Twitter wird zu X: Was das für die App und ihre User bedeutet


Das jetzt veraltete Twitter Icon auf dem Smartphone

Nachdem Konkurrent Meta unter der Führung von Mark Zuckerberg Threads veröffentlichte, einen Kurnachrichtendienst, ähnlich wie Twitter, ließ Elon Musks nächster Schritt nicht lange auf sich warten.

Ende Oktober hatte der Unternehmer die Social Media Plattform Twitter für die Rekordsumme von 44 Milliarden US-Dollar gekauft und gleich eine ganze Reihe von Mitarbeitern gekündigt. Eine riskante Entscheidung, denn seitdem hatte die Plattform vermehrt mit technischen Problemen zu kämpfen. Nach der personellen Umstrukturierung folgt nun die Änderung der Marke selbst: Seit letzter Woche heißt diese nicht mehr Twitter, sondern X und auch der berühmte blaue Vogel ist einem markanten Buchstaben X als Logo gewichen.

„X“ war bereits Musks Vorschlag für Paypal

Ein Buchstabe, der Musk übrigens schon lange begleitet, hat er doch sogar einen seiner Söhne danach benannt und wollte auch den Finanzdienst Paypal zu Gründungszeiten so nennen. SpaceX hat den Buchstaben im Namen. Die Domain x.com, welche bereits auf Twitter umleitet, hatte Musk sich schon vor seiner Tesla-Zeit gesichert. Und auch sonst verwendete er X immer wieder in seinen Projekten. Dass Geschäftspartner bisher eher wenig von dem Namen hielten, wie bei Paypal Peter Thiel und Max Levchin, beeindruckt den Milliardär wenig. Damals hatte Musks Namensvorschlag und sein Bestehen darauf Einfluss auf seine Absetzung als CEO von Paypal.

Vormalige Twitter-User ärgert die Änderung

Der Namenswechsel verärgert dabei viele Twitter User, denn er macht nicht nur einer langjährig geschätzten Marke sowie deren Logo den Garaus, sondern außerdem das Verb „twittern“ unbrauchbar. Doch nicht nur das: Mit dem Wechsel zu X braucht die umbenannte Marke natürlich auch auf dem Portal selbst einen neuen Account – und nimmt dem vorherigen Besitzer Gene X Hwang (dieser besaß das Handle immerhin 16 Jahre) @x einfach weg. User kritisieren außerdem, dass der Buchstabe oft mit unseriösen Webseiten in Verbindung gebracht wird oder sogar Assoziationen zu Pornoseiten weckt. Sogar mit dem App Store gibt es Komplikationen, denn man kann die bestehende Twitter-App-ID nicht ändern und auch App Namen aus nur einem Buchstaben sind dort eigentlich nicht erlaubt.

Musk plant Mega-App nach chinesischem Vorbild

Musk selbst begründet den Namenswechsel damit, dass sich das vormalige Twitter ebenfalls verändern und erweitern wird – weg von einem Dienst ausschließlich für Kurznachrichten, zu dem der zwitschernde Vogel eben passte. In seiner Vision hat X schon bald ähnliche Funktionen wie die chinesische App WeChat. Diese bietet umfassende Finanzservices und wird von den meisten Chinesen für Zahlungen genutzt.

Klar ist, dass Musk mit der Änderung ein hohes Risiko eingeht, war Twitter doch eine langjährig aktive und geschätzte Marke. Ob er dieses Mal mit der Namensänderung zu  X richtig liegt, wird sich noch zeigen.

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