KI im Unternehmensalltag: 5 Use Cases


KI im Unternehmensalltag

Künstliche Intelligenz ist seit Jahren das heiße Thema. Jeder Trendkompass berichtet von den Fortschritten der KI und wie vielfältig die Einsatzgebiete sind. Doch was sind die genauen Use Cases von KI im Unternehmensalltag? Wir haben fünf Unternehmensbereiche untersucht, in denen schon heute KI-Tools erfolgreich eingesetzt werden. Vom Marketing über den Vertrieb bis hin zum Kundenservice: Alle Beispiele gibt es im Beitrag.

Du willst wissen, wie Du KI in Deinem Unternehmensalltag einsetzen kannst? In unserer Konferenz „KI in der Unternehmenspraxis“ betrachten wir, wie künstliche Intelligenz in verschiedenen Softwarelösungen eingesetzt wird. Expert:innen zeigen, wie der Arbeitsalltag vereinfacht wird, wenn man KI gezielt einsetzt. Am 29.10.2024 findet die Konferenz komplett digital von 9:00 bis 17:30 Uhr statt. Hier kannst Du Dich direkt für die Konferenz kostenfrei anmelden:

KI Konferenz

KI und Recruiting

Der Einsatz von künstlicher künstlicher Intelligenz im Recruiting ist stark umstritten. KI wird vor allem dazu eingesetzt, im ersten Schritt einer Bewerbung die Unterlagen zu sichten und eine Vorauswahl zu treffen. Zusätzlich können durch den Zugriff auf zusätzliche, öffentliche Informationen aus dem Netz auch diese in die Entscheidung einfließen. Dies kann eine einfache Google-Suche des Namens sein oder sogar das Durchforsten der Social Media Kanäle, wenn diese freizugänglich sind.

Die Vorteile von KI im Recruiting sind klar: Zeitersparnis und Objektivität bei der Personalentscheidung. Das Sichten aller Bewerbungen im initialen Schritt benötigt viel Zeit. Außerdem sind Mitarbeitende natürlich auch hier nicht objektiv. Bewerber:innen werden disqualifiziert, weil sie aufgrund von emotionalen Faktoren vom Recruiting-Personal nicht in die nächste Runde eingeladen werden. Bias ist aber auch ein Problem bei der Nutzung von KI-Tools. Theoretisch sollte die KI dabei helfen Diskriminierung zu vermeiden. Die Realität zeigt aber, dass viele künstlichen Intelligenzen die menschlichen Vorurteile übernommen haben. Deswegen ist es beim Einsatz von KI im Recruiting besonders wichtig, dass diese, soweit möglich, vorurteilsfrei programmiert wird.

Die Studie ‚KI im Recruiting: Emotionen, Ansichten, Erwartungen.‘ der Internationalen Hochschule zeigt die Möglichkeiten, die KI im Recruiting bietet, aber auch die Hürden, die sie noch überwinden muss. So ist beispielsweise der Einsatz von KI in den frühen Phasen einer Bewerbung akzeptierter als in den späteren. Das Verfassen von Stellenanzeigen oder das Erstellen eines Eignungsprofils sind Aufgaben, die viele Befragten der KI überlassen würden. Wenn es aber um das Führen oder die Analyse von Bewerbungsgesprächen geht, wollen die meisten einen menschlichen Mitarbeitenden. Trotzdem sehen die Expert:innen die Zukunft des Recruitings in der bewussten Nutzung von KI. Um dies erfolgreich umzusetzen benötigt es Akzeptanz von Seiten der Bewerber:innen und Transparenz von Seiten der Unternehmen.

KI und das Marketing

Die Marketingabteilung ist mit Abstand der erste Bereich, den die meisten Menschen mit KI-Entwicklungen verbinden. Wenn OpenAI Neuerungen wie die Bildbearbeitungsfunktion für DALL-E oder den Video-Generator Sora veröffentlicht, werden sofort Stimmen laut, die diese Funktionen für das Marketing anpreisen. Egal ob Texte, Bilder oder Videos: Durch den Einsatz von KI sollen der Marketingabteilung viele kreative und konzeptionelle Aufgaben abgenommen werden.

Von Artikeln für den Unternehmensblog über Vorschläge für Social Media Posts bis hin zur Unterstützung bei Entscheidungen, KI-Chatbots wie ChatGPT haben viele Einsatzgebiete im Marketing. Das Prinzip ist simpel: Durch knappe Prompts wird der KI mitgeteilt, welches Ergebnis gewünscht ist, und dies wird in Sekundenschnelle (bei den Videos eher in Minuten) erstellt. Die Realität sieht aber so aus: Bei der einfachen Aufgabe des Erstellens eines Fotos braucht es mehrere Anläufe bis man ein akzeptables Ergebnis erhält. Es kommt zum einen auf die Details an, die man der KI im Prompt gibt, zum anderen auf deren Interpretation.

Ein Fallbeispiel

Unser Prompt lautete: Hallo, kannst du mir bitte ein Bild im Format 16:9 erstellen. Es soll fotorealistisch sein. Auf dem Bild ist eine Dame zu sehen. Sie sitzt an einem Schreibtisch in einem Büro. Sie hat einen Laptop und ein Clipboard vor sich. Auf dem Clipboard ist eine Checkliste, die die Dame gerade abhakt.

Ergebnis 1

ChatGPT hat den Prompt umgesetzt. Trotzdem ist dieses Bild nicht verwendbar, da es zwar alle Details enthält, aber die Checkliste auf dem Clipboard nicht richtig abgebildet wurde.

KI Ergebnis

Ergebnis 2

Nachdem die KI aufgefordert wurde, mit demselben Prompt erneut ein Bild zu erstellen, gab es wieder Probleme mit der Checkliste. Außerdem hat die KI einen Haken in der Luft hinzugefügt und bei genauerem Hinschauen fällt auf, dass auch die Hand der abgebildeten Frau einige Makel aufweist. Nun könnte man diese Problemstellen mit dem DALL-E Editor radieren, aber wir geben der KI noch einen letzten Anlauf.

KI Ergebnis 2

Ergebnis 3

Das dritte Bild, das erstellt wurde, erfüllt alle Details und zeigt das Clipboard zum ersten Mal in einer natürlichen Position. Trotzdem gibt es noch Schönheitsfehler. Die Checkliste ist verschwommen, so auch der Becher im Vordergrund. Außerdem sehen die Pakete im Hintergrund und in der vorderen rechten Ecke fehl am Platz aus. Diese Kleinigkeiten kann man nun im nächsten Schritt editieren.

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Finales Ergebnis

Stiftebecher und Pakete wurden entfernt und die Checkliste wurde angepasst. Insgesamt benötigte die KI drei weitere Anweisungen, um das finale Bild zu erzeugen. Nun ist dies aber ein sehr einfaches Bild. Der KI wurden viele Freiheiten in der Gestaltung gegeben und trotzdem mussten die Details noch bearbeitet werden.

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Im Vergleich hierzu wurde dieses Stockfoto innerhalb einer Minute gefunden und heruntergeladen. Der Prompt hierfür war einfach nur Frau, Laptop, Schreibtisch.

Stockfoto BeispielQuelle: Image by nensuria on Freepik

Natürlich kann man nicht alle Designwünsche mit Stockfotos erfüllen. Die KI kann vor allem bei surrealen Ideen glänzen. Trotzdem muss Zeit in das Erstellen von Fotos gesteckt werden. Was unsere Redaktion als besonders frustrierend empfindet, ist, dass sogar, wenn man bereit ist, Zeit in diesen Prozess zu stecken, man nicht weiß, ob am Ende ein brauchbares Ergebnis entstehen wird. Auch mit vielen Prompts und Details ist die KI immer noch unberechenbar. Fügt sie das Clipboard in einer natürlichen Position ein oder werden im nächsten Bild Check-Haken in der Luft erscheinen? Da stellt sich die Frage, ob KI-Tools im Marketing wirklich so hilfreich sind.

KI und der Vertrieb

Die Leadgenerierung für den Vertrieb ist bereits hoch automatisiert. Viele Unternehmen haben diesen Prozess verfeinert, sodass ihre Vertriebsmitarbeiter:innen automatisch warme Leads bekommen. Trotzdem kann auch hier künstliche Intelligenz eingesetzt werden, um den Vertrieb zu entlasten. Wenn der Leadgenerierungsprozess erfolgreich ist, werden den Mitarbeitenden jeden Tag viele Leads präsentiert. Doch die Einschätzung, welche davon relevanter sind und eine höhere Priorität haben, kann eine künstliche Intelligenz übernehmen. So werden die Aufgaben nach Wichtigkeit und Relevanz automatisch organisiert und der Vertriebsmitarbeitende kann sich auf die Akquise erfolgsversprechender Leads konzentrieren. Gleichzeitig stehen ihm oder ihr dafür auch detailliertere Informationen zur Verfügung, die von der KI bereitgestellt werden.

Da das Kundengespräch immer persönlicher werden soll, hilft es zusätzliche Daten des Gegenübers zu besitzen. Mittlerweile kann die KI den Mitarbeiter:innen Informationen zum bisherigen Kaufverhalten geben und darauf basierend bereits Vorschläge für zukünftige Käufe gepaart mit einer Einschätzung zur Kaufwahrscheinlichkeit machen. Das System teilt dem Mitarbeitenden mit warum genau dieser Kunde oder diese Kundin eine hohe Kaufwahrscheinlichkeit für diese individuelle Kaufempfehlung aufweist. Mit diesen Infos kann dann der Vertrieb erfolgreich verkaufen. Dies funktioniert vor allem dann gut, wenn der KI im Voraus viele Informationen über die Organisation selbst zur Verfügung gestellt wurde.

KI und der Kundenservice

KI im Kundenservice ist bereits ein weitverbreitetes Phänomen. Chatbots, die oft gestellte Fragen beantworten, sind Teil unseres Alltags. Vor allem in den Anfangsstadien der Kommunikation ist die KI hilfreich. Entweder der Kunde oder die Kundin stellt eine Frage, auf die der Chatbot schon mehrere Male geantwortet hat und direkt eine passende Antwort parat hat, oder die KI kann Informationen erfragen, die bei der weiteren Bearbeitung der Anfrage wichtig werden. So kann der Kunde oder die Kundin dann an einen menschlichen Mitarbeitenden übergeben werden und dieser muss keine wertvolle Zeit damit verschwenden, Basisinformationen zu erfragen oder schlimmer noch festzustellen, dass er oder sie die falsche Ansprechperson ist.

Für Kund:innen liegen die Vorteile auf der Hand: schnelle Reaktionszeit und Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit. Für die Mitarbeitenden im Kundenservice bringt der Einsatz von Chatbots auch viele Vorteile mit sich. Sie werden entlastet, haben für die Beantwortung von Fragen von vornherein mehr Informationen zur Verfügung und werden nur noch mit Anfragen für größere Probleme konfrontiert. Hier ist sogar der Einsatz von KI-Avataren eine Möglichkeit, um die Erfahrung der Kund:innen noch weiter zu verbessern.

Du suchst nach einer Chatbot Lösung für Dein Unternehmen?

In unserem Marktüberblick Chatbot Lösungen haben wir 12 Lösungen gegenübergestellt. Anhand von 143 Kriterien in 13 Kategorien kannst Du Dich darüber informieren, welche Lösung zu Deinem Unternehmen und Deinen Anforderungen passt.

KI und CDP

CDPs unterstützen ein Unternehmen dabei, Kundendaten zu sammeln und sortieren. Im nächsten Schritt der Analyse dieser Daten kann künstliche Intelligenz Hilfe leisten. Sie kann die Masse an Informationen durchsuchen und Doppelungen oder Fehler direkt beseitigen. Neben der Datenverarbeitung und -bereinigung kann KI auch die Kund:innen in Muster einteilen. Je nachdem nach welchen Merkmalen man die Kundschaft untersuchen will, kann die KI nach demographischen Merkmalen, Verhaltensmustern oder anderen Präferenzen sortieren. Außerdem kann die KI auch zukünftiges Kundenverhalten prognostizieren. Anhand der vorhandenen Daten kann künstliche Intelligenz Wahrscheinlichkeiten errechnen und fundierte Aussagen über die Aktivitäten der Kund:innen tätigen. Wie maschinelles Lernen die Kundenanalyse optimiert, erfährst Du hier.

KI im Unternehmensalltag: Die Konferenz

CDPs sind nicht die einzigen Software-Lösungen, die künstliche Intelligenz nutzen. Von CMS über ERP– bis hin zu DAM-Systemen setzen viele Tools KI in der Anwendung um. Wie genau sie das tun, ist der Kern der Konferenz ‚KI in der Unternehmenspraxis‘. Von Entscheider:innen über Nutzer:innen bis hin zu Einkäufer:innen: Die Konferenz richtet sich an alle Menschen in Unternehmen, die mehr über den Einsatz von KI bei Software-Lösungen erfahren wollen. Die Anmeldung ist einfach und kostenfrei. Sei dabei!

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