

Für Deine Social-Media-Strategie 2026 lohnt es sich deshalb, jede Plattform wieder stärker als eigenes Ökosystem zu betrachten. TikTok ist Discovery, Instagram Storytelling, Facebook Video-Reichweite, LinkedIn Struktur, YouTube Tiefe und X wie Bluesky Dialog. Wer diese Unterschiede ernst nimmt, wird auch unter schwieriger werdenden Bedingungen sichtbar bleiben.

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