Neues soziales Netzwerk: Community will Promis und Fans vernetzen – per Telefonnummer


Community

Die Plattform Community will Prominente und ihre Fans direkt miteinander vernetzen. Nicht per Messenger oder Stories, sondern mit der guten alten Telefonnummer. Fans können über die App Textnachrichten direkt an die Prominenten schicken. Bisher sind 500 Persönlichkeiten an Bord, darunter Namen wie Ashton Kutcher, Gary Vaynerchuk und Paul McCartney.

Immer weniger organische Reichweite, vollgestopfte Feeds, in denen man um die Aufmerksamkeit der Nutzer buhlt. Die etablierten sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook, Snapchat oder Instagram stellen Marken und Personen des öffentlichen Lebens zusehends vor Herausforderungen. Die Algorithmen bestimmen zusehends, ob ihre Fans die eigenen Inhalte auch zu Gesicht bekommen. Hier setzt „Community“ an. Der Dienst ermöglicht es, SMS direkt an Prominente zu schicken – und diese können auch welche zurückschicken. Es ist weniger der Broadcasting-Gedanke der bekannten Netzwerke nach dem Motto: Hier ist Content, schaut ihn euch an. Stattdessen soll es so funktionieren wie Chat-Unterhaltungen mit Freunden.

So funktioniert „Community“

„Community“ ist dabei nicht wirklich eine eigene App oder Plattform, sondern findet in der herkömmlichen SMS-Funktion des Smartphones statt. Die teilnehmenden Prominenten bekommen eine eigene Telefonnummer für den Service. Diese teilen sie über ihre Plattformen wie Twitter oder Instagram ihren Followern mit. Dieser Nummer kann man dann eine SMS schicken und bekommt ihm Gegenzug einen Link. Einmal dort angemeldet, ist man in der Verteilerliste und der Prominente wird in den Kontakten gelistet. Danach können beide Parteien nach gewohnten Muster miteinander texten oder Bilder und Videos austauschen.

Der grundlegende Gedanke hinter„Community“ ist dabei, sich vom unpersönlichen Massenaussand von Inhalten zu verabschieden. Gründer  Matthew Peltier  sagte gegenüber Fast Company, dass er es für sinnvoller betrachtete, auf basienderen Nutzerverhalten aufzubauen, statt eine neue Form der Kommunikation zu erfinden. Diese Erkenntnis gewann er durch die Arbeit mit dem „Community“-Vorgänger Shimmur, in den die Nutzer sich Gruppen für Musiker oder Influencer anschließen konnten und Inhalte, ähnlich wie bei Reddit, hoch- und runterwählen konnten. Durch den Kontakt zu Guy Oseary, Musikmanager und Investor, wurde jedoch die Idee zu „Community“ geboren. Oseary suchte nach einer Plattform, mit der Musiker Kontakt zu ihren Fans aufbauen, aber auch mehr über sie erfahren können. Shimmur konnte dies und so begann die Zusammenarbeit der Beiden, aus der„Community“ entstand. Ein weiterer Investor ist auch Ashton Kutcher, der inzwischen zu einem der einflussreichsten Geldgebern der amerikanischen Tech-Szene gehört.

Die Dezentralisierung des sozialen Netzwerks

Wie stehen die Erfolgsaussichten von „Community“? Bislang sind den USA 500 Promis angemeldet. Darunter durchaus schon einige illustre, reichweitenstarke Namen wie die Moderatorin Ellen DeGeneres, Marc Cuban oder Serien-Star Kerry Washington. Sie alle bringen natürlich schon eine gewisse Reichweite mit sich. Wenn man also auf anderen Netzwerken bereits eine breite Follower-Schaft aufgebaut hat, ist „Community“ sicherlich ein interessanter Kanal, um persönliche Interaktion zu generieren. Aber man benötigt schon vorher eine gewisse Bekanntheit, denn um eine Audience aufzubauen ist „Community“ eher ungeeignet. So spült doch kein Algorithmus dem Nutzer Vorschläge in einen News-Feed, neuen Personen zu folgen.

Außerdem opfert man für die persönliche Kommunikation natürlich auch ein Stück weit Data-Insights. Der Nutzer füllt zwar einen Fragebogen aus, wenn er sich anmeldet – bleibt natürlich fraglich, wie wahrheitsgetreu man hier bleibt. Immerhin möchte man sich hier nicht selbst präsentieren wie bei Facebook oder Twitter. Ob „Community“ in Deutschland startet, ist aktuell noch nicht bekannt. Aber hierzulande könnte das ganze auch etwas stocken; sind Messenger wie WhatsApp doch inzwischen sehr beliebt und haben in vielen Bevölkerungsgruppen die SMS abgelöst. Hier wäre also das Argument, dass man hier genauso mit den Stars wie mit seinen Freunden schreibt, hinfällig.

Zusammengefasst: Für etablierte Persönlichkeiten könnte „Community“ ein interessanter Kanal sein, um Beziehungen zu pflegen. Um Reichweite aufzubauen scheinen die Möglichkeit vorerst eingeschränkt.

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