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Zum Dritten: Die Contentmanager.days 2004 als der deutsche Content Management Event

Vom 10. bis 12. November 2004 traf sich die Welt des Content Management zu bereits dritten Mal in Leipzig zu den Contentmanager.days 2004, der jährlichen Fachtung im Content Management. Mit einem stark erweiterten Programm und einem interessanten Ausstellerbereich repräsentierten die Contentmanager.days wieder einmal State-of-the-Art Content Management und viele aktuelle Praxisbeipspiele.
Zusammenfassend können Sie hier das Weblog der Veranstaltung von Klaus Eck mit freundlicher Unterstützung des Content Management Magazins nachlesen:
Die Contentmanager.days sind eröffnet
Die Contentmanager.days haben heute Morgen in Leipzig begonnen. Rund 150 Teilnehmer werden sich drei Tage lang auf einem der größten deutschen CMS-Event mit neuen technischen und geschäftlichen Entwicklungen im Content Management-Bereich auseinandersetzen.
Berichte aus der Realität
Durch den ersten Tag der Contentmanager.days führt der Unternehmensberater und Networker Dr. Ulrich Kampffmeyer von der Firma Project Consult. Seiner Ansicht nach sind die Contentmanager.days inzwischen eine kleine Institution geworden, auf der sich seit drei Jahren Experten und Anwender treffen, um fachkundig über Content Management zu diskutieren.
XML spielt geringe Rolle im CMS-Markt
"Viele wursteln noch vor sich hin", meint Eric Engels, ActiveWeb. "Kunden machen sich häufig zu wenig Gedanken über die Technik, weil sie sich nicht damit auseinandersetzen wollen. Deshalb ist es schwierig, ihnen das Thema XML nahezubringen. Engels schätzt, dass gerade einmal 20 Prozent der Content Management Systeme auf XML basieren. Es wird seiner Ansicht nach viel Potenzial verschenkt. Aber er ist zuversichtlich, dass sich dies ändern wird.
Usabilty schafft Akzeptanz
Usability wird häufig bei der Evaluierung übersehen, erläutert Markus Nix, Docuverse, in seinem Vortrag "Content Management Usability" auf den Contentmanager.days. Darin stellt er einen Kriterienkatalog für die Usability-Prüfung von Content Management Systemen vor.
WCM als Bestandteil von ECM
In den Unternehmen sind viele Wissensarbeiter, die sich täglich mit der Verwaltung und dem (nichtöffentlichen) Publizieren von Inhalten beschäftigen. Dabei verlieren die Mitarbeiter in der Regel viel Zeit mit der Informationsrecherche. Laut IDC-Marktforschung können nur 10 Prozent aller Unternehmensdaten in strukturierter Form genutzt werden. Hingegen liegen 90 Prozent aller Informationen unter anderem als E-Mails, Fließtext und Grafiken unstrukturiert vor. "Damit die ungenutzten Wissenschätze gehoben werden können, benötigen Unternehmen einfache Werkzeuge", meint Sandra Perz, OpenText/Ixos. In ihrem Vortrag "WCM als integraler Bestandteil einer ECM Strategie" betrachtet sie das Enterprise Content Management näher und erläutert, wie mit Hilfe von ECM die Informationen leichter handhabbar werden. "ECM heißt für uns Kollaboration plus Content sowie Prozesse", meint Sandra Perz.
Keine Angst vor Open Source
Am Ende des Tages diskutierten die Referenten und Moderatoren noch einmal über Portale, Open Source und ECM. Zwar unterscheiden sich die Bezeichnungen in der CMS-Branche erheblich voneinander. Eric Engels, ActiveWeb, merkt (selbst-)kritisch für die ganze CMS-Branche an: "Trauen Sie keinem Begriff, der von einem CMS-Anbieter definiert wurde. Schließlich verfolgt dieser immer ein klares Interesse damit." Außerdem herrschte auf dem Podium die einheitliche Meinung vor, dass die CMS-Anbieter keine Angst vor Open Source-Produkten haben müssen. "Open- Source-Installationen sind nicht unbedingt günstiger", so Jörg Dennis Krüger, jdk. Eine Erklärung dafür könnte es auch sein, dass viele Kunden lieber auf Produkt- als auf Entwicklungsplattformen setzen. "Das Brand eines Standardprodukt-Anbieters kommt anscheinend eher zum Tragen", meint Dr. Christian Freyer, Wacker-Chemie, "viele erwarten sich von Standprodukten einfach mehr Sicherheit."
Barrierefreiheit durch bessere Inhalte
"Schreiben ist keine Kunst, sondern nur Handwerk", meint Oliver Trübestein, Prisma Gesellschaft. "Das ist eine der größten Barrieren beim Erstellen einer guten Corporate Website." Mit diesem spannenden Thema beginnt der zweite Tag der Contentmanager.days sehr lebendig. "Barrierefreiheit als kommunikativer Prozess", so der Titel des Vortrags. "Viele Unternehmensmitarbeiter glauben, dass sie nicht schreiben können. Darunter leiden Online-Angebote, denn es fehlen einfach die Inhalte." Es gibt einige Regeln, durch die Online-Publikationen sofort attraktiver werden.
Ist RSS relevant für CMS-Anbieter?
Bieten RSS-Feeds "eine neue Sicht auf Web-Inhalte", fragt Wolfgang A. Büscher, net:effects, in seinem Referat. Zunächst führt er ganz allgemein in das Thema RSS, Reader und deren Anwendungsmöglichkeiten ein. "Kommerzielle Anbieter von Content Management Systemen halten sich oft bei der Einbindung von RSS-Feeds eher zurück, weil ihre Kunden dieses nicht so häufig anfordern", bedauert Büscher. Das liegt sicherlich an der fehlenden aktiven Beratung von Seiten der Anbieter.
Content Management goes Information Management
"In den nächsten zwei Monaten wird weltweit mehr Content produziert als in der ganzen Menschheitsgeschichte zuvor", meint Content Management Magazin-Herausgeber Jörg Dennis Krüger. "Die Verwaltung der Informationen wird immer mehr zur Aufgabe des Content Managements. Deshalb sollten wir heute lieber von Information Management reden."
Applikationen zentral für Content Management
Wer im Content Management erfolgreich sein will, sollte einen modularen Ansatz wählen", meint Björn Schotte, thinkPHP. "Auf diese Weise können Projekte nach und nach entsprechend der eigenen Wünsche ausgebaut werden." Sein Vortragsthema lautet "Intranets und Kundenportale: Vom reinen Content Management zur servicebasierten Applikationsstruktur." Aufgrund ihrer zu Recht hohen Ansprüche wollen Kunden heute nicht nur ihre Online-Inhalte managen, sondern auch die Prozesse und Kommunikation im Unternehmen mit den entsprechenden Applikationen unterstützen.
Open Source erfolgreich bei Gesundheitsportal
Beim Portal Gesundheit.de schwört Dirk Knütter, Abteilungsleiter eBusiness des Pharmagroßhändlers Andrea-Noris Zahn AG (Anzag) auf TYPO 3 und zieht zufrieden das Fazit, dass die eigenen Mitarbeiter dadurch 30 - 40 Prozent weniger Zeit für das Information Management der Website benötigen. Im Juni 2004 wurde das Portal unter TYPO 3 neu gelauncht. Damit endete nach vier Jahren der Betrieb des E-Commerce-Angebots unter Gauss Imprise VIP.
Barrierefreiheit: die ATAG-Richtlinien
Zum Abschluss des heutigen Contentmanager.days geht Ansgar Hein, Anatom5, auf barrierefreie Autorensysteme ein und erläutert, wie Webseiten am besten jeden zugänglich gemacht werden können. Dabei stellt er unter anderem die ATAG-Richtlinien der W3C vor, die seiner Ansicht sehr wichtig für das barrierefreie Internet sind. Die Reaktionen der Zuhörer zeigten jedoch, dass die Bereitschaft sich auf ATAG einzulassen, nicht sehr hoch sind, weil die Umsetzung natürlich mit erheblichen Aufwand und auch mit neuen Kosten verbunden sind.
CMS-Workshops
Am letzten Tag der Contentmanager.days müssen sich die Teilnehmer für eine der vier themenspezifischen Sessions entscheiden, in denen jeweils praxisnah auf kundenorientierte Lösungen eingegangen werden soll. Auf die Workshops verteilen sich je nach Interesse 20 bis 40 Personen:
1. Das Content Management Labor: Systeme in der Praxis
2. Cross Media Publishing: Inhalte einmal speichern und mehrfach publizieren
3. Effektives Redaktions- und Inhaltemanagement: Der Contentmanager in der Praxis
4. Usability Engineering - Der Weg zur nutzungsfreundlichen Website
Vortragsdokumentation zum Download
Die Teilnehmer der diesjährigen Contentmanager.days können mit dem zugesandten Login die Vorträge als PDFs hier downloaden. Wer nicht teilnehmen konnte, kann für einen Unkostenbetrag einen der wenigen restlichen Ordner mit der Vortragsdokumentation erwerben und erhält als Bonus den Zugang zum PDF-Download. Bei Interesse richten Sie Ihre Anfrage bitte an die Redaktion.
Die nächsten Contentmanager.days
Die Contentmanager.days 2005 sind bereits in Planung und finden vom 7. bis 9. November 2005 in Leipzig statt. Interessenten, die als Referenten, Berater oder Aussteller daran teilnehmen möchten, können sich gerne bei Contentmanager.de melden. 11/2004, Ulrich Gehauf
Ulrich Gehauf ist Redakteur bei Contentmanager.de.
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