Gastbeitrag: Den digitalen Reifegrad bestimmen

Auch wenn in Unternehmen heute niemand mehr 20 Jahre alte Telefone und Software verwendet, halten viele nichtsdestotrotz an veralteten Organisationsstrukturen, Prozessen und Unternehmensanwendungen fest – getreu dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht“. Doch genau das ist ein fataler Fehler, denn innerhalb der nächsten Jahre wird disruptive Technologie vier von zehn Organisationen verdrängen. Unternehmen – sowohl im B2C als auch im B2B – sollten sich daher überlegen, wie sie die zahlreichen Möglichkeiten, die sich im Rahmen der Digitalisierung ergeben, gewinnbringend für sich nutzen können. Damit dies gelingt, sollten sie keineswegs abwarten, an alten Organisationsstrukturen festhalten und die neuen Entwicklungen ignorieren, sondern vielmehr einen digitalen Footprint hinterlassen. Dieser ist notwendig für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und die Begeisterung der eigenen Mitarbeiter.

Das A und O für jedes agile Unternehmen: Die digitale Roadmap

Es gibt keine „One-Fits-All-Lösung“, weshalb moderne Organisationen auf den Ansatz „Trial-and-Error“ setzen sollten. Vielmehr gilt es, einen individuellen Strategiefahrplan auszuarbeiten. Damit dies gelingt, ist es im ersten Schritt notwendig, eine interne und eine externe Positionsbestimmung durchzuführen, um daraus die strategischen Eckpfeiler ableiten und eine digitale Roadmap erarbeiten zu können. Klassische Modelle wie die Swot-Analyse oder das Digital-Maturity-Model (DM³) bieten den Unternehmen wertvolle Hilfestellung, wenn es darum geht, den digitalen Reifegrad zu bestimmen. Umfangreiche Fragebögen und Interviews mit Führungskräften sowie Fachverantwortlichen des Unternehmens ermöglichen, die Funktionsbereiche Strategie, Marketing, Vertrieb, Service, Produkt, Innovationsmanagement, IT und HR umfassend zu beleuchten. Folgende Fragen sollten sich Unternehmen im Rahmen der digitalen Standortbestimmung stellen:

Bin ich in der Lage, Kundendaten und -verhalten umfangreich zu analysieren?

Die eingesetzten Technologien unterstützen digitale Geschäftsmodelle und durchgängige Geschäftsprozesse ohne Medienbrüche für beteiligte Stakeholder optimal. Das ermöglicht, Kundendaten und -verhalten umfangreich zu analysieren. Die Ergebnisse der Analysen sind für alle relevanten Unternehmensabteilungen direkt verfügbar und können geschäftskritische Entscheidungen beeinflussen.

Habe ich alle notwendigen Prozesse implementiert?

Die Prozesse sind nicht nur digital unterstützt, sondern abteilungsübergreifend geplant und koordiniert um- bzw. zusammengesetzt. Zwecks Erfolgsmessung haben Unternehmen relevante KPIs definiert und Metriken festgelegt, sodass sie Verbesserungen kurzfristig umsetzen können.

Quelle: diva-e

Gelingt es, meine Inhalte über alle Kanäle zu streuen?

Über Open-Data-Spaces erhalten alle Mitarbeiter Zugriff auf Unternehmensdaten (z.B. Produktdaten), um neue Innovationen ohne Zeitverzug umsetzen zu können. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot des Unternehmens ist nicht nur über traditionelle Vertriebswege, sondern auch online auffindbar. Zudem ist der Prozess rund um die Erstellung, Anreicherung und Verwaltung von Informationen softwaretechnisch unterstützt und fest definiert.

Bin ich experimentierfreudig und risikobereit, um neue Ideen umzusetzen und flexibel auf die Anforderungen meiner Kunden reagieren zu können?

Unternehmen konkretisieren ihre Zielgruppendefinitionen. Dadurch können sie ihren Personas passende Themen digital bereitstellen. Solche Unternehmen agieren experimentierfreudig und risikobereit, wenn es darum geht, neue Ideen umzusetzen und einen Mehrwert für Kunden zu generieren – anstatt den Fehler zu begehen, in starren Organisations- und Projektstrukturen zu verharren. Vielmehr sind Flexibilität und ein unbedingtes Verständnis für neue, alternative und sogar unbequeme Verhaltensweisen zur Normalität geworden. Floskeln wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ haben agile Unternehmen aus ihrem Sprachgebrauch verbannt. Da ihnen der Einfluss der Digitalisierung bewusst ist, hat auch die Geschäftsführung dieses Thema auf der Agenda. Dadurch kann das Unternehmen seinen Interessenten und Kunden ein konsistentes, personalisiertes Kundenerlebnis bieten. Ebenso wichtig sind allerdings auch Aus- und Weiterbildungen sowie ein interner Wissensaustausch.

Über den Autor

Quelle: diva-e

Alexander Neuhausen ist seit mehr als 15 Jahren im B2B E-Commerce tätig. Bei dem Digital-Dienstleister diva-e Digital Value Enterprise GmbH (www.diva-e.com) verantwortet er als Principal Analyst und Business Consultant die Bereiche Entwicklung und Transformation digitaler Geschäftsmodelle. Dabei unterstützt er Unternehmen bei der Umsetzung ihrer E-Commerce-Initiativen.

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  • Grafik_digitaler-Reifegrad_diva-e: diva-e
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