Video Trends 2026: So verändert sich die Videonutzung in Deutschland


Video Trends 2026

Während soziale Netzwerke und Videoplattformen den Bewegtbildkonsum zunehmend prägen, sorgt künstliche Intelligenz für wachsende Verunsicherung. Die aktuelle Studie „Video Trends 2026“ der Medienanstalten zeigt: KI-generierte Videos sind weit verbreitet, werden häufig für echt gehalten und beeinflussen das Vertrauen in Bewegtbild insgesamt. Wir stellen die wichtigsten Studienergebnisse vor.

Die Video Trends 2026 untersuchen, wie Menschen in Deutschland Bewegtbildinhalte konsumieren, welche Plattformen besonders relevant sind und wie sich neue Technologien auf die Mediennutzung auswirken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf KI-generierten Videos und der Bedeutung von Creator-Inhalten für die gesellschaftliche Meinungsbildung. Für die Untersuchung wurden zwischen dem 22. Mai und dem 10. Juni 2026 insgesamt 3.174 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren mit Internetzugang in Deutschland befragt. Ergänzend fanden qualitative Gruppendiskussionen mit 44 Teilnehmer:innen statt.

Videonutzung 2026: 93 Prozent schauen täglich Videos

Bewegtbild ist aus dem Alltag kaum wegzudenken. Laut den Video Trends 2026 schauen 93 Prozent der Befragten täglich Videos oder Fernsehsendungen. Das entspricht auf die allgemeine Bevölkerung ab 14 Jahren projiziert rund 66 Millionen Menschen. Besonders häufig werden soziale Netzwerke genutzt: 61 Prozent schauen dort täglich Bewegtbildinhalte. Das lineare Fernsehen erreicht 56 Prozent, während Videoplattformen wie YouTube und TikTok auf 48 Prozent kommen. Streamingangebote mit Abonnement, darunter Netflix oder Amazon Prime Video, werden von 30 Prozent täglich genutzt. Mediatheken erreichen 21 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine weitgehend stabile Videonutzung. Allerdings verzeichnen soziale Netzwerke einen Rückgang um fünf Prozentpunkte, während Mediatheken um zwei Prozentpunkte zulegen.

Instagram führt die beliebtesten Videoangebote an

Ein Blick auf die einzelnen Plattformen zeigt, wie vielfältig der Videokonsum inzwischen ist. Instagram erreicht mit 43 Prozent die höchste tägliche Nutzung. Knapp dahinter folgen das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit 42 Prozent und YouTube mit 38 Prozent. Facebook kommt auf 37 Prozent, das private Fernsehen auf 36 Prozent. Netflix und TikTok erreichen jeweils 22 Prozent.

Interessant ist insbesondere die Entwicklung von Facebook: Unter den zehn meistgenutzten Angeboten ist es laut Studie das einzige, das gegenüber dem Vorjahr an Relevanz verliert. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hält seine Position dagegen weitgehend stabil.

Auch bei den Geräten gibt es klare Präferenzen. 51 Prozent nutzen täglich einen internetfähigen Fernseher, während 47 Prozent Videos auf dem Smartphone schauen. Damit bleiben der große Bildschirm und das mobile Endgerät die wichtigsten Zugänge zu Bewegtbild.

Junge und ältere Menschen konsumieren Videos unterschiedlich

Die Video Trends 2026 zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den 14- bis 29-Jährigen dominieren Instagram, YouTube und TikTok. Ältere Menschen greifen dagegen häufiger auf lineares Fernsehen zurück.

Besonders deutlich wird dieser Unterschied beim Smartphone: 75 Prozent der unter 30-Jährigen nutzen es täglich für Videos. Bei den über 70-Jährigen sind es lediglich 26 Prozent.

Umgekehrt gewinnt der internetfähige Fernseher mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie stark die Wahl der Plattform und des Endgeräts von der jeweiligen Generation abhängt.

KI-generierte Videos sind längst im Alltag angekommen

Ein Schwerpunkt der aktuellen Studie beschäftigt sich mit künstlich generierten oder veränderten Videoinhalten. Das Ergebnis: 79 Prozent der Befragten sind bereits KI-Videos begegnet. 43 Prozent berichten sogar, solche Inhalte häufig oder sehr häufig wahrzunehmen.

Video Trends 2026

Besonders häufig werden KI-Videos auf sozialen Plattformen wahrgenommen. Unter den jeweiligen Plattformnutzenden berichten 59 Prozent auf TikTok und 51 Prozent auf Instagram von häufigen Begegnungen mit KI-Inhalten. Bei YouTube sind es 29 Prozent. In klassischen Fernsehumgebungen und Mediatheken fallen die entsprechenden Werte deutlich geringer aus.

KI-Videos werden häufig für echt gehalten

Besonders aufschlussreich sind die Ergebnisse zur Erkennung künstlich erzeugter Videos.

68 Prozent der Befragten, die bereits Kontakt mit KI-Videos hatten, haben mindestens einmal einen solchen Inhalt für echt gehalten. Gleichzeitig schätzt eine knappe Mehrheit dieser Gruppe die Erkennung von KI-Videos als relativ einfach ein.

Zwischen tatsächlichen Täuschungserfahrungen und der eigenen Einschätzung besteht damit eine auffällige Diskrepanz.

Viele Menschen orientieren sich bei der Erkennung an sichtbaren Auffälligkeiten, etwa ungewöhnlichen Bewegungen oder Fehlern bei Gesichtern und Händen. Mit der zunehmenden Qualität generativer KI könnten solche Hinweise allerdings immer seltener werden.

Die Studienergebnisse verdeutlichen damit eine zentrale Herausforderung: Je realistischer KI-generierte Videos erscheinen, desto schwieriger wird ihre zuverlässige Einordnung.

Vertrauen in Videos nimmt deutlich ab

Die Auswirkungen reichen über einzelne Täuschungen hinaus. KI-generierte Inhalte verändern offenbar die grundsätzliche Wahrnehmung von Bewegtbild.

  • 81 Prozent der Befragten geben an, häufiger an der Echtheit von Videos zu zweifeln. Ebenso viele finden, dass KI-Inhalte mittlerweile kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind.
  • 77 Prozent sorgen sich davor, durch Videos gezielt getäuscht zu werden.
  • Weitere 76 Prozent prüfen Videoinhalte nach eigenen Angaben inzwischen kritischer.
  • Besonders bemerkenswert: 72 Prozent vertrauen Videos generell weniger als früher.

Dabei reagieren ältere Menschen teilweise skeptischer als jüngere. Obwohl unter 30-Jährige KI-Videos häufiger wahrnehmen, berichten Menschen ab 50 Jahren von einer stärkeren Verunsicherung.

Akzeptanz von KI-Videos hängt vom Einsatz ab

Die Studie zeigt allerdings auch, dass künstliche Intelligenz in Videos keineswegs grundsätzlich abgelehnt wird. Wichtig für die Akzeptanz ist, wofür die Technologie eingesetzt wird. Technische Verbesserungen von Bild und Ton akzeptieren 73 Prozent der Befragten. Kreative Effekte und Gestaltungsmöglichkeiten finden bei 63 Prozent Zustimmung. Anders sieht es aus, wenn KI Menschen oder Stimmen ersetzt. Künstliche Sprecher:innen und Avatare werden von 35 Prozent akzeptiert, veränderte Stimmen nur noch von 25 Prozent. Vollständig KI-generierte Videos erreichen lediglich 22 Prozent Zustimmung. Besonders kritisch werden sogenannte Deepfakes bewertet, bei denen reale Personen täuschend echt dargestellt oder verändert werden. Hier liegt die Akzeptanz bei gerade einmal 12 Prozent.

91 Prozent fordern eine Kennzeichnung von KI-Videos

Aus der wachsenden Verunsicherung entsteht ein deutlicher Wunsch nach Transparenz.

91 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, KI-generierte Inhalte grundsätzlich klar zu kennzeichnen. 90 Prozent wünschen insbesondere bei Nachrichten und politischen Inhalten eine Kennzeichnungspflicht.

Weitere 89 Prozent möchten erkennen können, welcher Anteil eines Videos mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurde. 88 Prozent erwarten stärkere Kontrollen durch Plattformbetreiber.

Die Ergebnisse zeigen, dass Nutzer:innen mehr Informationen über die Herkunft und Herstellung von Videos wünschen. Gerade bei Nachrichten, politischen Themen und Wissensinhalten spielt die Nachvollziehbarkeit eine wichtige Rolle.

Creator-Videos werden zur Informationsquelle

Ein weiterer Untersuchungsbereich der Video Trends 2026 beschäftigt sich mit Creator-Inhalten zu Nachrichten, Politik und Gesellschaft.

Besonders jüngere Menschen begegnen solchen Videos häufig auf TikTok und Instagram. Unter den 14- bis 29-Jährigen, die entsprechende Inhalte zumindest gelegentlich wahrnehmen, schreiben 81 Prozent Creator-Videos eine mindestens ergänzende Bedeutung für ihre Information zu. Bei der Meinungsbildung sind es 76 Prozent.

Das Vertrauen bleibt allerdings begrenzt: Unter den Befragten, die entsprechende Inhalte mindestens gelegentlich wahrnehmen, halten 37 Prozent solche Creator-Videos für vertrauenswürdig. 43 Prozent beurteilen sie als eher oder gar nicht vertrauenswürdig.

Damit gewinnen Creator als Informationsquelle an Bedeutung, während die Einordnung ihrer Inhalte für viele Nutzer:innen schwierig bleibt.

Fazit: Die Video Trends 2026 zeigen einen grundlegenden Wandel

Die Video Trends 2026 verdeutlichen, wie stark sich die Bewegtbildlandschaft verändert. Soziale Medien und Videoplattformen prägen vor allem den Alltag jüngerer Generationen, während klassisches Fernsehen weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

Die größte Herausforderung entsteht durch KI-generierte Inhalte. Ihre zunehmende Verbreitung führt zu Unsicherheit und einem messbaren Vertrauensverlust gegenüber Videoinhalten.

Bildquellen

  • Video Trends 2026: Generiert von KI
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