So reagieren Facebook und Twitter auf Clubhouse


Clubhouse Facebook

Clubhouse hat für einiges Aufsehen in der Social Media Szene gesorgt. Nun stellt sich die Frage: Wie reagieren die etablierten Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. darauf?

Auch wenn der erste Hype um Clubhouse erst einmal ein wenig abgeebbt scheint, nutzen dennoch viele NutzerInnen, Fachleute und Influencer die Plattform für den Austausch untereinander und Diskussionsrunden. Einzuschätzen, wo der Weg für die Plattform final hingeht, ist noch schwierig. Dennoch schaut die Konkurrenz in Form der etablierten Social Media Riesen genau darauf, was der Newcomer anzubieten hat. So soll Facebook bereits an einer Funktion arbeiten, die Clubhouse Features aufgreift, wie die New York Times berichtet. Die New York Times zitiert dabei zwei anonyme Quellen aus Facebook-Kreisen. Demnach soll Facebook-Chef Mark Zuckerberg an Formen der Audio-Kommunikation interessiert sein, das neue Feature aber in der frühesten Phase der Entwicklung stehen. Auf Anfrage der New York Times kommentierte Emilie Haskell aus der Facebook-PR-Abteilung dass „wir seit Jahren Menschen durch Audio und Video Technologien verbinden und stets nach neuen Wegen suchen, diese Erfahrung für die Menschen zu verbessern.“ Keine Bestätigung – aber auch kein klares Dementi.

Warum Facebook bei Clubhouse genauer hinschaut

Verwunderlich wäre der Schritt von Facebook, eine Clubhouse-Kopie zu entwickeln nicht. Haben Sie sich doch in der Vergangenheit gerne mal Features von Konkurrenten abgeschaut. Das bekannteste Beispiel ist die Story-Funktion, die Facebook-Tochter Instagram sich von Snapchat „ausgeborgt“ hat – und inzwischen ein integraler Teil der Plattform ist. Facebook ist sich natürlich bewusst, dass der Hype um Audio-Content ungebrochen ist. Nun können sie sich genau angucken, was bei Clubhouse funktioniert – und was nicht. Dann mit einem ähnlichen Produkt nachzuziehen, wäre nicht unclever. Denn der vielleicht wichtigste Faktor für den Erfolg einer sozialen Plattform sind die Nutzer: In der Quantität und in der Qualität. Facebook ist das nutzerstärkste Netzwerk und hat viele prominente Nutzer. Wenn die richtigen Influencer schon auf der Plattform sind, werden einige User sicherlich einfach für ein Audiofeature einfach auf Facebook bleiben und nicht extra auf Clubhouse wechseln oder es parallel nutzen.

Im Kleinen hat Facebook übrigens schon ein neues Feature bei Instagram eingeführt, dass ähnlich wie Clubhouse genutzt werden kann. Live-Streams auf Instagram mit zwei Personen sind schon länger möglich. Zwei Nutzer können sich über Instagram live unterhalten, während Follower dabei zusehen und kommentieren können. Dieses Feature wurde nun ausgebaut: Bald sollen vier Nutzer gleichzeitig an einem Live-Stream teilnehmen können. Ein Nutzer geht dabei live und lädt die anderen ein. Hier ließen sich also analog zu Clubhouse auch etwas größere „Panels“ abhalten. Auch wenn man diese nicht in einen App-internen Kalender eintragen kann. Dennoch ein interessantes Feature, da wie oben beschrieben bereits eine Menge an Nutzern auf der Plattform sind. Hinzu kommen übrigens E-Commerce-Funktionen. Im Live-Stream können Produkte, die besprochen werden, direkt gekauft werden.

Twitters Antwort auf Clubhouse: „Spaces“

Bei Twitter hingegen ist man mit der Clubhouse-„Kopie“ schon weiter. Wobei hier von Kopie zu sprechen etwas zu weit gegriffen ist, denn das Feature „Spaces“ wurde bereits vergangenen Dezember angekündigt und in kleinen Gruppen getestet. Und wird dementsprechend schon länger in Planung sein. In diesen „Spaces“ können sich Nutzer nur per Audio unterhalten. Also genau wie bei Clubhouse. Um dieses Projekt voranzutreiben, hatte Twitter die Podcast-App „Breaker“ gekauft und das Team auf das „Spaces“-Projekt angesetzt.

Natürlich schauen die Großen genau hin, wenn ein relativ kleiner Konkurrent wie Clubhouse für Furore sorgt. Das Beispiel von Twitters „Spaces“-Feature, dass schon länger in Planung ist, zeigt aber auch: Clubhouse hat einen Nerv getroffen und zu einem guten Zeitpunkt die (halb-)öffentliche Beta gelauncht. Audio-Formate sind absolut im Trend, sie mit social Features zu verbinden nur folgerichtig. Die etablierten Player scheinen das genauso zu sehen und wollen ihr Stück vom Kuchen abhaben.

Für Clubhouse spricht dabei: Die schärfere Fokussierung. Hier geht es nur um das Audio-Element, darum herum wird es aufgezogen wie eine digitale Konferenz. Man kann Talks planen und in einem Kalender übersichtlich einsehen. Bei den anderen Netzwerke wäre es ein Kanal unter vielen. Es bleibt abzusehen, ob „Social Audio“ dann langfristig mithalten kann.

 

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