So gelingt Ihre Zielgruppenanalyse


Zielgruppenanalyse: Durch die digitale Kluft von der Zielgruppe getrennt?

Die Menschen, die ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufen, sind der wohl wichtigste Erfolgsfaktor für Unternehmen. Damit Ihre Zielgruppe auf Ihre Produkte und Services aufmerksam wird, bedarf es im Vorfeld einer genauen Zielgruppenanalyse. Diese Analyse sollte gut geplant und umgesetzt sein. Welche Segmentierungsvariablen sind wirklich wichtig und wie komme ich an die wichtigsten Daten heran?

Eine gute Zielgruppenanalyse ist die Basis für jede erfolgreiche Online-Strategie und zielführende Marketing-Maßnahmen. Zielgruppen sind jedoch keine starren Gebilde, sondern verändern sich fortwährend. Daher ist die Zielgruppenanalyse keine statische Erhebung, sondern ein dynamischer Prozess. Ruhen Sie sich nicht auf ihren bestehenden Daten aus, sondern aktualisieren Sie Ihre Erkenntnisse und passen Sie Kampagnen an. Um die passende Zielgruppe zu finden, analysieren Sie Ihr Produkt und die Menschen, die es kaufen. Fragen Sie sich, warum jemand Ihr Produkt kaufen sollte und wie diese Menschen „ticken“. Welche Gründe bewegen sie zu einem Kauf?

Wer also eine Zielgruppe definieren möchte und die Zielgruppenanalyse erfolgreich durchführen will, muss sich die Kunden und deren Bedürfnisse genau anschauen. Aber welche Informationen brauche ich von meinen Kunden, damit ich eine Zielgruppe definieren kann? Wie finde ich deren Bedürfnisse heraus? Um mit der Zielgruppenanalyse zu beginnen, hilft es, die dazu nötigen Informationen zu kennen.

Was ist eine Zielgruppe? – Definition

Die Zielgruppe stellt die Summe der Menschen dar, die für den Kauf eines Produktes oder die Inanspruchnahme einer Dienstleistung primär in Frage kommen. Zielgruppen werden in der Regel anhand von soziodemografischen Merkmalen beschrieben, beispielsweise „nicht verheiratete Männer zwischen 20 und 30 Jahren mit hohem Einkommen“. Eine Zielgruppe lässt sich durch folgende Segmentierungsvariablen beschreiben:

  • Demografische Merkmale (Alter oder Geschlecht)
  • Sozioökonomische Merkmale (Bildung, Beruf, Gehalt)
  • Psychografische Merkmale (Motivation, Meinung, Wünsche)
  • Kaufverhalten (Preissensibilität)

Während die demografischen und sozioökonomischen Informationen einfacher zu erheben sind, ist die Analyse von psychografischen Aspekten und Kaufverhalten komplexer. Eine einfache Abfrage reicht hier nicht mehr aus, da das individuelle Verhalten unterschiedlichen Gewohnheiten und Charakterzügen unterliegt. Beim Kaufverhalten lassen sich zwar einige Aspekte mit einfachen W-Fragen klären: Wann kauft meine Zielgruppe ein? Wo kauft sie Produkte und was kauft sie? Weitaus vielschichtiger sind die Gründe für einen Kauf und die Aspekte, die eine Kaufentscheidung beeinflussen. Hier spielen psychografische Merkmale eine Rolle.

Ein ganzheitliches Bild mit psychografische Merkmalen

Wer eine Zielgruppenanalyse durchführt und seine Zielgruppe in der Tiefe verstehen will, der sollte zwingend psychografische Merkmale in die Analyse einbeziehen. Sie sind entscheidend für ein effektives Marketing, da sie über allgemeine Fragen demographischer und sozioökonomischer Natur hinausgehen. Zu den psychografischen Faktoren zählen Verhaltensmerkmale, Werte und Vorlieben Ihrer Kunden. Zum Beispiel haben der Lifestyle und die Hobbys direkten Einfluss auf deren Bedürfnisse. Fragen Sie sich daher: Was bewegt meine Kunden und warum? Nur mit diesen Informationen schaffen Sie sich ein ganzheitliches Bild Ihrer Zielgruppe.

Wie kommen Sie an die richtigen Daten?

Welche Informationen Sie von Ihrer Zielgruppe benötigen, wissen Sie nun. Doch wie können Sie diese Daten erheben? Wie finden Sie heraus, welche Bedürfnisse Ihre Kunden haben? Sie können Daten entweder im direkten Dialog mit Ihren Kunden oder durch verschiedene Tools und Methodiken ermitteln. Erstellen Sie beispielsweise Befragungen und Verbraucherpanels mit verschiedenen Umfragen oder führen Sie Gruppendiskussionen durch. Sie sind beliebte Vorgehensweisen zur Informationsermittlung.

Bei Newsletter-Anmeldungen lassen sich durch freiwillige Angaben der Postleitzahl, des Alters oder Geschlechts bereits einige Kritierien der Zielgruppenanalyse abdecken. Wurden Mitarbeiter- und Kundenbefragungen vor einigen Jahren noch auf einem Blatt Papier durchgeführt, können diese heute nahezu vollständig durch Online-Befragungen ersetzt werden. Die Vorteile dieser Methodik für Ihr Unternehmen liegen auf der Hand: Es ist die weitaus kostengünstigere Variante: Der Prozess der Versendung von Fragebögen per Post oder die Sammlung von Antworten durch den Interviewer am Telefon wegfällt.

Überblick zu den Möglichkeiten der Datensammlung:

Neue Tools nutzen: Social Media Monitoring für die Zielgruppenanalyse

Verantwortliche im Marketing können ihre Zielgruppe anhand deren Social Media Aktivitäten analysieren. Marketing-Experten wissen um das Potenzial von Social Media Monitoring. Der Begriff bezeichnet dabei das Überwachen und Auswerten von Erwähnungen jeder Art in sozialen Medien. Sie beziehen zum Beispiel Kanäle wie Facebook und Twitter, aber auch Diskussionsforen, Videoportale und andere soziale Netzwerke in die Zielgruppenanalyse mit ein. Darin grenzt sich die Analyse auch von Web Analytics ab. Letzteres befasst sich mit der tief gehenden Auswertung der Besucher und Besuche auf der eigenen Website, nicht aber auf soziale Netzwerken.

Sie möchten mehr zu Social Media Monitoring erfahren? Dann lesen Sie dazu unseren Artikel „Social Media Monitoring verstehen und im Unternehmen einsetzen„. Social Media Monitoring lässt sich strategisch für die Zielgruppenanalyse und weitere Marketing-Aktivitäten nutzen. Zum Beispiel um Inhalte im Content-Marketing zu erstellen. Die strategische Nutzung von Social Media Monitoring Tools und deren Ergebnissen behandeln wir detailliert in unserem Whitepaper „Social Media Listening“ .

Wer seine Zielgruppe und deren Aktivitäten auf sozialen Netzwerken analysiert, kann deutlich mehr Informationen über deren Bedürfnisse erhalten. Der Grund: Viele Kunden agieren „befreiter“ in sozialen Medien, als bei Umfragen oder anderen Erhebungsmethoden. Unternehmen können ihre Zielgruppe wesentlich besser im alltagsnah analysieren und ihr Marketing auf die Kunden anpassen.

Marktsegmentierung und Zielgruppendefinition bei B2B

Bei der Zielgruppenanalyse ist es entscheidend, ob sich Ihre Produkte, Kampagnen und Leistungen an B2B (Unternehmen) oder B2C-Kunden (Consumer) richten. B2B Geschäftsmodelle sind wesentlich individueller auf die Zielgruppe abgestimmt als B2C Geschäftsmodelle. Bei Geschäftskunden besteht meistens höherer Informationsbedarf als bei den Consumern im B2C-Bereich. Der Beratungsaufwand ist somit deutlich höher. Das Vertrauen und Wissen über den jeweiligen Anbieter spielen eine größere Rolle. Auch bei der B2B-Zielgruppenanalyse bietet sich eine klassische Segmentierung nach soziodemografischen Merkmalen an. Diese Merkmale weichen jedoch von den B2C-Segmentierungsvariablen etwas ab:

  • Aus welcher Branche kommen die Unternehmen, die ich mit meinen Inhalten ansprechen möchte? Ist eine gemeinsame Rechtsform erkennbar? Gibt es Parallelen bezüglich ihrer Unternehmensgröße?
  • Auch ökonomische Aspekte sind von Interesse. Welche Unternehmen verfügen über genügend finanzielle Mittel, um sich mein Produkt oder meine Dienstleistung leisten zu können? Parallelen im Kaufverhalten der Zielunternehmen können zusätzlich interessant sein.
  • Im B2B-Markt handelt es sich bei größeren Unternehmen meist um mehrere Personen, die in die Kaufentscheidung und Nutzung des Produkts einbezogen werden.

Dennoch gilt: Auch im B2B sind Menschen die Zielgruppe, nicht Firmen. Ihre Zielgruppenanalyse sollte das berücksichtigen und die Kaufentscheider als Kunden ebenso unter die Lupe nehmen, wie es bei B2C-Zielgruppenanalysen der Fall ist.

3 Schritte zum Erfolg:

  1. Schritt: Definieren Sie Ihre Zielgruppe. Eine Zielgruppe lässt sich in den vier Segmentierungsvariablen beschreiben: demografische, sozioökonomische, psychografische und verhaltensorienterte Merkmale. Dabei sind Merkmale wie Geschlecht, Alter, Einkommen oder Wohnort genauso zu betrachten wie die Frage, welche persönlichen Wünsche, Probleme oder Bedürfnisse Ihre Kunden haben.
  2. Schritt: Bleiben Sie up to date. Das User-Verhalten ändert sich rasend schnell. Daher sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob Ihre Zielgruppenanalyse aktuell ist. Setzen Sie das Vertriebsteam darauf an, Kundenstimmen zu erfragen, die Sie mit Ihrer bestehenden Analyse abgleichen können. Und nutzen Sie Möglichkeiten wie Social Media Monitoring, um mehr Informationen für Ihre Zielgruppenanalyse zu generieren.
  3. Schritt: Finden Sie einen gemeinsamen Dialog. Lösen Sie mögliche Probleme Ihrer Haupt-Kunden bei der Zielgruppenanalyse. Für die Kundengruppe der Senioren ist beispielsweise wichtig, auf eine angemessene Schriftgröße von mindestens 14 Pixel zu achten. Im Gegensatz dazu, legt ein jüngeres Publikum Wert auf ein ansprechendes Design oder interaktive Elemente. Auch die Integration von Social Media ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Ihnen und Ihrer Zielgruppe.

Fazit

Wenn Sie mithilfe einer genauen Zielgruppenanalyse die Wünsche Ihrer Zielgruppe ermitteln, werden Sie auch erfolgreiche Kampagnen auf den Markt bringen. Aktualisieren Sie Ihre Analyse, so dass Sie immer auch auf veränderte Kundenbedürfnisse eingehen können. Für den Erfolg der Zielgruppenanalyse selbst ist es wichtig, dass Sie die verschiedenen Segmentierungsvariablen gleichermaßen berücksichtigen und sich auch neuer Erhebungsmethoden bedienen.

Bildquellen

  • Zielgruppe: © LUCKAS - Fotolia.com
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