Influencer finden: 5 Tipps für die Suche nach Influencern


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Influencer Marketing rückte 2021 zunehmend bei Unternehmen in den Fokus. Den passenden Influencer zu finden, ist allerdings nicht leicht. Denn der richtige Influencer definiert sich längst nicht nur an Followerzahlen. Wie lässt sich der richtige Influencer finden? Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei der Suche achten sollten und liefern Ihnen eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten.

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Im Marketing ist das Engagement auf Social Media Kanälen von Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Das gilt für die eigenen Auftritte auf Facebook, Instagram, Twitter & Co. wie für die Kooperation mit Influencern. Contentmanager.de berichtete 2018 bereits über eine Studie zum Influencer Marketing. Die Erhebung „Der globale Zustand des Influencer-Marketings im Jahr 2019“ zeigt, dass 69 Prozent der befragten Marketing- und PR-Fachleute Influencer Marketing eine wichtige oder sogar höchste strategische Priorität zuschreiben. Und fast drei Viertel der Befragten arbeiten bereits mit 50 oder mehr Influencern zusammen. Nicht zuletzt weisen die Social Media Trends 2022 darauf hin, dass Influencer Marketing auf Instagram, Facebook und Co. erwachsen wird. Mit der steigenden Bedeutung von Influencer Marketing zeigen sich Herausforderungen in dessen Umsetzung. Zu den größten zählt die Suche nach dem richtigen Influencer. Es geht einerseits um einflussreiche Influencer, wie sie vor allem auf Instagram zu finden sind. Andererseits sehen sich Marketeers mit Fake Communities und Fake Engagement konfrontiert. Reichweite ist 2021 also längst nicht mehr das einzige Kriterium für einen guten Influencer. Doch wie lässt sich der richtige Influencer finden? Worauf müssen Sie bei der Auswahl achten? Das erklären wir Ihnen in diesem Beitrag genauer.

Laden Sie sich hier unsere Checkliste „Influencer finden“ herunter.

1. Influencer finden: Auf welchen Plattformen suchen?

Bevor es an die eigentliche Suche geht, sollten Marketeers wissen, wo sie Influencer finden können. Eine Möglichkeit sind Blog-Verzeichnisse und Blogger-Vereinigungen wie bloggerei.de oder bloglovin.com. Marketeers können Influencer ebenso thematisch ausfindig machen. Dazu stehen beispielsweise Seiten wie influma.com zur Verfügung. Und nicht zuletzt gibt es Kooperationsplattformen wie blogvertising.de oder eqolot.com, auf denen Unternehmen eine Influencer-Suche einstellen können – ähnlich einem Bewerbungsportal. Die Kooperationsplattformen sind teils kostenpflichtig.

Rezos Social-Media-Analyse Tool Nindo

Ein Social-Media-Analyse-Tool, dass Marketing Teams bei der Suche nach Influencern hilft, ist außerdem Nindo. Die vom YouTube-Star Rezo entwickelte Plattform ist sowohl als kostenfreie als auch kostenpflichtige Pro-Version verfügbar und liefert umfangreiche, übersichtliche Statistiken zu Social Media Kanälen von Influencern und Künstler:innen. Lesen Sie mehr über Nindo in unserem Wissensbeitrag!

Wer auf die Suche nach Influencern geht, sollte nicht nur Suchkanäle kennen. Vorab müssen Marketeers Fragen beantworten und Anforderungen klären, damit der Influencer zum Unternehmen und dessen Marketing passt.

2. Vorarbeit leisten: Ziele, Zielgruppe, Kanäle und Themen definieren

Influencer agieren in einem bestimmten Followerkreis und spezialisieren sich in der Regel häufig auf ein oder wenige Themen. Das bietet Unternehmen zum einen die Möglichkeit, gezielt ihre Marken und Produkte zu platzieren. Zum anderen stellen diese Parameter Anforderungen: Wer einen Influencer finden möchte, der muss vorab verschiedene Anforderungen definieren und eine Analyse durchführen. Dazu zählt, konkrete Ziele des Influencer Marketings festzulegen sowie die Zielgruppe und relevanten Social Media Plattformen zu identifizieren. Eine Übersicht zeigt, welche Vorarbeit im Detail geleistet werden muss und welche Fragen zu klären sind:

  1. Ziele festlegen: Was will ich mit dem Influencer Marketing erreichen? Das Ziel von Influencer Marketing kann einerseits die Förderung der Markenbekanntheit sein. Andererseits können Marketeers auch beabsichtigen, das Image einer Marke zu verbessern und die Attraktivität dieser zu steigern. Ein weiteres mögliches Ziel ist der Ausbau des Social Media Engagements allgemein. Oder Unternehmen möchten durch die Interaktion zwischen Influencer und Followern mehr Informationen zu ihren potenziellen Kunden sammeln. Selbstverständlich können die Ziele kombiniert werden . Es bietet sich für die Suche des richtigen Influencers jedoch an, ein Ziel zu priorisieren.
  2. Zielgruppe analysieren: Wer sind meine Buyer Personas für das Influencer Marketing? Die Definition der Zielgruppe ist entscheidend dafür, den richtigen Influencer zu finden. Jeder Influencer hat eine bestimmte Zusammensetzung von Followern. Alter, Geschlecht, Interessen, bevorzugte Marken und dergleichen zeichnen diese Follower aus. Die Analyse der Zielgruppen erfolgt genauso wie für eine andere Marketing-Kampagne. Auf Grundlage dieser verdichtet sich die Anzahl potenzieller Influencer.
  3. Social Media Kanäle auswählen: Wo agieren diejenigen, die ich mit Influencer Marketing erreichen möchte? Das ist die Leitfrage bei der Auswahl der Social Media Plattform. Nicht alle Zielgruppen bewegen sich hauptsächlich auf Instagram. Die relevanten Social Media Kanäle ergeben sich aus der Definition der Zielgruppe. Und auch hier gilt: Nicht jeder Influencer ist auf allen Plattformen unterwegs. Der Kreis der potenziellen Influencer wird somit an dieser Stelle noch einmal kleiner.
  4. Themen identifizieren: Was interessiert meine Zielgruppe? Relevante Themen zu finden ist der nächste Schritt, bevor es an die Suche von Influencern anhand qualitativer und quantitativer Kriterien geht. Wie bei der Zielgruppe und dem Social Media Kanal bedienten Influencer ebenso in diesem Punkt nicht alles. Bei der Recherche kann ein Tool für Social Media Monitoring helfen. Ebenso sind Keyword Recherchen von zentraler Bedeutung. Sie suchen ein kostenloses Keyword Recherche Tool? Hier finden Sie eine Keyword Recherche Tool Übersicht.

Sie wollen mehr über Social Media Monitoring Tools und deren Einsatzmöglichkeiten für eine effiziente Content- und Kanalstrategie erfahren? Dann lesen Sie dazu unseren Beitrag mit 10 Social Media Monitoring Tools im Vergleich.

Haben Sie Ziele, Zielgruppen, Social Media Kanäle und relevante Inhalte festgelegt, ist die Auswahlmöglichkeit an Influencern wesentlich stärker eingegrenzt. Im nächsten Schritt steht die Überlegung zum Influencer-Typ im Raum.

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3. Influencer-Typ festlegen: Promis, Makro, Micro, Nano, oder virtuelle Influencer?

Mit zunehmender Bedeutung von Influencer Marketing haben sich verschiedene Typen von Influencern herauskristallisiert. Neben Prominenten, die für Marken werben, gehören Makro-, Mikro- und Nano-Influencer zum „Berufsbild“. Dazu kommen virtuelle Influencer zum Vorschein. Marketeers, die den richtigen Influencer finden möchten, müssen überlegen, welcher Typ für sie in Frage kommt. Und wofür eignen sich nun die einzelnen Influencer-Typen?

  1. Promis: Marken mit prominenten Gesicherten pushen ist ein bekanntes Marketing-Mittel. Das Problem: Authentizität und Glaubwürdigkeit werden bei Promi-Influencern schnell infrage gestellt. Außerdem ist die Markentreue bei Prominenten nicht immer gegeben. Wer aber auf weltbekannte Star-Größen setzen möchte, kommt um Promi-Influencer und Promi-Blogger nicht vorbei.
  2. Makro-Influencer: Sie definieren sich durch eine sehr hohe Follower-Zahl zwischen 100.000 und einer Million. Makro-Influencer sind quasi selbst eine Marke. Allerdings sind sie keine Prominenten aus Film, Musik oder Sport, sondern wurden alleine durch ihren Internet-Auftritt bekannt. Makro-Influencer sind für Unternehmen geeignet, die Influencer mit einer hohen Riechweite suchen und wechselnde Themen mit demselben Influencer behandeln möchten. Denn sie behandeln meistens mehrere und das Publikum ist weniger Nischen-lastig. Der Nachteil: Die Authentizität wird gegebenenfalls schneller infrage gestellt, da Makro-Influencer eine sehr breite Masse bedienen.
  3. Mikro-Influencer: Sie gelten als Fachexperten und bedienen eine bestimmte Nische bzw. ein bestimmtes Thema auf Instagram und dergleichen. Ihre Followerzahl liegt daher eher zwischen 1.000 und 100.000 Followern. Mikro-Influencer werden von der Community deutlich authentischer wahrgenommen, als Makro-Influencer. Daher eignen sie sich für Unternehmen, die weniger auf aggressive Verkaufsstrategien setzen – und mehr auf mehrwertigen Content. Marketeers sollten beachten, dass sie mit mehreren Influencern arbeiten müssen, um verschiedene Themen zu behandeln. Da die Reichweite jedoch zielgerichteter ist, ist der Return on Invest (ROI) hier höher.
  4. Nano-Influencer: Nano-Influencer sind noch relativ neu. Dafür haben sie aber einen starken Einfluss auf ihre Community, da die Follower-Anzahl bei nur rund 1.000 liegt. Die Botschaften sind deutlich personalisierter und es findet eine rege Interaktion zwischen Nano-Influencern und Followern statt. Zudem kommen Nano-Influencer sehr authentisch rüber. Ihre Empfehlungen haben eine ähnliche Wirkung wie von Freunden oder Verwandten. Unternehmen, die auf diese stark personalisierte Kommunikation, Exklusivität und Bedienung von Nischenmärkten setzten möchten, finden in Nano-Influencern gute Partner. Nicht zuletzt sind Nano-Influencer günstiger und einfacher zu erreichen, ist der Kontakt erst hergestellt.
  5. Virtuelle Influencer: Das ist der jüngste Influencer-Typ und im wahrsten Sinne des Wortes „virtuell“. Virtuelle Influencer sind gänzlich computergenerierte Figuren, die sich wie echte Menschen darstellen – und täuschend echt aussehen können. Eine der ersten virtuellen Influencer ist Lil Miquela. Virtuelle Influencer sind zwar vielseitig einsetzbar und haben je nachdem bereits Millionen Follower und eine hohe Interaktion. Allerdings müssen Unternehmen etwas Extremes oder sehr neues mithilfe von virtuellen Influencern promoten, um aufzufallen. Und: Jedes Bild oder Video muss akribisch erstellt werden, damit es authentisch wirkt. Das ist mit großem Aufwand und Kosten verbunden. Letztlich lässt sich zudem noch nicht abschätzen, ob sich virtuelle Influencer weiter etablieren werden. Daher eignen sich virtuelle Influencer eher für experimentierfreudige Unternehmen, die eine Vorreiter-Rolle in puncto Kooperation mit virtuellen Influencern einnehmen möchten.

Lil Miquela’s Account auf Twitter. Die virtuelle Influencerin startete 2016 auf Instagram.

Happy #ReturnYourBallotDay! If you’re voting by mail, make sure to complete your ballot and send it out or drop it off TODAY. Make sure your voice is heard! pic.twitter.com/29mLlwtyd6

— lilmiquela (@lilmiquela) October 13, 2020

 

Die Influencer-Typen zeichnen sich zwar unter anderem durch die Follower-Anzahl aus. Marketeers sollten sich jedoch mehr noch inhaltlich mit den verschiedenen Typen beschäftigen. Reichweite alleine ist nicht mehr aussagekräftig. Vor quantitative Aspekte sollten daher qualitative Faktoren gestellt werden.

Die Entscheidung für einen Influencer-Typ erleichtert Ihnen im weiteren Suchverlauf die qualitative Analyse der potenziellen Kandidaten. Ihre Auswahl hat sich noch einmal reduziert, sodass Sie den kommenden aufwendigeren Schritt für deutlich weniger Influencer-Vorschläge vornehmen müssen.

4. Qualitative Analyse: Authentizität, Marken-Fit & Co.

Die Qualität des Influencer–Contents ist tatsächlich noch wichtiger, als quantitative Kriterien wie Follower-Zahlen oder Seitenaufrufe. Der Influencer hat direkten Einfluss auf die Markenwahrnehmung und muss daher im Gesamtbild zur Marke passen. Analysieren Sie das Auftreten des Influencers auf seinen Kanälen: Wie ist der Sprachstil auf Blogs und/oder in Videos? Wie verhält sich der Influencer gegenüber seinen Followern? Spricht er die definierte Zielgruppe an? Der potenzielle Influencer-Kandidat sollte natürlich die von Ihnen definierte Zielgruppe und die festgelegten Themen tatsächlich bedienen. Darüber hinaus ist die Authentizität des Influencers entscheidend. Wirkt er „gekauft“, wenn er in Aktion tritt? Dann ist er weniger als geeignet. Immerhin soll der Influencer Vertrauen schaffen und nicht als reine Werbe-Figur wahrgenommen werden.

Für Marketeers ebenfalls wichtig ist die Fragen zu Transparenz und Konkurrenz-Kooperationen. Der Influencer muss die Produktplatzierung transparent kommunizieren. Andernfalls kann es rechtliche Konsequenzen für Sie nach sich ziehen – Stichwort „Schleichwerbung“.  Schauen Sie sich daher an, ob Influencer bei bestehenden Kooperationen mit anderen Unternehmen transparent auftreten. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr zur Kennzeichnungspflicht im Influencer Marketing.

Apropos andere Unternehmen: Konkurrenzprodukte sollte ihr potenzieller Kandidat natürlich nicht bewerben. Ebenso sind Skandale ein Tabu. Recherchieren Sie daher am besten ein wenig in der Influencer-Historie und im Web, was über den Influencer an Informationen zur Verfügung steht. Schauen Sie, ob Influencer eine eigene Meinung vertreten und nicht einfach „Copy & Paste“ aus Pressemeldungen oder anderen Veröffentlichungen betreiben, egal ob Blog- oder Video-Post.

Ein weiterer qualitativer Faktor liegt darin, ob Sie gemeinsam mit dem Influencer eher inspirieren, coachen, erklären oder entertainen wollen. Der produzierte Content ist abhängig von dieser Ausrichtung zu bewerten. Wollen Sie beispielsweise ihre Produkte aufgrund von Komplexität einfach erklärt haben, sollte der Schwerpunkt des Influencers auf leicht verständlichen Erklärungen liegen. Sie wollen Expertenmeinungen zu ihrem Produkt nutzen? Dann suchen Sie sich einen Influencer, der Branchenkenntnisse hat und dies auch glaubhaft kommuniziert. Haben Sie sich letztlich ein qualitatives Bild der potenziellen Kandidaten gemacht, werten sie für die übrig gebliebenen Influencer detailliert quantitative Parameter aus.

5. Quantitative Analyse: Follower, Seitenaufrufe & Co.

Zu den quantitativen Faktoren zählen Follower, Seitenaufrufe pro Monat, das Wachstum des Influencer-Kanals und die Interaktion mit Followern (Kommentare, Likes, Reposts). Wenn Sie die Zahlen ihrer verbliebenen potenziellen Kandidaten bewerten, achten Sie dabei auf Unstimmigkeiten oder Auffälligkeiten. So können Sie geschönte Zahlen erkennen und Influencer mit zweifelhaften Angaben aussortieren. In unserem Beitrag haben wir beispielsweise Ansätze für den Umgang mit Fake Influencern auf Instagram zusammengestellt.

Kommen Follower auffallend oft aus bestimmten Ländern wie China, Indien oder Russland? Das kann ein Warnzeichen für Fake Influencer sein. Besonders, wenn der Influencer aus Deutschland stammt, sollten Sie sich solche Zahlen genauer anschauen. Und auch das Verhältnis von Followern und Interaktionen sollte stimmig sein: Follower im fünfstelligen Bereich und Posts mit weniger als mehreren hundert Interaktionen passen zum Beispiel nicht zusammen.

Fazit

Die wachsende Bedeutung von Influencer Marketing zu nutzen, braucht Vorbereitung wie jede andere Marketing-Kampagne. Wer sich mit dem Thema näher beschäftigt, wird aber die Vorteile erkennen: Gelingt die Auswahl von Influencern, kann deren Produktvermarktung Unternehmen einen Vertrauensschub einbringen. Wichtig ist eine genaue Bedarfs- und Anforderungsanalyse des Unternehmens, damit die Wahl des Influencers zu den gesteckten Zielen passt. Die detaillierte Analyse der potenziellen Kandidaten hilft Ihnen dabei, seriöse von weniger seriösen Influencer zu trennen und einen qualitativen Kooperationspartner zu finden.

Bildquellen

  • pexels-cristian-rojas-7616842: Pexels
  • influencer-5229646_1920: Pixabay
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1 Comment

  1. .Danke Euch. Jetzt habe ich einen ersten Überblick – und so viele Möglichkeiten…

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