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Einsatz von E-Payment zur Zahlungsabwicklung
Unter E-Payment, also der Bezahlung über das Internet, wird in dieser Studie der Transfer eines Geldbetrages verstanden, zu dessen Abwicklung alle für den Transfer notwendigen Informationen, z.B. Name und Kontoinformationen, über das Internet übertragen werden. Wie in der Einleitung angesprochen, kann unter bestimmten Voraussetzungen bereits die Nutzung von E-Payment anstatt oder zusätzlich zu traditionellen Zahlungsarten des Distanzhandels eine Optimierung der Zahlungsabwicklung bewirken. Traditionelle Zahlungsarten sind zum Beispiel Rechnung, Nachnahme oder Vorkasse aber auch Lastschrift und Kreditkarte. Voraussetzungen sind unter anderem ein mit den bestehenden traditionellen Distanzhandel-Zahlungsarten vergleichbar geringes Zahlungsausfallrisiko oder ein vergleichbar geringes Risiko des Verlustes der versendeten Ware bei der gewählten E-Payment-Zahlungsart. Im Vergleich zu den in der Regel manuell zu bearbeitenden Zahlungsarten Rechnung, Nachnahme oder Vorkasse können mit dem Einsatz eines weitgehend automatisierten E-Payment unter anderem die Bearbeitungszeiten verkürzt, die Kundenzufriedenheit gesteigert und die Gesamtkosten der Zahlungsabwicklung gesenkt werden. Mit diesem Kapitel soll der Leser daher in die Lage versetzt werden, sich einen Überblick über die aktuelle Verbreitung des E-Payment bei den befragten E-Commerce Unternehmen zu verschaffen. Durch eine segmentspezifische Betrachtung der Verbreitung anhand der im letzten Kapitel erhobenen Kennzahlen kann der Leser darüber hinaus beurteilen, wie verbreitet E-Payment in mit seinem Unternehmen vergleichbaren E-Commerce Unternehmen ist. Verbreitung von E-Payment aus Sicht der Unternehmen Wie viele der befragten E-Commerce Unternehmen heute E-Payment als einen Bestandteil ihrer Zahlungsabwicklung einsetzen, zeigt Abbildung 6. Mit 49,2 Prozent ist der Anteil der E-Commerce Unternehmen sehr hoch, die ihren Kunden die Möglichkeit geben, nicht nur Online zu bestellen, sondern auch Online zu bezahlen. Zählt man die 6,3 Prozent hinzu, die demnächst E-Payment für ihre Kunden einführen wollen, kann man davon ausgehen, dass in 2003 das E-Payment mit 55,6% der befragten Unternehmen zum Standard bei Internet-Bestellungen gehört. Die verbleibenden 44,4 Prozent der Unternehmen nutzen zwar kein E-Payment, dafür aber andere Bestandteile des Prozesses der Zahlungsabwicklung, zum Beispiel Bonitätsprüfung, und konventionelle Zahlungsarten des Distanzhandels. Da alle der befragten Unternehmen das Internet als Vertriebskanal nutzen und diese Studie Optimierungsansätze im gesamten Prozess der Zahlungsabwicklung untersucht, sind die Aussagen dieser Unternehmen im folgenden nicht weniger interessant. ![]()
Online bezahlte Transaktionen Neben dem Anteil der Unternehmen, die heute E-Payment einsetzen, ist die Anzahl der Online bezahlten Transaktionen ein weiteres Merkmal der Verbreitung. Gemeint sind damit jene Transaktionen die nicht nur im Internet bestellt sondern nauch im Internet bezahlt werden. Abbildung 7 zeigt daher die Verteilung der Unternehmen, die auch E-Payment einsetzen, in verschiedene Transaktionsklassen. Mit einem Anteil von 55 Prozent wickelt die Mehrzahl dieser Unternehmen bis zu 50.000 Online-Transaktionen im Jahr ab. Die verbleibenden 45 Prozent stellen also die Gruppe von Unternehmen dar, die mehr Online-Transaktionen als die meisten anderen Unternehmen abwickeln. Diese Unternehmen dürfen bessere Voraussetzungen bei der Verhandlung mit E-Payment Dienstleistern haben. Da die Entgelte der E-Payment Dienstleister unter anderem von der Anzahl der Transaktionen abhängen, gehören diese 45 Prozent der Unternehmen zu denen, die die höheren Umsätze bei den E-Payment Dienstleistern realisieren. Es sollte sich für diese Unternehmen also in der Regel lohnen, ihren Dienstleister auf z.B. einen Preisnachlass anzusprechen. Noch besser gestellt sind die Unternehmen mit mehr als 100.000 Transaktionen pro Jahr. Diese Unternehmen gehören aus Sicht des E-Payment Dienstleister zu den Premium-Kunden und sollten diese Tatsache in ihre Verhandlungsposition aufnehmen. ![]()
10/2003, Marco Brandt
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