Barrierefreie Website Checkliste: Mehr User-Freundlichkeit im Netz


Barrierefreie Website Checkliste Behindertenparkplatz

Barrierefreiheit im Web wird bis 2025 für viele Unternehmen in Deutschland zur Pflicht. Die Bundesregierung hatte vorletztes Jahr einen Gesetzentwurf zur Umsetzung des European Accessibility Act (EAA) verabschiedet. Doch worauf ist bei einer barrierefreien Website eigentlich zu achten? Die barrierefreie Website Checkliste liefert Dir alle Aspekte, die Du beachten solltest. 

Mit dem BFSG wird die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit (European Accessibility Act, kurz: EAA) umgesetzt. Durch einheitliche EU-Anforderungen soll das Barrierefreiheitsgesetz auch kleinen und mittleren Unternehmen helfen, die Möglichkeiten des europäischen Binnenmarktes auszuschöpfen. Barrierefreies Webdesign rückt in Deutschland immer mehr in den Fokus. Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) hat bereits öffentliche Stellen des Bundes dazu verpflichtet, ihre Websites barrierefrei zu gestalten. Mit dem im März 2021 verabschiedeten Entwurf des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BSFSG) folgte letztlich die Pflicht für Unternehmen. Hiervon ausgenommen sind lediglich Kleinstunternehmen. Bis 2025 sollen Inhalte im Web handhabbarer, verständlicher und für jeden zugänglich werden, damit in Zukunft online keine Menschen mehr ausgeschlossen werden. Zwar muss die Umsetzung am Ende erst bis 2025 erfolgen, dennoch gibt es bereits jetzt Gründe für die Umstellung auf eine barrierefreie Website. Einerseits drohen nach Ablauf der nun nur noch zweieinhalbjährigen Frist Kosten aufgrund von Sanktionen. Andererseits haben barrierefreie Websites für Unternehmen den Vorteil, mehr Menschen zu erreichen. Und damit mehr potenzielle Kund:innen. Außerdem bessern Unternehmen ihre Corporate Social Responsibility auf und stärken die Usability ihrer Website, da Suchmaschinen wie Google barrierefreie Websites höher ranken. Mehr zum Google Ranking und den Google Core Web Vitals erfährst Du in unserem separaten Beitrag. Darüber hinaus bedeutet Barrierefreiheit gleichzeitig höhere Benutzerfreundlichkeit, was in niedrigerem Serviceaufwand resultiert.

Barrierefreie Website Checkliste – auf diese Punkte solltest Du achten

Damit Du Deine Website barrierefrei erstellen kannst, haben wir für Dich die wichtigsten Informationen in unserer „barrierefreie Website Checkliste“ zusammengefasst.

Barrierefreie Website Checkliste eCover Whitepaper Website Relaunch Du planst, im Zuge der Barrierefreiheit Deine Website neu zu gestalten oder direkt komplett neu aufzusetzen? Lies dazu unser Whitepaper „Den Website Relaunch richtig angehen“ durch. In ihm erhältst Du Tipps zur richtigen Strategie, Informationen zur Kostenkalkulation und darüber, welche Technologien Dir einen guten Website Relaunch ermöglichen.

1. Benutzerfreundliche Sprache

Menschen mit Lernstörungen wie Legasthenie, kognitiven Beeinträchtigungen, aber auch junge oder ältere User können des Öfteren Schwierigkeiten beim Verstehen des Inhaltes haben. Das gilt für schriftlichen Inhalt genauso wie für andere Media-Formate im Internet. Ein Beispiel sind etwa viele Fachtermini und damit eine zu komplexe Sprache oder Abkürzungen, die in einem Text enthalten sind. Dies ist unter anderem der Grund dafür, dass man auf den Websites des Bundes in der Navigation die „Leichte Sprache“ auswählen kann. Unternehmen sollten dieses Vorgehen bei der Gestaltung Ihrer Website berücksichtigen. Egal, ob es sich um einen erstmaligen Webauftritt oder einen Website Relaunch handelt. Die Option der „Leichten Sprache“ solltest Du am besten bereits auf der Website Startseite anbieten und natürlich auf allen Unterwebseiten. Was alles auf die Website Startseite kommt, zeigen wir Dir noch einmal übersichtlich in unserem Spezial-Beitrag zur Website Startseite.

2. Bedienbarkeit und Navigation: Mit Maus und Tastatur

Für Blinde sowie Menschen mit motorischen Einschränkungen müssen Websites über die Tastatur oder alternative Steuergeräte bedient werden können. Gleichzeitig solltest Du darauf achten, dass der Aufbau der Homepage intuitiv und auf jeder Seite gleich strukturiert ist. Wichtig ist auch hier: Immer vorher testen! So kannst Du Deinen Usern eine einfache Navigation und damit einen barrierefreien Zugang zu Web-Inhalten garantieren.

3. Erfassbare Farben, Schriften und eine zoomfähige Oberfläche

Ein sehr großer Bereich beim Design einer barrierefreien Website ist ihre Visualität. Leiden Nutzer:innen beispielsweise unter einer Sehschwäche oder Farbfehlsichtigkeit, können einige Inhalte schwer erkennbar sein. Daher sollte die Website bis auf 200 Prozent zoomfähig sein. Zudem ist ein farblicher Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe von mindestens 4,5 : 1 vorzuweisen. Der Kontrast hilft dabei den Website-Inhalt besser lesbar darzustellen. Auch die genutzten Schriftarten müssen einfach zu entziffern sein, um barrierefreie Web-Inhalte bereitzustellen.

4. Nachvollziehbare Struktur, Verfügbarkeit von Alt-Text und Untertitel

Blinde Menschen oder Menschen mit anderen schwerwiegenden Einschränkungen des Sehapparats surfen im Web mithilfe von Screen Readern, welche den Website-Inhalt zum Beispiel mithilfe einer Braillezeile in Blindenschrift umwandeln. Hier ist es wichtig, dass die Inhalte gut strukturiert und beschriftet sind. Zu jedem Zeitpunkt sollte Usern bewusst sein, wo sie sich auf der Website befinden. Dabei ist hilfreich, wenn Themen, die inhaltlich zusammengehören, auch zusammen ohne große Lücken dargestellt werden. In diesem Kontext achtest Du am besten auch auf die Bebilderung Deiner Website-Inhalte. Sie sollten thematisch zusammenhängende Textblöcke, wenn möglich, nicht unterbrechen. Darüber hinaus sollten für visuelle Darstellungen wie Bilder oder Videos ein Alt-Text beziehungsweise ein Untertitel verlinkt sein. Solche Informationen kann der Screen Reader auslesen und ist auch unter SEO-Gesichtspunkten ein wichtiger Ranking Faktor für Google. Wir liefern Dir 5 Tipps für Bilder SEO in einem weiteren Beitrag. Fehlt dagegen ein Alt-Text oder Untertitel, haben blinde Menschen keinen Zugang zu den bildlichen oder medialen Inhalten und Suchmaschinen können die Inhalte nicht in das Ranking einbeziehen.

Fazit – der beste Zeitpunkt ist jetzt

Eine gut strukturierte Website ist das A und O für Barrierefreiheit der eigenen Website. Intuitive Wege, zusammenhängende Inhalte und wenige Klicks, um ans Ziel zu kommen, verbessern die Benutzerfreundlichkeit massiv. Ist dies zusammen mit den technischen Voraussetzungen gegeben, liegt es nur noch an Feinheiten, um Usern den Web-Zugang barrierefrei zu gestalten. Mit der Zeit werden Unternehmen zunehmend ein Gefühl für barrierefreies Web-Design entwickeln. Das kann in der Zukunft mit einer alternden Gesellschaft ein klarer Vorteil sein. Mit Hinblick auf die Chancen der Umstellung auf Barrierefreiheit, ist es für Dein Unternehmen also umso wichtiger, nicht erst bis 2025 zu warten. Die Checkliste hilft Dir bei der Umsetzung.

Bildquellen

  • handicap-parking-3865315_1920: Pixabay
Previous Whitepaper: B2B-Shopsoftware
Next CDPs: fünf Gründe, warum Du sie nutzen solltest

No Comment

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

eins + 4 =