Produktinformationen sind eine zentrale Ressource moderner Unternehmen. In nahezu jeder Branche entscheidet die Qualität der Produktdaten darüber, wie überzeugend das Angebot ist, wie effizient interne Prozesse laufen und wie schnell neue Produkte in den Markt gelangen. Mit zunehmender Digitalisierung steigt die Komplexität exponentiell. Unternehmen vertreiben ihre Produkte über Online-Shops, Marktplätze, B2B-Portale, Social-Commerce-Kanäle und stationäre Touchpoints. Jede dieser Plattformen stellt eigene Anforderungen an Datenstruktur, Attributtiefe und Medienformate. Ein PIM System bringt Ordnung in diese Landschaft.
In vielen Organisationen sind Produktinformationen historisch gewachsen. Technische Daten liegen im ERP-System, Marketingtexte in Dokumenten oder Content-Management-Systemen, Bilder auf Fileservern oder in separaten Media-Datenbanken. Diese verteilte Struktur führt zu Inkonsistenzen, Medienbrüchen und zeitaufwendigen Abstimmungen. Jede Änderung zieht manuelle Korrekturen in mehreren Systemen nach sich. Die Gefahr von Fehlern steigt mit jedem zusätzlichen Kanal.
Warum ein PIM System heute strategisch entscheidend ist
Ein PIM System schafft eine zentrale Instanz, in der alle produktrelevanten Informationen strukturiert zusammenlaufen. Technische Spezifikationen, Variantenlogiken, Klassifikationen, Marketingtexte, Übersetzungen und Medien werden innerhalb eines definierten Datenmodells organisiert. Dadurch entsteht eine kontrollierte Informationsarchitektur, die Transparenz und Skalierbarkeit ermöglicht.
Der strategische Effekt zeigt sich besonders deutlich bei wachsender Sortimentsbreite und internationaler Expansion. Mit jedem neuen Markt steigen Anforderungen an Sprache, Maßeinheiten, regulatorische Kennzeichnungen und branchenspezifische Standards. Ohne ein strukturiertes System vervielfacht sich der Pflegeaufwand. Ein PIM System ermöglicht die zentrale Steuerung dieser Komplexität. So kann man Produkte einmal anlegen und dann kanal- oder länderspezifisch aussteuern. Änderungen erfolgen an einer Stelle und werden konsistent weitergegeben.
Die Qualität der Produktdaten beeinflusst zudem unmittelbar die Customer Experience. Vollständige, präzise und konsistente Informationen schaffen Vertrauen. Unklare Spezifikationen oder widersprüchliche Angaben führen zu Kaufabbrüchen oder Retouren. Ein PIM System unterstützt durch Validierungsregeln und Vollständigkeitsprüfungen die Sicherstellung hoher Datenqualität. Damit wirkt es direkt auf Umsatz, Markenwahrnehmung und Prozesskosten.
In diesem Kontext wird deutlich, warum ein PIM System eine strategische Investition darstellt. Es bildet die strukturelle Grundlage für effiziente Produktkommunikation und ermöglicht skalierbares Wachstum.
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Was ist ein PIM System? Definition und Abgrenzung
Ein PIM System ist eine spezialisierte Softwarelösung zur zentralen Verwaltung, Anreicherung und Distribution von Produktinformationen. Es sammelt Daten aus verschiedenen Quellsystemen, strukturiert sie innerhalb eines flexiblen Datenmodells und stellt sie zielgerichtet für unterschiedliche Ausgabekanäle bereit. Dabei begleitet es Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg.
Für ein klares Verständnis ist die Abgrenzung zu angrenzenden Systemen entscheidend. Ein ERP-System verwaltet in erster Linie operative und transaktionale Informationen wie Bestände, Preise, Lieferanten oder Finanzkennzahlen. Diese Daten sind essenziell für logistische und kaufmännische Prozesse, decken jedoch die Anforderungen moderner Produktkommunikation nur teilweise ab. Ein Content-Management-System dient der Erstellung und Pflege redaktioneller Inhalte auf Websites. Es stellt Inhalte dar, verwaltet jedoch keine komplexen Attributstrukturen oder Variantenmodelle auf Produktebene. Ein Digital Asset Management System organisiert Medien wie Bilder, Videos oder Dokumente. Es sorgt für strukturierte Ablage und Versionierung von Assets, ohne die vollständige Produktdatenlogik abzubilden.
Das PIM System verbindet diese Welten.
Es übernimmt Stammdaten aus dem ERP, ergänzt sie um marketingrelevante Attribute, verknüpft Medien aus dem DAM und bereitet sämtliche Informationen für E-Commerce-Plattformen, Marktplätze oder Printausgaben auf. Dabei entsteht eine zentrale Informationsquelle, die kanalübergreifend genutzt werden kann.
Technisch basiert ein PIM System auf einem flexiblen und skalierbaren Datenmodell. Produkte werden als Entitäten definiert, denen Attribute unterschiedlichen Datentypen zugeordnet sind. Hierarchien strukturieren Produktfamilien und Kategorien. Varianten können über definierte Attributkombinationen abgebildet werden. Vererbungsmechanismen ermöglichen die effiziente Pflege gemeinsamer Eigenschaften innerhalb einer Produktstruktur.
Diese Architektur erlaubt es, komplexe Sortimente mit hoher Variantenvielfalt zu verwalten, ohne dass redundante Datensätze entstehen. Gleichzeitig bleibt das System anpassungsfähig gegenüber neuen Marktanforderungen oder zusätzlichen Vertriebskanälen.
Wie eine PIM Software zum Unternehmenserfolg beiträgt
Die Einführung eines PIM Systems beeinflusst operative Abläufe und strategische Kennzahlen gleichermaßen. Einer der zentralen Effekte betrifft die Beschleunigung der Time-to-Market. Wenn Produktinformationen strukturiert vorliegen und automatisiert in verschiedene Kanäle ausgespielt werden können, verkürzt sich die Zeit zwischen Produktentwicklung und Markteinführung erheblich.
Interne Prozesse gewinnen ebenfalls an Effizienz. Marketing, Produktmanagement, Vertrieb und IT arbeiten auf einer gemeinsamen Datenbasis. Änderungen werden versioniert dokumentiert und sind transparent nachvollziehbar. Abstimmungsprozesse erfolgen innerhalb definierter Workflows. Dadurch sinkt der Koordinationsaufwand, während die Prozesssicherheit steigt.
Die Datenqualität verbessert sich nachhaltig. Durch Pflichtfelder, Validierungsregeln und definierte Freigabeprozesse wird sichergestellt, dass nur geprüfte und vollständige Datensätze veröffentlicht werden. Diese Qualitätssicherung wirkt sich direkt auf die Kundenzufriedenheit aus. Klare Produktinformationen reduzieren Unsicherheiten und minimieren Fehlkäufe.
Internationalisierung stellt eine weitere Herausforderung dar, die durch ein PIM System strukturiert adressiert wird. Mehrsprachige Attribute, länderspezifische Besonderheiten und regulatorische Anforderungen können innerhalb eines einheitlichen Datenmodells verwaltet werden. Produkte bleiben logisch verknüpft, während regionale Anpassungen kontrolliert gesteuert werden.
Auch im Hinblick auf Omnichannel-Strategien entfaltet ein PIM System seine Stärke. Unterschiedliche Kanäle erfordern angepasste Informationsdarstellungen. Ein zentral gepflegtes Produkt kann dennoch in variierter Form ausgespielt werden. Diese Flexibilität unterstützt eine konsistente Markenkommunikation über alle Touchpoints hinweg.
Langfristig trägt das PIM System zur Skalierbarkeit des Geschäftsmodells bei. Es schafft die Voraussetzung für strukturiertes Wachstum, reduziert operative Reibungsverluste und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit in datengetriebenen Märkten.
Basisfunktionen moderner Systeme
Ein leistungsfähiges PIM System zeichnet sich durch ein flexibles und zugleich klar strukturiertes Datenmodell aus. Dieses Datenmodell bildet die Grundlage für sämtliche weiteren Funktionen. Jedes Produkt wird als eigenständige Entität definiert und mit Attributen versehen, die unterschiedliche Datentypen annehmen können. Textfelder, numerische Werte, Maßeinheiten, Referenzen auf andere Produkte oder Medienobjekte werden systematisch erfasst. Die Modellierung entscheidet darüber, wie präzise und skalierbar Produktinformationen gepflegt werden können.
Eine zentrale Rolle spielt die Strukturierung über Hierarchien und Klassifikationen. Produktfamilien, Warengruppen oder technische Kategorien werden innerhalb des Systems logisch organisiert. Dadurch entsteht eine klare Navigationsstruktur, die nicht nur für die interne Pflege relevant ist, sondern auch für die spätere Ausspielung in Shops oder Kataloge. Klassifikationsstandards wie eCl@ss oder ETIM lassen sich in vielen Systemen integrieren, wodurch branchenspezifische Anforderungen abgebildet werden können.
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Variantenmanagement gehört zu den komplexesten Aufgaben im Produktdatenmanagement. Ein modernes PIM System ermöglicht die Definition von Variantenattributen, etwa Farbe, Größe oder technische Ausprägung. Diese Attribute werden logisch miteinander kombiniert, sodass Varianten automatisiert generiert oder strukturiert verwaltet werden können. Vererbungsmechanismen sorgen dafür, dass gemeinsame Eigenschaften auf untergeordnete Produkte übertragen werden. Dadurch reduziert sich der Pflegeaufwand erheblich.
Ein weiterer Kernbereich betrifft Workflows und Freigabeprozesse. Innerhalb eines Systems lassen sich Bearbeitungs- und Prüfprozesse definieren. Verantwortlichkeiten werden klar zugeordnet, Statusmodelle bilden den Fortschritt eines Produkts ab. Ein Datensatz kann beispielsweise den Status „in Bearbeitung“, „zur Prüfung“ oder „freigegeben“ durchlaufen. Diese Prozesslogik erhöht die Transparenz und minimiert Fehlerquellen.
Datenqualität
Die Sicherstellung von Datenqualität erfolgt über Validierungsregeln. Pflichtfelder verhindern unvollständige Datensätze. Plausibilitätsprüfungen erkennen fehlerhafte Werte. Viele Systeme bieten zudem Dashboards, die den Vollständigkeitsgrad einzelner Produkte visualisieren. Diese Transparenz unterstützt datengetriebene Entscheidungen und ermöglicht gezielte Optimierungen.
Import- und Exportfunktionen sind für den operativen Einsatz entscheidend. Daten aus ERP-Systemen werden automatisiert übernommen. Updates können in definierten Intervallen synchronisiert werden. Für die Ausspielung in Vertriebskanäle stehen unterschiedliche Exportformate zur Verfügung. Feeds für Marktplätze, strukturierte Dateien für Printprozesse oder API-basierte Bereitstellungen für Online-Shops lassen sich innerhalb des Systems konfigurieren.
Diese funktionalen Bausteine bilden das Fundament moderner PIM Systeme und ermöglichen eine strukturierte Steuerung komplexer Produktinformationen.
Systemlandschaft: Die wichtigsten Schnittstellen
Ein PIM System entfaltet seine Wirkung im Zusammenspiel mit der bestehenden IT-Landschaft. Die Integration mit angrenzenden Systemen entscheidet über Effizienz, Aktualität und Konsistenz der Datenflüsse.
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Die Anbindung an das ERP-System bildet häufig den Ausgangspunkt. Produktstammdaten wie Artikelnummern, Preise oder Lagerinformationen werden automatisiert übernommen. Die Synchronisation erfolgt über definierte Schnittstellen, die entweder bidirektional oder unidirektional gestaltet sind. Eine klare Definition der Datenhoheit ist dabei essenziell. Technische Attribute können beispielsweise im ERP gepflegt werden, während marketingrelevante Informationen im PIM entstehen.
Die Integration eines DAM Systems sorgt für die strukturierte Verknüpfung von Medien mit Produkten. Bilder, Videos oder technische Dokumentationen werden im DAM verwaltet und im PIM referenziert. Dadurch bleiben Medien versioniert und zentral zugänglich. Content-Management-Systeme und Shopsysteme greifen auf strukturierte Produktdaten aus dem PIM zu. Moderne Architekturen nutzen REST-APIs oder GraphQL-Schnittstellen, um Daten in Echtzeit bereitzustellen. Eventbasierte Mechanismen ermöglichen die automatische Aktualisierung bei Änderungen.
Marktplatzanbindungen stellen besondere Anforderungen. Jeder Marktplatz definiert eigene Attributstrukturen und Pflichtfelder. Innerhalb des PIM Systems werden Mapping-Regeln definiert, die interne Datenmodelle in kanalspezifische Formate transformieren. Dadurch wird eine konsistente und effiziente Ausspielung ermöglicht.
In komplexen IT-Landschaften kommen Middleware-Lösungen oder Integrationsplattformen zum Einsatz. Sie übernehmen die Orchestrierung von Datenflüssen und sorgen für stabile Prozesse zwischen verschiedenen Systemen.
Die Qualität der Schnittstellenarchitektur beeinflusst maßgeblich die Zukunftsfähigkeit eines PIM Systems. Eine API-orientierte Struktur ermöglicht flexible Erweiterungen und unterstützt moderne Composable-Commerce-Ansätze.
Hier kannst Du Dir unsere Übersicht der wichtigsten Schnittstellen herunterladen:
Das richtige System auswählen
Die Auswahl eines geeigneten PIM Systems erfordert eine strukturierte Herangehensweise. Zunächst sollten fachliche und technische Anforderungen präzise definiert werden. Dazu zählen Attributvielfalt, Variantenlogik, Integrationsanforderungen und geplante Vertriebskanäle. Die Flexibilität des Datenmodells ist ein zentrales Bewertungskriterium. Unternehmen müssen prüfen, wie einfach sich neue Attribute oder Produktstrukturen abbilden lassen. Die Qualität der API-Schnittstellen entscheidet über die Integrationsfähigkeit in bestehende Architekturen.
Cloudlösungen bieten schnelle Implementierung und kontinuierliche Updates. On-Premises-Modelle erlauben umfassende Kontrolle über Infrastruktur und Datensicherheit. Open-Source-Ansätze ermöglichen hohe Anpassungsfähigkeit, setzen jedoch technisches Know-how voraus. Ein Proof of Concept schafft Klarheit über die Praxistauglichkeit. Reale Anwendungsfälle werden getestet, Integrationsszenarien simuliert und Performance überprüft. Referenzgespräche mit bestehenden Kund:innen liefern zusätzliche Einblicke.
Eine fundierte Auswahlentscheidung berücksichtigt langfristige Skalierungspläne und strategische Ziele des Unternehmens. Um Dir diese Auswahl zu erleichtern, haben wir eine Checkliste erstellt. Diese kannst Du Dir hier herunterladen:
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PIM Projekt richtig aufsetzen
Die Einführung eines PIM Systems beginnt mit einer umfassenden Analyse der bestehenden Datenlandschaft. Unternehmen müssen ihre aktuellen Produktdatenstrukturen, Prozesse und Systemabhängigkeiten transparent erfassen. Dabei wird häufig deutlich, wie stark Daten fragmentiert sind und welche Inkonsistenzen bestehen.
Ein zentrales Element der Vorbereitungsphase ist die Datenbereinigung. Unvollständige oder fehlerhafte Datensätze sollten vor der Migration korrigiert werden. Diese Phase entscheidet maßgeblich über die Qualität des späteren Systems.
Während der Implementierung wird das Datenmodell konfiguriert. Attribute, Hierarchien und Variantenstrukturen werden definiert. Gleichzeitig werden Schnittstellen eingerichtet und Workflows modelliert. Eine enge Abstimmung zwischen Fachabteilungen und IT ist entscheidend für eine praxisnahe Umsetzung. Change Management spielt hier ebenso eine bedeutende Rolle. Ein PIM System verändert Arbeitsweisen und Verantwortlichkeiten. Mitarbeitende benötigen Schulungen und klare Prozessdefinitionen. Eine transparente Kommunikation erhöht die Akzeptanz und unterstützt den erfolgreichen Rollout.
Performance und Skalierbarkeit müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Große Sortimente mit hoher Variantenanzahl stellen besondere Anforderungen an Systemarchitektur und Infrastruktur. Cloudbasierte Lösungen bieten hier flexible Ressourcenmodelle, während On-Premises-Installationen mehr Kontrolle über die technische Umgebung ermöglichen. Ein strukturiertes Projektvorgehen reduziert Risiken und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung des Systems.
Was kostet ein PIM System wirklich?
Die Kosten eines PIM Systems lassen sich nur sinnvoll bewerten, wenn der gesamte Lebenszyklus betrachtet wird. Neben der reinen Lizenz spielen Implementierung, Integration, Datenmigration, Schulung und laufender Betrieb eine zentrale Rolle. Eine isolierte Betrachtung der Softwarekosten greift zu kurz, da der eigentliche Aufwand häufig in der Anpassung an bestehende Strukturen liegt.
Lizenzmodelle variieren je nach Anbieter. Cloudbasierte Systeme arbeiten in der Regel mit abonnementbasierten Preismodellen, die sich an Nutzeranzahl, Funktionsumfang oder Datenvolumen orientieren. Diese Modelle bieten Planbarkeit und regelmäßige Updates. On-Premises-Lösungen erfordern häufig eine einmalige Lizenzinvestition zuzüglich Wartungsvertrag. Hinzu kommen Infrastrukturkosten für Server, Datenbanken und Sicherheitsmaßnahmen.
Hier kannst Du Dir unsere Übersicht von Preismodellen herunterladen:
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Ein wesentlicher Kostenfaktor liegt in der Implementierung. Die Konfiguration des Datenmodells, die Definition von Workflows und die Einrichtung von Schnittstellen erfordern fachliche und technische Expertise. Je komplexer die bestehende Systemlandschaft, desto höher fällt der Integrationsaufwand aus. Besonders bei individuellen ERP- oder Legacy-Systemen kann die Entwicklung passender Schnittstellen signifikante Ressourcen binden.
Die Datenmigration stellt eine weitere Herausforderung dar. Historisch gewachsene Datenbestände müssen analysiert, bereinigt und strukturiert in das neue System überführt werden. Dieser Prozess ist häufig arbeitsintensiver als erwartet, da Inkonsistenzen und fehlende Attribute erst während der Migration sichtbar werden.
Laufende Betriebskosten umfassen Hosting, Wartung, Support und Weiterentwicklung. Ein PIM System ist kein statisches Projekt. Mit neuen Kanälen, Märkten oder regulatorischen Anforderungen entstehen kontinuierliche Anpassungsbedarfe. Unternehmen sollten daher langfristige Skalierungskosten einplanen. Dem gegenüber stehen Effizienzgewinne, reduzierte Fehlerquoten und beschleunigte Markteinführungen. Der wirtschaftliche Nutzen ergibt sich aus optimierten Prozessen, geringerer manueller Pflege und höherer Datenqualität. Eine fundierte Wirtschaftlichkeitsanalyse berücksichtigt daher direkte Kosteneffekte sowie strategische Potenziale.
Trends: Wie sich PIM Systeme weiterentwickeln
Zunehmende Modularisierung moderner IT-Architekturen prägt die technologische Entwicklung im Bereich PIM stark. API-orientierte Systeme gewinnen an Bedeutung, da sie sich flexibel in Composable-Commerce-Umgebungen integrieren lassen. Headless-Ansätze ermöglichen die Entkopplung von Datenhaltung und Frontend-Darstellung. Produktinformationen können dadurch in unterschiedlichen Interfaces genutzt werden, ohne dass das Kernsystem angepasst werden muss.
Ein weiterer Trend betrifft die stärkere Verschmelzung von PIM und Master-Data-Management-Funktionalitäten. Unternehmen streben ganzheitliche Datenstrategien an, in denen Produkt-, Kunden- und Lieferantendaten konsistent miteinander verknüpft sind. Diese Entwicklung erhöht die Anforderungen an Datenmodellierung und Governance.
Auch Echtzeitfähigkeit gewinnt an Relevanz. Eventbasierte Architekturen sorgen dafür, dass Änderungen im PIM unmittelbar an angeschlossene Systeme übermittelt werden. Dadurch entstehen dynamische Datenflüsse, die aktuelle Informationen über alle Kanäle hinweg sicherstellen. Zunehmend rückt zudem die Integration analytischer Funktionen in den Fokus. Datenqualität, Attributnutzung und Performance einzelner Produktinformationen lassen sich auswerten und optimieren. PIM Systeme entwickeln sich damit zu aktiven Steuerungsinstrumenten für Produktkommunikation.
KI im PIM System: Potenziale und Grenzen
Wir vergessen natürlich die Künstliche Intelligenz in diesem Atemzug nicht. Automatisierte Attributanreicherung kann fehlende Informationen auf Basis vorhandener Datenquellen ergänzen. Klassifikationsmodelle erkennen Produktkategorien und ordnen Artikel strukturiert ein. Sprachmodelle unterstützen bei der Erstellung von Produktbeschreibungen in unterschiedlichen Tonalitäten oder Sprachen.
Im Bereich Variantenmanagement kann KI Muster in bestehenden Strukturen erkennen und Vorschläge für neue Kombinationen generieren. Bildanalysemodelle ermöglichen die automatische Verschlagwortung von Medien und erleichtern die Verknüpfung mit Produktattributen. Diese Potenziale setzen jedoch eine hohe Datenqualität voraus. Inkonsistente oder unstrukturierte Datensätze führen zu fehlerhaften Ergebnissen. KI-Systeme verstärken vorhandene Muster und reproduzieren strukturelle Schwächen. Eine saubere Datenbasis bildet daher die Grundlage für erfolgreiche KI-Integration. Governance bleibt ebenfalls entscheidend. Automatisierte Generierung von Inhalten erfordert klare Freigabeprozesse. Unternehmen müssen sicherstellen, dass erzeugte Texte fachlich korrekt und markenkonform sind. KI unterstützt Prozesse, ersetzt jedoch keine strategische Datenverantwortung.
In unserem Whitepaper gehen wir im Detail auf den Einsatz von KI in PIM- und DAM Systemen ein:
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Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen im Kontext eines PIM Systems
Regulatorische Anforderungen und ESG-Vorgaben beeinflussen zunehmend die Struktur von Produktdaten. Informationen zu Materialherkunft, CO₂-Emissionen, Recyclingfähigkeit oder Lieferketten werden für viele Branchen verpflichtend. Diese Daten müssen strukturiert erfasst und nachvollziehbar dokumentiert werden.
Ein PIM System bietet die Möglichkeit, entsprechende Attribute in das bestehende Datenmodell zu integrieren. Dies verknüpft Zertifikate und Nachweise direkt mit Produkten. Versionierung und Audit-Trails ermöglichen die lückenlose Dokumentation von Änderungen. Dadurch entsteht Transparenz gegenüber Behörden, Geschäftspartnern und Endkund:innen.
Im Kontext des Digital Product Passport, der in verschiedenen Industrien an Bedeutung gewinnt, spielt das PIM System eine zentrale Rolle. Produktinformationen müssen langfristig zugänglich und standardisiert bereitgestellt werden. Eine konsistente Datenarchitektur erleichtert die Einhaltung dieser Anforderungen.
Nachhaltigkeitsdaten gewinnen auch aus Marketingperspektive an Relevanz. Transparente Produktinformationen stärken Vertrauen und unterstützen nachhaltige Kaufentscheidungen. Ein strukturiertes PIM System schafft die technische Basis für diese Transparenz.
Fazit: Das PIM System als digitales Fundament skalierbarer Geschäftsmodelle
Quelle: DALL-E
Ein PIM System bildet das Rückgrat moderner Produktkommunikation. Es strukturiert komplexe Datenlandschaften, verbindet unterschiedliche Systeme und schafft eine zentrale Informationsquelle für alle Kanäle. Durch klare Datenmodelle, definierte Workflows und integrierte Qualitätsmechanismen erhöht es Effizienz und Transparenz.
Unternehmen profitieren von verkürzten Markteinführungszeiten, verbesserter Datenqualität und reduzierten Abstimmungsprozessen. Dies stärkt die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells, da neue Märkte und Vertriebskanäle auf einer stabilen Datenbasis aufsetzen können. Technologische Entwicklungen wie API-First-Architekturen, Echtzeitintegration und KI erweitern die Möglichkeiten kontinuierlich. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen und Nachhaltigkeitsvorgaben. So unterstützt ein leistungsfähiges PIM System Unternehmen dabei, diese Herausforderungen strukturiert zu bewältigen.
Damit wird deutlich, welche strategische Bedeutung ein PIM System im digitalen Umfeld besitzt. Es ist die infrastrukturelle Grundlage für konsistente Produktdaten, effiziente Prozesse und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit.
Bildquellen
- Schnittstellen (1): DALL-E
- PIM System: DALL-E
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