Trusted Data: Der Kunde will‘s wissen

Ob Lebensmittel, Mode oder andere Produkte – ein Kunde schenkt einem Anbieter vor allem dann Vertrauen, wenn der seinen Bedürfnissen entgegen kommt. Doch diese Bedürfnisse wachsen stetig, insbesondere im Hinblick auf die Transparenz von Produktinformationen.

Für Unternehmen ist dies eine enorme Herausforderung. Doch Lösungen sind bereits vorhanden, weiß Frank Metz, Leiter E-Commerce bei GS1 Germany, und Experte im Partnernetzwerk United E-Commerce e.V.

Der Wunsch nach mehr und mehr Information

Heute, im Zeitalter der Digitalisierung, haben Verbraucher ein enormes Informationsbedürfnis. Diesem gilt es nachzukommen, wenn Unternehmen mit dem Wettbewerb Schritt halten wollen. Der Gesetzgeber unterstützt den Wunsch der Verbraucher nach mehr Transparenz, indem er Händlern und Herstellern unterschiedlicher Branchen immer mehr Informationspflichten auferlegt. Im Lebensmittelsektor beispielsweise schreibt die EU-Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) vor, wie Lebensmittel zu kennzeichnen sind – stationär und online. Das Ziel ist Klarheit bei Allergenen, Nährwerten, Imitaten und Herkunft. Vor allem bei der Etikettierung und Informationsweitergabe innerhalb der Wertschöpfungskette sind eine ganze Reihe von Vorgaben zu erfüllen – und die Kette kann lang sein. Allein der Weg eines Herren-Hemdes von der Baumwollproduktion bis zum Point of Sale führt über mehrere zehntausend Kilometer rund um den Globus. Das entsprechende Datenmanagement und der damit zusammenhängende Informationsbedarf sind in der geforderten Qualität nur mithilfe moderner Datenverarbeitungstechnologien zu stemmen.

Auch E-Commerce braucht verlässliche Informationen

Hinzu kommt: Der Kunde denkt nicht mehr in Absatzkanälen, sondern wählt das gewünschte Produkt oder die favorisierte Marke subjektiv und situativ. Omnichannel lautet das Schlagwort. Smartphone und Tablet spielen dabei eine entscheidende Rolle: Mit ihnen verfügt der Kunde über „portables Wissen“ und hat überall und jederzeit Zugang zu Produktinformationen inklusive Preisgefüge und Lieferverfügbarkeiten. Kunden erwarten im Onlineshop andere Leistungen als im stationären Ladengeschäft. Damit ist nicht zwangsläufig ein anderes Sortiment gemeint, sondern vielmehr die Form der Ansprache, die Darstellung der Information zu einem Produkt sowie die Gestaltung des Einkaufserlebnisses, abgestimmt auf die Einkaufsmotivation. Sind die Informationen fehler- oder lückenhaft, bedeutet das Unzufriedenheit – und ein geplanter Kauf bleibt vielleicht aus. Dabei steckt gerade der E-Commerce voller Potenziale für die Anbieter: Rund 47 Milliarden Euro setzte der Onlinehandel im Jahr 2015 laut einer EHI-Studie um – Tendenz steigend. Doch profitieren können nur Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle, ihre gesamte Infrastruktur und ihre Markenpräsenz auf die sich rasant verändernden Bedürfnisse der Konsumenten ausrichten. Dazu gehört auch die Bereitstellung vollständiger und korrekter Informationen – und zwar entlang der gesamten Supply Chain. „Trusted Data“ lautet das Stichwort. Die Tech­nologien dafür sind vorhanden – und werden mehr und mehr genutzt. Auch im E-Commerce sollte das Management der Daten aber nicht nur Pflichtaufgabe sein. Hier öffnen sich vielfältige Möglichkeiten, das Kundenvertrauen zu gewinnen und zusätzliche Umsätze zu erzielen.

Die GTIN – ein internationaler Fingerabdruck

Um ihr vielseitiges Angebot für Nutzer anwenderfreundlicher zu strukturieren, verlangen immer mehr Online-Marktplätze – darunter auch Amazon und eBay – sowie Suchmaschinen wie Google eine eindeutige Produktidentifikation der angebotenen Waren mit der überschneidungsfreien globalen Artikelnummer GTIN (ehemals EAN bzw. UPC). Sie gewährleistet, dass für jedes Produkt die gleichen Attribute mit Informationen hinterlegt sind. Auf diese Weise finden Kunden schneller, was sie suchen. Anbieter können Produkte zügig – ohne manuellen Aufwand – in die eigenen Warenwirtschaftsprozesse übernehmen und dank GTIN sogar all ihre Geschäftspartner weltweit eindeutig identifizieren. Damit wirkt sie wie ein Fingerabdruck im nationalen und internationalen Geschäftsverkehr. Das Ergebnis sind transparente Informationen und damit effizientere Prozesse sowie höhere Kundenzufriedenheit und die Chance auf Umsatzsteigerung, insbesondere im E-Commerce. In Deutschland ist GS1 Germany die einzige autorisierte Vergabestelle für GS1 Basisnummern – die Voraussetzung für die Bildung der GTIN.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem E-Book „Customer Obsession – Der Kunde im Zentrum des Onlinehandels“, das unter http://www.united-ecommerce.de/ebooks?gs1=1 zum kostenfreien Download bereitsteht.

 

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  • Data Management System: photodune - Vasabii
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