Content Curation – Was ist das eigentlich?


Content Curation

»Content Curation« zählt mittlerweile zu den beliebtesten und vor allem wichtigsten Strategien im Bereich Social-Media und Content Marketing. Doch dafür braucht es neben entsprechenden Tools auch ausreichend Content und vor allem Zeit. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie das Kuratieren von Inhalten angehen, was Sie beachten müssen und wann es sich lohnt, externe Hilfe in Form einer Agentur hinzuzuziehen.

Was ist Content Curation?

»Content Curation« (zu Deutsch: Das Kuratieren von Inhalten) definiert eine Marketing-Maßnahme, die vor allem im Social-Media-Segment zum Einsatz kommt. Ähnlich der Arbeit des Kurators im Museum werden Inhalte gesammelt, aufbereitet und veröffentlicht. Dabei sollte nicht einfach bloß der Link selbst geteilt werden, sondern dieser auch kommentiert werden.

Mit dem Begriff »Content Curation« wird sehr wahrscheinlich ein Großteil der Menschen ohne Marketing-Background wenig anfangen können. Dabei betreiben sie es aktiv – nämlich dann, wenn sie beispielsweise Content (also Inhalte) über die verschiedenen sozialen Kanäle und Netzwerke wie Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest oder auch LinkedIn und XING »kuratieren«.

Zugegebenermaßen hat dies dann aber meist wenig mit dem Zusammentragen, Aufbereiten und Publizieren beziehungsweise dem Teilen von relevanten Inhalten gemein, über das es in diesem Artikel gehen soll und dem eine solide konzipierten Content-Marketing-Strategie zugrunde liegt. Doch wie funktioniert denn nun professionelle Content Curation in der Praxis? Wie organisieren Entscheider und wichtige Personas ihre Quellen? Und warum überhaupt kuratieren? 

Welche Vorteile bietet Content Curation?

Kaufentscheidungen werden nicht immer impulsiv, sondern meist nach reiflicher Überlegung aufgrund überzeugender Daten und Fakten getroffen. Hier können Unternehmen mit inhaltsgetriebenen Content Marketing die eigene Expertise zielorientiert nach extern kommunizieren. So ändert sich im besten Falle die Wahrnehmung beim Kunden im Wettbewerbskontext – wovon schließlich die eigene Marke und das eigene Brand enorm profitieren kann. Doch dies geht nicht von heute auf morgen, sondern man benötigt Zeit und guten und kontinuierlich bereitgestellten Content.

Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, die für den Wettbewerb erforderliche Frequenz und Qualität von »owned media« – also eigene Artikel und Blog-Beiträge – zu produzieren. Zumindest, wenn man ausschließlich über das eigene Produkt oder das eigene Unternehmen schreiben will. Hinzu kommt, dass selbst erstellter »Unique Content« für den Leser zwar interessant ist, doch für einen generalistischen Überblick kaum Mehrwerte schafft. Potenzielle Kunden wünschen sich heute deutlich mehr Informationen als bloß die Perspektive eines einzigen Unternehmens. Sie reklamieren einen umfassenden Überblick über ein Thema und interessieren sich aufgrund dessen auch für die Sichtweisen und Informationen anderer Experten. Und genau hier setzt Content Curation an, denn so können Unternehmen ihr Fachwissen oder Know-how effektiv und effizient demonstrieren. 

Weil die Themenauswahl bei der Kuration von Inhalten sehr breit gefächert angelegt werden kann, steigt auch proportional der Nutzen für das eigene Netzwerk und somit dann auch häufig – zum Beispiel in Form von »Social Shares« – die Weiterempfehlungsrate.

Weitere Vorteile von Content Curation

  • Reputation und Bekanntheitsgrad des Unternehmens beziehungsweise der Unternehmens-Website werden durch das Teilen von hochwertigen Texten gesteigert. Wenn Unternehmen auch Kritiker und Konkurrenten zu Wort kommen lassen, präsentiert sich ein Unternehmen mit diesem Service als selbstsicher und transparent. Es zeigt, dass veritable Mehrwerte wichtiger sind als repetitive Werbebotschaften und »Ego-Trips«.
  • Content Curation führt zu zusätzlich indizierten Pages und verbessert so die Reichweite sowie Auffindbarkeit des Unternehmens zu signifikanten Schlagwörtern und Keywords. Auf den Punkt gebracht: Content Curation ist mittlerweile ein essentieller Part der Suchmaschinenoptimierung beziehungsweise des SEO-Rankings. 
  • Kuratierte Quellen unterstützen bei der Entwicklung von Go-to-Web-Ressourcen die Glaubwürdigkeit, Transparenz und Vertrauenswürdigkeit eines Unternehmens. Mit kuratierten News – gerne auch zur Lead-Förderung in Newslettern oder E-Mails verpackt – kann zum Beispiel auf Trends und neue Entwicklungen im Userverhalten reagiert und so die »Time-to-Market-Zeiten« mit vergleichsweise wenig Aufwand nahezu in Echtzeit optimiert werden.

Verschiedene Formen von Content Curation

Zwar funktioniert Content Curation grundsätzlich ähnlich, trotzdem unterscheidet man fünf unterschiedliche Ansätze:

  • Bei der Destillation werden die Informationen aus unterschiedlichen Quellen »destilliert«. Die wichtigsten Daten werden zusammengefasst und an einem Ort (Website, Social-Media-Kanal et cetera) publiziert.
  • Die Aggregation ist der Destillation prinzipiell recht ähnlich, jedoch werden die Inhalte hier nicht auf das Wesentliche reduziert, sondern im Ganzen oder zumindest in großen Teilen veröffentlicht. Auch hier wird der gesamte Content zu einem Thema an einem Ort gesammelt. Die Aggregation ist übrigens die häufigste Form der Content Curation.
  • Wenn Informationen und Quellen zu einem bestimmten Sujet fortlaufend gesammelt werden, nennt man das Elevation. Ein Unternehmen will auf ein bestimmtes Thema aufmerksam machen und durch die Masse an Beiträgen soll der Leser registrieren, dass es sich hierbei um ein wichtiges Anliegen handelt und diesem Thema die entsprechende Aufmerksamkeit beimessen.
  • Die Chronology-Methode sammelt themenrelevante Beiträge und präsentiert diese in zeitlicher Abfolge. Ziel ist dabei die Entwicklung eines bestimmten Themas zu dokumentieren und nachzuvollziehen.
  • Das Mashup – ebenfalls der Destillation nicht unähnlich – fasst keine Informationen zusammen, stattdessen wird der Content vermischt beziehungsweise wild »durcheinandergewürfelt«. Dieser Ansatz soll eine neue Perspektive auf das Thema eröffnen, um es aus einem ungewöhnlichen Fokus zu betrachten. 

Achtung: Urheberrecht und Datenschutz beachten

Egal, welchen Ansatz Sie verfolgen: Wenn Sie Inhalte oder Content von Dritten teilen, sollten Sie unbedingt darauf achten, die Quellen korrekt anzugeben. Neben der rechtlichen Absicherung in Sachen Urheberrecht wollen Sie sich ja letztlich nicht mit fremden Federn schmücken, sondern transparent kommunizieren, dass externer Content – der es Wert ist beachtet zu werden – für Kunden und Leser zusammengestellt wurde. Das gebietet alleine schon der gute Ton. Autoren über Backlinks und die Verbreitung ihrer Werke zu informieren stärkt zudem das eigene Netzwerk – und das alles »for free«.

Einsatz von Tools notwendig, Agenturunterstützung häufig sinnvoll

Wer auf Content Curation setzt, wird schnell merken, dass man dies nicht mal eben nebenbei erledigt. Inhalte müssen analysiert, kuratiert und vor allem erst einmal identifiziert werden. Hat man intern ausreichend »Manpower«, um Content Curation sinnvoll und sachgemäß in Eigenregie zu leisten? Entsprechende Tools können hier (immerhin teilweise) die Kuratoren zwar entlasten. Kostenlose Nachrichtenaggregatoren wie Feedly liefern in der Tat einigen Input zur Kuration von Inhalten. Wirklich aussagekräftige Peaks und Insights generiert man allerdings deutlich besser via Monitoring, Social Listening und Data Analytics.

Für Kommunikationsexperten hat sich das Data Sourcing mittlerweile zu einem unverzichtbaren und alternativlosen Werkzeug entwickelt. Analysten konvertieren die Mengen an Daten zu Informationen und identifizieren so zielgruppenrelevante Themen, Kampagnen, Trends, Influencer und Kommunikationskanäle innerhalb einer Branche, einer Industrie oder Szene. Aufgrund dieser intensiven Prozess- und Datenanalyse kann dann die Performance und Kommunikationseffektivität optimiert werden. 

Am Ende des Tages müssen Vermarkter, Unternehmer und Entscheider im Grunde bloß eine einzige Entscheidung treffen: Und zwar die Richtige! Solle die Content Curation in Eigenregie organisiert werden oder kooperiert man nicht doch besser mit einer darauf spezialisierten Content Marketing Agentur?

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