Nachhaltigkeit im Marketing


Nachhaltigkeit im Marketing

Wie relevant ist Nachhaltigkeit im Marketing aktuell noch? Und was funktioniert 2026 tatsächlich – jenseits von Imagekampagnen und wohlklingenden ESG-Statements? Genau diese Fragen beantwortet der aktuelle Kantar-Report „Building Effective Sustainable Marketing in 2026“. Die Studie kommt zu einer klaren Erkenntnis: Nachhaltigkeit hat nichts an Bedeutung verloren. Was sich verändert hat, ist die Erwartungshaltung.

Die Studie analysiert 12 Länder, 42 Branchen und die Arbeit mit über 1.200 Marken. Das Ergebnis? Konsument:innen fühlen sich überfordert, Aufmerksamkeit ist fragmentiert und Vertrauen ist fragiler geworden. Gleichzeitig bleibt der Anspruch hoch: Marken sollen Orientierung geben, konkrete Lösungen anbieten und Fortschritte belegen. Besonders aufschlussreich ist eine Zahl: Im Durchschnitt geben nur rund 15 Prozent der Menschen an, viel über die Nachhaltigkeitsinitiativen von Marken zu wissen. Das zeigt kein Desinteresse, sondern ein Kommunikationsproblem.

Für Dich als Marketingverantwortliche:r bedeutet das: Nachhaltigkeit im Marketing muss 2026 klarer, glaubwürdiger und erlebbarer werden. Der Report liefert dafür fünf strategische Leitlinien, die über Relevanz oder Bedeutungsverlust entscheiden.

Nachhaltigkeit als strategischer Treiber

Der Report macht deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht zum kommunikativen Randthema geworden ist. Auch wenn das viele Marketeers bereits behaupten. Laut Kantar liegt das potenzielle Wertschöpfungspotenzial durch nachhaltige Markenführung bis 2040 weiterhin bei bis zu 2,7 Billionen US-Dollar.

Nachhaltigkeit beeinflusst Markenstärke, Differenzierung und Resilienz. Gerade in unsicheren Zeiten zeigt sich, welche Marken als relevant und vertrauenswürdig wahrgenommen werden. Für B2B-Unternehmen gewinnt das Thema zusätzlich an Gewicht: Nachhaltigkeit fließt in Ausschreibungen ein, beeinflusst Lieferkettenentscheidungen, wird von Investoren geprüft und spielt eine Rolle im Employer Branding. Hier gilt es, sich klar zu positionieren.

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Warum Rückzug keine Option ist

Viele Unternehmen reagieren auf Unsicherheit mit Zurückhaltung. Budgets werden überprüft und die Kommunikation wird vorsichtiger. Im Kontext der Nachhaltigkeit kann genau dieser Reflex problematisch sein. Der Report warnt ausdrücklich davor, sich kommunikativ zurückzuziehen und vorherige nachhaltige Projekte zu beenden. Schweigen wird schnell als Untätigkeit interpretiert. Gleichzeitig ist das Misstrauen gegenüber Greenwashing hoch. Die Konsequenz ist nicht, lauter zu werden, sondern präziser. Konkrete Nachweise sind hier passend.

Nachhaltigkeit im Marketing muss deswegen sichtbar bleiben, aber in einer Tonalität, die zur aktuellen Stimmung passt: sachlich, ruhig und lösungsorientiert. Unternehmen, die ihre Ambitionen beibehalten und ihre Kommunikation anpassen, stärken langfristig Vertrauen und Markenwert.

Relevanz entsteht durch erlebbaren Nutzen

Ein zentrales Prinzip des Reports ist die Idee der „Meaningful Difference“. Nachhaltigkeit trägt dann zur Markenstärke bei, wenn sie als relevant und unterscheidbar wahrgenommen wird. Das gelingt über konkrete Verbesserungen.

Die entscheidende Frage lautet: Was verändert sich für Deine Kund:innen spürbar? Wird ein Produkt langlebiger? Wird ein Service effizienter? Werden Prozesse transparenter oder sicherer?

Nachhaltigkeit im Marketing funktioniert dort am besten, wo funktionaler Nutzen und emotionaler Mehrwert zusammenkommen. Wenn Nachhaltigkeit Teil des Produkterlebnisses ist, entsteht Glaubwürdigkeit. Wird sie dagegen als separates Kommunikationsmodul behandelt, bleibt sie austauschbar.

Die Bedeutung des Branchenkontexts

Ein Teil der Studie beschäftigt sich mit branchenspezifischen Erwartungen. Menschen bewerten Nachhaltigkeit nämlich im Kontext spezieller Kategorien. Die relevanten Themen unterscheiden sich deswegen stark zwischen Sektoren. Für Unternehmen bedeutet das, zunächst die „Pflichtthemen“ der eigenen Branche zu adressieren. Erst wenn diese glaubwürdig bearbeitet sind, entsteht Spielraum für strategische Differenzierung. Irrelevante Aspekte zu behandeln und zentrale Herausforderungen zu ignorieren kann zu Vertrauensverlust führen.

Inklusion als Voraussetzung für Skalierung

Ein weiterer zentraler Gedanke des Reports ist die Rolle von Inklusion. Nachhaltigkeit darf nicht elitär oder moralisch aufgeladen wirken. Sie muss anschlussfähig sein.

Das betrifft Sprache, Bildwelten und Angebotsgestaltung gleichermaßen. Nachhaltige Lösungen, die kompliziert erscheinen oder zusätzliche Hürden aufbauen, werden nicht skaliert. Erfolgreiche Marken zeigen stattdessen, wie nachhaltiges Verhalten im Alltag funktioniert. Sie machen Veränderungen sichtbar und reduzieren kognitive Barrieren.

Fazit: Klarheit schlägt Lautstärke

Der Kantar-Report bringt es auf den Punkt: 2026 gewinnen im Punkt Nachhaltigkeit nicht die Marken, die lauter darüber sprechen, sondern diejenigen, die klarer und konsequenter handeln.

Nachhaltigkeit im Marketing ist weiterhin ein strategischer Rahmen. Sie verlangt Kontextverständnis, Priorisierung und Integrität. Wenn Du Nachhaltigkeit als Teil Deiner Markenführung begreifst – und nicht als isoliertes Kampagnenthema –, entsteht Differenzierung, Vertrauen und langfristiger Markenwert. Die Herausforderung liegt nicht darin, mehr zu sagen. Die Herausforderung liegt darin, das Richtige zu tun und es nachvollziehbar zu machen.

Bildquellen

  • Nachhaltigkeit im Marketing: DALL-E
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