7 Überlebensstrategien für Unternehmen in Zeiten von Corona


SXSW, Internetworld, CMCX – die Liste abgesagter Messen wird auch im Online-Marketing und E-Commerce immer länger. Veranstalter, Speaker und Aussteller bleiben dabei auf der Strecke. Welche Strategien können Unternehmen angehen, um in Zeiten des Corona Virus zu überleben? Der folgende Artikel betrachtet Kosteneinsparungen und Alternativen der Umsatzgenerierung.

So wie viele Unternehmen sind auch wir von contentmanager.de Opfer des Corona Virus geworden. Nicht im Sinne einer Krankheit. Jedoch hatten wir noch bis Freitag damit gerechnet, auf der CMCX in München auszustellen und zahlreiche Partner zu treffen. Samstag kam dann die finale Absage des Veranstalters. Bedingt durch Messeausfälle entstehen Umsatzeinbrüche auch im gesamten Tourismus-Umfeld. Die Berliner Zeitung erklärte, dass der Ausfall der ITB-Messe die Stadt Berlin Milliarden kosten wird. Die Ansteckung des COVID-19 steigt weiter an. (Siehe dazu auch Einschätzung der aktuellen Risiko-Lage des Robert Koch Instituts).

Für Unternehmen entstehen jetzt diverse Aktionsfelder von Vertrieb über interne Kommunikation bis zu HR-Bereich, in denen sie Entscheidungen treffen müssen, um die Corona-Krise zu bewältigen. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zum perfekten Home Office.

 

1) Erstellen Sie Ihren betrieblichen Pandemie-Plan

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat ein Handbuch herausgegeben, dass Betrieben dabei hilft, einen Pandemie-Plan aufzustellen. Falls Sie noch nicht über einen solchen Plan verfügen, sollten Sie vor allem über die folgenden Fragestellungen nachdenken:

  • Haben Sie relevante Hygiene-Maßnahmen durchgeführt und kommuniziert?
  • Wie ist die Beschaffung und Auslage von Desinfektionsmitteln und medizinischen Artikeln organisiert?
  • Wie ist die Aufrechterhaltung des Kernbetriebs geregelt? Existiert ein Vertretungsplan?
  • Was passiert, wenn ein Mitarbeiter erkrankt? (Sind die Kommunikationswege bekannt und definiert?)
  • Was passiert, wenn die Geschäftsführung erkrankt? (Vollmachten? Bankzugang und Passwörter? Wer übernimmt?)
  • Gibt es eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat?
  • Gibt es eine Krisen-PR?

Erstellen Sie ein Handbuch, dass diese Punkte regelt und den Mitarbeitern im Unternehmen bekannt ist.

 

2) Shiften Sie Budgets im Vertriebsprozess um

Wenn Messen, Kongresse und andere Events in nächster Zeit wegfallen, muss sich der Vertrieb etwas Neues einfallen lassen, um an Kunden und neue Umsätze zu gelangen. Naheliegend ist die Verstärkung des digitalen Vertriebs. Wurden neue Leads bisher hauptsächlich auf den Messen generiert, sollten Unternehmen so schnell wie möglich die Budgets umshiften. Dabei ist es hilfreich zu wissen, was der Lead im Durchschnitt auf einer Messe kostet.

Damit die Leads über das Internet generiert werden können, brauchen Unternehmen eine gehörige Portion Content sowie Traffic und Marketing Automation Lösungen. In vielen Fällen haben Unternehmen an dieser Stelle bereits Aktivitäten betrieben, was eine Reallokation der Budgets nun leichter macht.

Lesen Sie auch unseren Artikel zur Optimierung von Budgets in Zeiten von Corona

Ebenso weiterführend ist der Artikel zu 5 ungewöhnlichen Einsparpotentialen.

 

3) Weg vom Neukunden

Die Neukundengenerierung geht oft mit hohen Kosten einher. Eine weitere Strategie kann deshalb darin bestehen, die aktuellen Kundenbeziehungen zu intensivieren. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass man sich bereits kennt und bestenfalls vertraut. Allerdings sollte man bei der Ansprache der eigenen Kunden berücksichtigen, dass sie derzeit dieselben Probleme haben wie das eigene Unternehmen. Der Fokus der Kommunikation soll also auf die Aktionsbereiche ausgerichtet werden, bei dem Ihr Unternehmen einen klaren Mehrwert bieten kann, der auch unter den aktuellen Umständen funktioniert. Der Ausbau einer bestehenden Kundenbeziehung ist sehr sinnvoll, aber ganz ohne Neukunden geht es natürlich nicht. Neue Geschäftsbeziehung sind gerade im B2B Bereich schwierig und ist zum großen Teil „Peoples Business“. Das wird natürlich nicht leichter, wenn er durch die aktuelle Lage nur auf digitaler Ebene stattfinden soll. Der Aufbau von automatisierten Funnels ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn er genau die richtige Ansprache und die Richtigen Inhalte hat. Dies erfordert viel Feingefühl, Kreativität und das richtige Pricing.

 

4) Setzen Sie auf Webinare als Alternative zu Live-Events

Einige Event-Veranstalter bereiten als Ersatz zur Messe/Konferenz ein digitales Event vor. Meistens versteckt sich bei Konferenz-Veranstaltern dahinter ein Webinar oder sogar mehrere parallele Webinar-Sessions. Der Vorteil: Speaker und Teilnehmer können bequem vom Office oder sogar dem heimischen PC aus im Homeoffice das Webinar verfolgen und die Ansteckungsgefahr ist gleich Null. Zusätzlich können die einmal aufgezeichneten Webinare auch nachhaltig in automatisierte Kommunikationsprozesse eingegliedert werden. Oder die Webinare werden in einer Online-Akademie zusammengeführt, die verkauft wird, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Lesen Sie hier, wie Sie eine Webinar-Strategie entwickeln können.

 

5) Aktionsbereich HR – Mit Homeoffice, Hygiene und Kurzarbeit gegen Corona

Im Personalbereich geht es vor allem darum, das Unternehmen und die Mitarbeiter vor den schlimmsten Katastrophen zu schützen. Dazu zählt, dass der komplette Betrieb geschlossen werden muss, weil sich ein oder mehrere Corona-Fälle bei den Mitarbeitern abzeichnen. Um das zu unterbinden, sind sowohl Hygiene-Vorschriften wichtig als auch eine Regelung zur Arbeit im Home-Office. Das Hygiene-Vorschriften nicht nur gelesen, sondern auch umgesetzt werden, sollte von Seiten des Unternehmens proaktiv geprüft werden. Arbeitsrechtlich werden dem Arbeitgeber darüber hinaus einige Pflichten auferlegt, die er im Unternehmen prüfen sollte.

Für den Fall, dass Umsätze sehr stark einbrechen, muss der Fortbestand des Unternehmens ggf. sogar mit Hilfe von Kurzarbeit gesichert werden.

6) Kommunikation digital – Digitalisieren Sie Meetings

Google war so freundlich, Unternehmen und Schulen die Konferenzsoftware aus der GSuite bis Juli kostenfrei zur Verfügung zu stellen. In jedem Fall sollten Unternehmen die Reisetätigkeit reduzieren, was große Firmen und Konzerne bereits in ihrer Policy integriert haben. Um trotzdem Meetings mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern durchzuführen, bietet sich der Einsatz von Konferenz-Lösungen an. Lesen Sie hier, wie man Online-Konferenzen effizient vorbereitet, durchführt und nachbereitet.

 

7) Betrachten Sie Ihre Kosten

Um die Kosten zu senken oder bereits bezahlte Aktionen zu canceln, sollten Unternehmen eine Übersicht erstellen, welche Kosten im Zusammenhang mit dem Virus entstanden sind und in Zukunft entstehen können, die es zu vermeiden gilt.

Soweit zum Beispiel Kosten für Bahnfahrten enstanden sind, die für eine Messe bezahlt wurden, die nicht stattfindet, kann man unter Umständen die Bahnkosten bei der Deutschen Bahn erstatten lassen. In diesem Zusammenhang spricht die Bahn von einer Kulanzregelung.

Auch bei bereits bezahlten Flugkosten sollten Sie bei dem Reiseveranstalter bzw. der Fluggesellschaft prüfen, inwieweit eine Erstattung realisiert werden kann.

Bei Business-Events, wie Messen, Konferenzen oder Netzwerkveranstaltungen muss beim Veranstalter erfragt werden, ob eine Verschiebung oder Absage des Events geplant ist oder die Kosten anderweitig erstattet werden können.

Die folgende Liste dient als Anhaltspunkt für Kostensparpotentiale für Ihr Unternehmen, um zu prüfen, wo Sie kurz- und mittelfristig Kosten einsparen können:

  • Miete – soweit Homeoffice-Regelungen für das Unternehmen eine Möglichkeit darstellt, sollte der Mietvertrag und Kündigungsoptionen zumindest für Teilflächen geprüft werden
  • Personalkosten – Neben Kurzarbeit sind auch bei Neueinstellungen in der Probezeit notfalls Kosten einzusparen
  • Kfz-Kosten – Da die Reisetätigkeit künftig eingeschränkter sein wird, können eventuell einige Firmenwagen gekündigt werden und auf Pool-Wagen umgestellt werden
  • Reisekosten – Dieser Kostenfaktor wurde bereits ausführlich erklärt
  • Fortbildungskosten – Digitale Fortbildung ist derzeit die vermutlich bessere und kostengünstigere Alternative.
  • Der Staat wird voraussichtlich einigen Unternehmen, die besonders schwer betroffen sind, finanziell „unter die Arme“ greifen. Auch diese Option müssen Sie prüfen.

 

Fazit: Eine Strategie ist unverzichtbar

Die Corona-Krise betrifft immer mehr Lebensbereiche der Menschen und der Unternehmen. Eine Krisenstrategie ist für das Überleben des Unternehmens unverzichtbar. Aus diesem Grund müssen sich Unternehmen aller Größen damit beschäftigen, wie sie in den nächsten Wochen ihren Betrieb führen und in welchen Situationen sie wie reagieren. Für die Unternehmen, die ihr Geschäft auf Events aufgebaut haben, wird die nächsten Monate eine bittere Zeit auf sie zukommen. Eine Diversifikation der Geschäftsstrategie und vielleicht sogar des Geschäftsmodells ist notwendig! Bei all den Risiken sollten Sie unbedingt darauf achten, transparent und regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern zu sprechen. Krisen dieser Art schüren Ängste, die nur mit Hilfe geeigneter interner Kommunikation gelöst werden können.

Wichtig: Lesen Sie hier, wie Sie nach der Corona-Krise neu durchstarten und worauf Sie bei Ihrer Corona Exit Strategie achten müssen.

 

Bildquellen

  • Unternehmensstrategie-Corona: Photo by Travis Saylor from Pexels
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