5G-Auktion zum neuen Mobilfunkstandard hat begonnen

Am 19. März 2019 hat die Versteigerung der Frequenzen zur neuen Mobilfunkgeneration 5G begonnen. Um 10 Uhr gab die Bundesnetzagentur den Startschuss. Unter enormen Sicherheitsvorkehrungen bieten die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und United Internet (1&1) auf insgesamt 41 Frequenz-Blöcke.

Ultraschnelles Internet: Am Dienstagmorgen hat Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, in einer ehemaligen Kaserne in Mainz die Versteigerung der ersten 5G-Frequenzen eröffnet. Ab 2020 – frühestens – soll 5G-Mobilfunk für Privatkunden verfügbar sein. Bis dahin sind Länder wie beispielsweise Albanien in Sachen Mobilfunk Deutschland weiterhin voraus.

So läuft die Auktion

Die Gebote werden durch Unternehmensvertreter in abgeschirmten, voneinander getrennten Räumen abgegeben. Um Konzern-Absprachen unter Konkurrenten vorzubeugen, herrscht ein striktes Handyverbot. Die Bundesnetzagentur kontrolliert dies mit Störsignalen, sodass keine Funksignale nach außen dringen können. Die einzelnen Räume werden zudem von Sicherheitspersonal überwacht. Die entsandten Vertreter sind nur über eine gesicherte Festnetzleitung mit ihren Zentralen in Kontakt. Die Manager vor Ort in den Konzernen kooperieren mit Spieltheoretikern und haben sich Strategien für verschiedene Szenarien zurechtgelegt.

Schon in der ersten Runde haben die drei etablierten Mobilfunkbetreiber und Neuling United Internet über 288 Millionen Euro geboten. Experten schätzen jedoch, dass die Auktion mehrere Wochen dauern kann. Die letzte Frequenzen-Auktion im Jahr 2015 zog sich über 16 Tage und 181 Angebots-Runden hin. Auch jetzt endet die Versteigerung erst, wenn kein Gebot mehr eingeht. Gut jede Stunde, und das an jedem Werktag von 8 Uhr bis 17.30 Uhr, läutet die Bundesnetzagentur eine neue Bieterrunde ein.

So funktioniert 5G

Laut Bundesregierung sei 5G die »Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation«. Technisch sind mit 5G Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde möglich. Zum Vergleich: 2018 ließen sich in Deutschland im Schnitt Daten mit 24 Megabit pro Sekunde downloaden. Die 5G-Mobilfunktechnologie ist vor allem im Kontext von Unternehmen und Forschung interessant. Beispielsweise zur Steuerung und Vernetzung von Robotern, Maschinen und anderen Geräten, in der Warenlogistik und beim autonomen Fahren. Aber: Bei 5G handelt es sich um kurzwellige Frequenzen. Daten können zwar mehr oder weniger in Echtzeit übertragen werden, allerdings ist die Reichweite begrenzt. 5G eignet sich also nicht für flächendeckendes Mobilfunk-Vergnügen – dies würde reichlich neue Funktürme voraussetzen –, sondern vielmehr um Forschungslabore und -zentren, Industriegebiete, Ballungszentren und Verkehrsknotenpunkte zu bedienen und zu versorgen.

Die Bieter auf die Frequenzblöcke müssen jedoch einige Auflagen erfüllen, wollen sie am großen Ganzen mitverdienen und die offerierten 5G-Lizenzen ergattern. Und zwar müssen Telekom, Telefónica und Vodafone bis 2022 mindestens 98 Prozent der bundesweiten Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Schnell bedeutet, dass diese dann mindestens 100 Megabit pro Sekunden herunterladen können. Das gilt auch für die wichtigsten Straßen, das Schienennetz und Wasserwege. Neuling 1&1 genießt zunächst noch so etwas wie Welpenschutz und muss nicht ganz so strenge Auflagen erfüllen. Laut Homann sei das die Chance für 1&1 Drillisch aufzuschließen.   

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