Trends, Memes, GIFs: Internettrends in der Marketingstrategie


Internettrends im Marketing

Memes, GIFs, virale Sounds, Short Videos – Internettrends sind aus dem digitalen Marketing nicht mehr wegzudenken. Was früher vor allem ein Phänomen jüngerer Zielgruppen war, ist heute fester Bestandteil professioneller Kommunikationsstrategien. Trotzdem stellt sich in vielen Marketingteams immer noch dieselbe Frage: Passt das zu uns – und lohnt sich der Einsatz wirklich?

Die Antwort lautet: Ja, wenn Internettrends bewusst, zielgerichtet und mit klarem Markenverständnis eingesetzt werden. Denn Trends können Aufmerksamkeit erzeugen, Nähe schaffen und Reichweite steigern. Vorausgesetzt, sie werden nicht unüberlegt adaptiert, sondern sinnvoll in die bestehende Marketingstrategie integriert.

Witz statt Werbung: Warum Internettrends so gut funktionieren

Klassische Werbebotschaften stoßen in sozialen Netzwerken zunehmend an ihre Grenzen. Nutzer:innen sind geübt darin, Werbung zu erkennen – und zu ignorieren. Internettrends durchbrechen dieses Muster, weil sie Unterhaltung, Wiedererkennbarkeit und Gemeinschaftsgefühl erzeugen.

Memes, GIFs oder kurze Videos funktionieren deshalb so gut, weil sie Teil der Plattformkultur sind. Sie greifen Alltagssituationen, Emotionen oder kollektive Erfahrungen auf und verpacken diese in leicht konsumierbare Formate. Unternehmen, die diese Mechanismen verstehen, können sich im Alltag ihrer Zielgruppen verankern, ohne aufdringlich zu wirken. Gleichzeitig gilt: Trend-Marketing ist anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint. Wer Trends zu spät aufgreift, wirkt schnell aus der Zeit gefallen. Wer sie unreflektiert nutzt, riskiert Irritation oder Ablehnung. Schnelligkeit, Gespür für Kontexte und kurze Abstimmungswege sind daher essenziell.

Gewusst wie!

Damit Internettrends im Marketing nicht verpuffen oder sogar Schaden anrichten, solltest Du einige zentrale Punkte berücksichtigen.

Den richtigen Ton treffen

Humor ist kulturell und zielgruppenspezifisch. Was auf TikTok gefeiert wird, kann auf LinkedIn unpassend wirken. Eine klar definierte Buyer Persona hilft dabei, Tonalität, Ironiegrad und Bildsprache einzuordnen. Ziel ist nicht, allen zu gefallen, sondern relevant für die eigene Zielgruppe zu sein.

Zum Markenbild passen

Nicht jede Marke muss lustig auftreten. Branchen, Produkte und Unternehmenswerte setzen klare Rahmen. Wer bisher sachlich, erklärend und faktenorientiert kommuniziert hat, sollte Trends behutsam integrieren. Kleine humorvolle Elemente, visuelle Anspielungen oder lockere Formulierungen können ein guter Einstieg sein.

Glaubwürdig bleiben

Nutzer:innen merken schnell, ob Inhalte zur Marke passen. Trendformate funktionieren am besten, wenn sie an bestehende Themen, Produkte oder Herausforderungen anknüpfen. Ein Meme über interne Prozesse, typische Kundensituationen oder Branchenerlebnisse wirkt deutlich stimmiger als generische Trend-Adaptionen.

Internettrends als Teil einer ganzheitlichen Content-Strategie

Ein häufiger Denkfehler: Trend-Content und strategisches Content Marketing seien Gegensätze. In der Praxis ergänzen sie sich hervorragend. Während Whitepaper, Blogartikel oder Case Studies Tiefe und Expertise vermitteln, sorgen Trends für Reichweite und Erstkontakt.

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Aktuelle Internettrends im Marketing

Du hast Dich also entschieden, aktuelle Internettrends in Dein Marketing aufzunehmen. Doch was sind denn die aktuellen Trends überhaupt?

Videoformate bleiben dominierend

Kurzvideos sind weiterhin das stärkste Content-Format auf nahezu allen Plattformen. Entscheidend sind die ersten Sekunden: Ein klarer Einstieg, eine visuelle Überraschung oder eine provokante These erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer:innen dranbleiben. Hochwertige Technik ist dabei weniger wichtig als Relevanz und Authentizität.

Was sind Loops?

Loops, oder Endlosschleifen, sind Videos deren Ende direkt mit dem Anfang verbunden ist und die so kontinuierlich abgespielt werden können, ohne dass der oder die Nutzer:in zunächst wirklich mitbekommt, dass das Video erneut angefangen hat. Auf Instagram und TikTok wird der Content immer wieder abgespielt, bis die User:innen weiterscrollen. Wenn also das Video in einem Fluss von Neuem abspielt, interagieren die Nutzer:innen länger mit dem Content und die Marke verankert sich mehr im Bewusstsein.

Persönliche Inhalte im B2B-Kontext

LinkedIn entwickelt sich weiter weg von reiner Unternehmenskommunikation hin zu persönlichen Perspektiven. Erfahrungsberichte, Einblicke in den Arbeitsalltag oder pointierte Beobachtungen aus dem Berufsleben erzielen oft mehr Interaktion als klassische Unternehmensposts. Memes oder GIFs können hier als Stilmittel eingesetzt werden, um Inhalte aufzulockern und greifbarer zu machen.

Community statt Reichweitenjagd

Immer mehr Unternehmen verlagern ihren Fokus von maximaler Reichweite hin zu echter Interaktion. Kommentare, Diskussionen, geteilte Erfahrungen und wiederkehrende Gesichter im Feed gewinnen an Bedeutung. Erfolgreiche Marken stellen Fragen, greifen Community-Statements auf oder machen ihre Zielgruppe selbst zum Bestandteil des Contents. Das stärkt nicht nur die Bindung, sondern liefert gleichzeitig wertvollen Input für neue Inhalte, Produkte oder Kampagnen.

Unperfekter Content als bewusste Entscheidung

Hochglanz verliert weiter an Relevanz. Stattdessen setzen viele Marken auf bewusst unperfekte Inhalte: wenig Schnitte, natürliche Sprache, reale Arbeitsumgebungen. Dieser Trend ist eine direkte Reaktion auf jahrelang überoptimierte Social-Media-Feeds. Nutzer:innen erwarten keine Perfektion mehr, sondern Ehrlichkeit. Für Unternehmen heißt das: Mut zur Unmittelbarkeit, auch wenn nicht jedes Video hundertprozentig durchgestylt ist.

Sound, Musik und KI-Elemente

Musik, Sounds und Sprachfragmente verstärken Emotionen und erhöhen die Wiedererkennbarkeit von Bildern und Videos. Gleichzeitig halten KI-gestützte Effekte, Filter und Avatare Einzug in den Marketingalltag. Wichtig ist dabei, dass Technik nicht im Vordergrund steht, sondern die Botschaft unterstützt.

Erfahre in einem weiteren Artikel, wie sich Farbe im Marketing auswirken kann.

Risiken und Grenzen von Trend-Marketing

So wirkungsvoll Internettrends sein können, sie sind kein Garant für nachhaltigen Erfolg. Trends sind kurzlebig, Plattformen ändern ihre Mechaniken und Zielgruppen entwickeln sich weiter. Wer ausschließlich auf trendbasierte Inhalte setzt, riskiert ein unausgewogenes Content-Portfolio.

Deshalb gilt: Trends sind Ergänzung, kein Ersatz. Sie sollten immer im Kontext der übergeordneten Marketingziele betrachtet werden – sei es Markenbekanntheit, Employer Branding oder Leadgenerierung. Zudem stellen einige Trends, darunter vor allem Memes und GIFs, Unternehmen auch vor Herausforderungen bezüglich des Urheberrechts.

Memes und Urheberrecht: Was Du beachten solltest

So locker Memes wirken, rechtlich sind sie kein Spielplatz. Viele Memes basieren auf Fotos, Filmszenen, Serien, Kunstwerken oder Screenshots, die urheberrechtlich geschützt sind. Für Unternehmen gilt deshalb ein höherer Maßstab als für private Nutzer:innen. Nur weil ein Meme weit verbreitet ist, heißt das nicht automatisch, dass es frei genutzt werden darf. Besonders problematisch sind Bilder aus Filmen, Serien oder von Fotograf:innen, deren Rechteinhaber klar identifizierbar sind.

Eine sichere Alternative sind eigene Meme-Templates, lizenzfreie Bilder oder gezielt erstellte Grafiken, die an bekannte Meme-Strukturen angelehnt sind, ohne geschütztes Material zu verwenden. Auch Plattformen wie Canva oder spezielle Meme-Generatoren bieten Vorlagen mit geklärten Nutzungsrechten. Wichtig ist außerdem der Kontext: Selbst bei zulässigen Vorlagen kann die kommerzielle Nutzung kritisch werden, wenn Marken, Personen oder Inhalte in herabwürdigender oder irreführender Weise dargestellt werden. Memes können im Marketing also hervorragend funktionieren, aber nur, wenn sie kreativ, respektvoll und rechtlich sauber umgesetzt sind.

Fazit: Internettrends ja, aber gekonnt.

Internettrends bieten enormes Potenzial. Entscheidend ist dabei nicht unbedingt, ob Du Memes, GIFs oder virale Videos nutzt, sondern vor allem, wie Du sie einsetzt. Wenn Inhalte zur Marke passen, die Zielgruppe verstehen und den richtigen Zeitpunkt treffen, können Trends Reichweite, Interaktion und Sympathie deutlich steigern. Am Ende zählen Klarheit, Konsistenz und Relevanz. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann Internettrends sinnvoll nutzen, ohne sich zu verbiegen oder an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Internettrends fürs Marketing zu nutzen, ist außerdem nicht nur eine Maßnahme für B2C-Unternehmen. Auch im B2B-Bereich, je nach Branche, können Memes und Co. auf fruchtbaren Boden fallen. Schlussendlich sind ja B2B-Kund:innen auch Menschen und konsumieren Social Media genauso wie die B2C-Kund:innen. Es kommt nur darauf an, ob der Content authentisch ist, zum Unternehmen passt und immer noch aktuell ist. Wenn diese Dinge erfüllt sind, steht dem viralen Post nichts mehr im Wege.

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