Stand der Digitalisierung in Deutschland – ein Ausblick auf 2023


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Eine Umfrage der IHK, die im Jahr 2022 veröffentlicht wurde, stellt heraus, dass deutsche Unternehmen immer noch Nachholbedarf in der Disziplin „Digitalisierung“ haben. Dieser Artikel zeigt vor welchen Herausforderungen deutsche Firmen stehen. Fortführend benennt er wichtige Maßnahmen aus der Praxis, wie die Digitalisierung zu meistern ist und worauf Unternehmen 2023 Acht geben sollten.

Der Stand der Digitalisierung deutscher Unternehmen

Aus einer IHK Umfrage unter deutschen Unternehmen zum Stand der Digitalisierung geht hervor, dass aufgrund der Pandemie vor allem die Flexibilisierung der Arbeit priorisiert wurde. Nur unter Druck war es vielen Firmen möglich, schnell das Home-Office als effiziente Alternative zum Büro anzubinden. Weitere Gründe für die Digitalisierung sind laut Studie die Kundenbindung und die Kostenersparnis.

Die Flexibilisierung der Arbeitswelt ist mit 51 Prozent der häufigste Grund für Digitalisierung.Studie IHK zur Digitalisierung, publiziert 2022

Während sich vor wenigen Jahren vor allem die mittelständischen Unternehmen gegen Cloud-Anwendungen gewehrt haben, da sie den Verlust der Datenhoheit fürchteten, haben mittlerweile 67 Prozent der befragten Unternehmen Cloud-Lösungen implementiert. Kein Wunder, schließlich ist nur durch die Cloud eine dezentrale Arbeit sinnvoll möglich. Was viele Unternehmen zwar noch nicht implementiert haben, wofür sie sich aber sehr interessieren, ist das Thema Künstliche Intelligenz. Ein Viertel der Firmen plant den Einsatz von KI innerhalb der nächsten drei Jahre.

Die Herausforderungen der Digitalisierung

Die hohe Komplexität der Prozesse und Systeme werden mit 39 Prozent als die größte Herausforderung der digitalen Transformation benannt. Darüber hinaus fehlt es an zeitlichen und physischen Ressourcen sowie an Geld, um die Digitalisierung schneller voranzutreiben.

IT-Sicherheit ist in nahezu allen Unternehmen ein bekanntes Thema. Bei einem Drittel der Unternehmen zeigen sich allerdings organisatorische Lücken insofern, als dass kein Notfallplan existiert.

Bei 66 Prozent der Befragten wird zudem ein politisches Problem sichtbar: Die Breitbandtechnologie ist noch nicht ausreichend verfügbar, sodass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich Wettbewerbsnachteile haben. Technologisch getriebene Geschäftsmodelle können nicht schnell genug umgesetzt werden, soweit sie auf flächendeckenden Internetzugängen fußen.

Die Kompetenzen der eigenen Mitarbeiter werden als weitere Herausforderung der Digitalisierung eingeschätzt. So gilt es, den Wunsch nach Veränderung als Teil eines Digital Mindset in den Köpfen der Belegschaft zu etablieren.

Die Auswahl von Technologie als Schlüssel zum Erfolg

Um dem Ressourcenmangel Herr zu werden, gibt es verschiedene Herangehensweisen. Einige Unternehmen rekrutieren Beratungsunternehmen, andere setzen auf Offshore-Fachkräfte und Entwickler. Eine Reduktion von Personalressourcen kann aber bereits durch die richtige Auswahl von Technologien erzielt werden. Sogenannte No-Code-Anwendungen machen das Zurechtschneiden (Customizing) von Software auf die Anforderungen der Unternehmen möglich, ohne Entwicklerressourcen monatelang in aufwändigen Implementierungsprojekten zu binden.

Weiterhin ist der Blick auf die bestehende IT-Infrastruktur wichtig. Jede zusätzlich benötigte Schnittstelle kostet Zeit und Geld. Aus diesem Grund ist bei der Auswahl von Software zu prüfen, welche Schnittstellen bereits vorhanden sind und welche Lösung sich mit wenig Aufwand in den vorhandenen Technologie-Stack einweben lässt.

Grundsätzlich sollte in möglichst vielen Abteilungen die Digitalisierung Einzug halten und viele Prozesse digital abgebildet werden. Je nach Unternehmensgegenstand gelingt dies schnell und mit überschaubarem Aufwand. Bei anderen Unternehmen ist gerade die Digitalisierung mit großen Changeprozessen und ebenso großen Investitionen verbunden. Doch gerade in Querschnittsabteilungen, die in den Verwaltungen fast aller Unternehmen sind, lässt sich die Digitalisierung bereits sehr gut umsetzen. Zum Beispiel in den Marketing-Abteilungen.

Die Digitalisierung von Marketing Prozessen

Bei der Digitalisierung des Marketings erfolgt in der Regel die Betrachtung der Prozesse in allen damit verbundenen Abteilungen. Diese müssen zunächst hinterfragt und optimiert werden. Denn wie der Telefonica-CEO Thorsten Dircks bereits 2015 bemerkte, erhalten Unternehmen bei der Digitalisierung von schlechten Prozessen keine Verbesserung, sondern lediglich wortwörtlich „einen Scheiß digitalen Prozess“.

Typische Marketing-Prozesse in der Praxis, die sich digitalisieren lassen, sind beispielsweise die folgenden:

  • Die Produktion von Content
  • Die Distribution von Content
  • Die Kommunikation mit Kunden
  • Die prozessuale Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Agenturen
  • Das Management von Fotos, Videos und weiteren digitalen Assets

Die hier aufgezeigten Beispiele lassen sich weiter unterteilen. Doch für diese und weitere Prozesse lassen sich Softwarelösungen einsetzen, die den Prozess unterstützen oder sogar weitestgehend automatisieren. So lässt sich die Geschwindigkeit des Prozesses erhöhen, der manuelle Aufwand reduzieren und bestenfalls Kosten einsparen.

Eine besondere Herausforderung stellen der Kreativ-Prozesse dar, vor allem rund um den Einsatz von Fotos und Videos. Beim Management solcher Assets setzen viele Unternehmen auf sogenannte Digital Asset Management Lösungen (DAM-Lösungen), die als Cloud-Lösungen angeboten werden. Sie sorgen für die zentrale Speicherung und den dezentralen Zugriff aller Assets, sodass diese auf allen Touchpoints zum Kunden einsetzbar und kontrollierbar sind. Außerdem ist erst mithilfe solcher Lösungen die Wahrung der Corporate Identity über alle Assets hinweg sichergestellt.

Ein DAM-System sollte sich nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur eines Unternehmens einfügen lassen, um Zeit und Kosten einzusparen.Paul Geske,Field Marketing Specialist DACH bei Bynder

Auch bei der Distribution von Content, etwa auf sozialen Medien, lässt sich mithilfe eines DAM-Systems Zeit einsparen. Mit bereits vorgefertigten Schnittstellen, Layouts und Formaten lassen sich Freigabe-Workflows erstellen, die selbst mit der Einbindung externer Agenturen und Freelancer für alle Prozessteilnehmer transparent sind.

Fazit

Auch wenn ein Großteil deutscher Unternehmen die Digitalisierung vorantreibt, so führt Deutschland im internationalen Vergleich nicht, sondern hechelt der Transformation hinterher. Die Gründe liegen vor allem in fehlenden Personalkapazitäten. Umso wichtiger ist es für die Zukunft, Technologien einzusetzen, die mit wenig zusätzlichen Ressourcen auskommen und eine Adaption an eigene Strukturen und Prozesse einfach machen. Selbst wenn wir auf eine Rezession zusteuern, sollten Unternehmen gerade jetzt in ihre Wettbewerbsfähigkeit investieren, damit sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können.

Bildquellen

  • digitization-g4b012fb03_1920: Pixabay
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