Das mobile Web ist inzwischen wirklich angekommen!


mobile Web

Bereits in den letzten Jahren wurde immer wieder prophezeit, dass das mobile Web jetzt endlich da sei und die letzten Jahre hieß es dann auch immer: „Dieses Jahr ist das Jahr des mobilen Web“. Bislang musste man am Ende eines Jahres jedoch immer ernüchtert feststellen, dass die mobile Nutzung zwar zugenommen hat, von einem echten Durchbruch konnte hier aber kaum die Rede sein.

Mit Einführung des iPhones im Jahre 2007 kam das Thema dann etwas stärker ins Rollen, da diese Geräte erstmals eine halbwegs vernünftige Nutzung des mobilen Internet ermöglichten. Von einem echten Durchbruch konnte aber gerade in der Anfangszeit – insbesondere aufgrund der mangelnden Verbreitung – kaum gesprochen werden. Durch den sog. Appstore und den inzwischen unzähligen Tools (Apps), die sicherlich eines der Erfolgsgeheimnisse des iPhones darstellen, begann der eigentliche Siegeszug und inzwischen hat auch die Konkurrenz die Zeichen der Zeit erkannt und nachgelegt. So bieten mittlerweile nahezu alle großen Handyhersteller Smartphones an, die die Nutzung des mobile Web problemlos ermöglichen.

Auch die Netzbetreiber haben in den letzten Jahren nachgelegt und durch die Einführung performanter Technologien und kostengünstiger Flatrates sind die einstigen Hürden inzwischen größtenteils beseitigt. Dem Erfolg kann also nicht mehr viel im Wege stehen. Dass dies auch tatsächlich so ist, erfahren Sie auf den kommenden Zeilen.

Die Entwicklung der Nutzung des mobilen Web

Neben dem Gerät spielt natürlich auch das Betriebssystem eine entscheidende Rolle. War hier anfangs Apple mit seinem iOS alleine auf weiter Flur, hat zwischenzeitlich insbesondere das mobile Google Betriebssystem Android mächtig aufgeholt und wird – durch den Open Source Ansatz – hier über kurz oder lang sicherlich die Marktführerschaft übernehmen.

 Marktanteile Deutschland und weltweit

User, die mit einem solchen Smartphone ausgerüstet sind, können von unterwegs aus das Internet mit all seinen Facetten nutzen. Und wenn man hier einen Blick auf die Entwicklung der letzten Zeit wirft, wird auch sehr schnell deutlich, dass die früher vorhandenen technischen Barrieren inzwischen größtenteils weggefallen sind und die Nutzung des mobile Web auch in einer breiteren Masse Einzug hält. Wie dynamisch diese Entwicklung auch zukünftig noch verlaufen wird, zeigt die nachfolgende Grafik:

mobile Internet-User

Das mobile Web ist inzwischen angekommen und man muss – aufgrund des riesigen Potentials, gerade auch in Ländern mit schwacher Telekommunikationsstruktur – kein Prophet sein, um zu erkennen, dass das mobile Web „The next big thing“ wird und zwar vermutlich noch rasanter und extremer, als dies beim Internet der Fall war.

Interessant an der Stelle ist auch die Verteilung der aktuellen mobilen Nutzung in Europa, da es hier derzeit noch ein massives Gefälle gibt. An der Spitze liegt – wer hätte das gedacht – die Türkei. Hier surfen rund 21% der Bevölkerung in einer typischen Woche mobil im Web, während in Deutschland dieser Anteil aktuell gerade einmal bei 7% liegt!

 

Umfrage mobile Internetnutzung

Generell ist es auch so, dass ein mobiles Endgerät – ein Smartphone – das am stärksten nachgefragte bzw. gewünschte Gerät darstellt und das, obwohl ein Großteil der Bevölkerung bereits im Besitz einen solchen Gerätes – zumindest eines „normalen Handys“ ist.

 

mobile =must have

Und wo liegen nun die bevorzugten Anwendungsbereiche bzw. welche Faktoren spielen für Kaufinteressenten eines neuen Handys bzw. Smartphones eine entscheidende Rolle?

Angeführt wird das Ganze vom SMS-Versand. Danach folgen die Speicherung und das Abspielen von Musik. An dritter Stelle liegen Fotos, gefolgt von einer möglichst einfachen Bedienung und der Möglichkeit eines einfachen Downloads von Musik, Games und Apps – ein riesiges und nach wie vor stark wachsendes Potential.

Und wie sieht es mit Diensten, die lokalen Bezug haben – sog. location based services aus? Vereinfacht ausgedrückt: Würden Leute unterwegs gern zusätzliche Informationen zu den Inhalten der Unterhaltung, Information oder auch Werbeangebote bezogen auf den aktuellen Standort einfach abrufen können? Beispiel: Sie sehen/hören eine Produktwerbung und können mit einfachem Handling die nächste Verkaufsstätte dazu ermitteln, ein besonderes regionales Angebot erhalten oder sich ein Ticket für die Veranstaltung in Ihrer Nähe sichern.

Zu einer solchen Fragestellung gaben bei der aktuellen TNS Emnid Studie „Heimat to go – medial verankert in der Region“ über 30% der 14-29-jährigen an, das dies durchaus von Interesse sei. Auf die Gesamtbevölkerung gerechnet ergibt dies einen Anteil von immerhin noch 16,2%. Und rund 44,4% der 14-29-jährigen geben an, dass sie etwas bis sehr großes Interesse an location based services haben, wobei dies insbesondere von jungen, besser verdienenden Männern gewollt wird.

Dass der lokale Bezug insbesondere auch im mobile Web von sehr großer Bedeutung ist, belegt das folgende Studienergebnis. So geben 71,5% der Gesamtbevölkerung an, dass regionale Produkte, Dienstleistungen und Informationen für sie „etwas wichtig“ bis „sehr wichtig“ sind. Diesen Trend hat insbesondere auch Google mittlerweile erkannt und bietet hierzu inzwischen ja unterschiedlichste Dienste und Technologien an (z. B. Google Places).

Mobiles Shopping

Dank der inzwischen verfügbaren Technologien und Endgeräte ist das Thema Shopping inzwischen auch im mobilen Umfeld angekommen. Mit einem Smartphone ist es inzwischen problemlos möglich, nahezu immer und überall mit wenigen „Fingertipps“ eine Bestellung zu vollziehen bzw. sich zumindest vorab über Produkte oder Dienstleistungen zu informieren.

Gemäß einer aktuellen Studie von Fittkau & Maaß ruft mehr als jeder Vierte über sein Internet-Handy, Smartphone und den Tablet-PC Preisinformationen im Internet ab. Informationen über Produkte besorgt sich inzwischen bereits jeder Dritte mindestens einmal pro Woche mobil über sein internetfähiges Endgerät.

 Mobile Commerce

So verwundert es auch kaum, dass inzwischen jeder zweite Besitzer eines internetfähigen Endgerätes Erfahrung beim Mobile Commerce gesammelt hat. Auch die Zahl der „Hardcore-User“ ist inzwischen nicht mehr zu vernachlässigen. Einer von acht Besitzern gibt demnach an, mindestens einmal pro Woche etwas mit Hilfe seines mobilen Endgerätes online zu bestellen.

 Mobile Powershopper

Beim Blick auf die mobil gekauften Produkte, gibt es keine wirklichen Überraschungen. So wird die Reihe angeführt von Büchern (Amazon!?), gefolgt von Fahr-/Flugtickets und Reisen, sowie Musik und Veranstaltungstickets.

 Einkauf Bücher und Tickets

In diesen Kontext passt auch nahezu perfekt eine aktuelle Studie von Ipsos und TNS Infratest, die von Google Deutschland in Auftrag gegeben wurde. Und die Ergebnisse unterstreichen die vorangegangenen Aussagen einmal mehr.

Von den aktuell rund 12 Mio. privaten Smartphone- Nutzern in Deutschland – was rund einem Fünftel der Gesamtbevölkerung in Deutschland entspricht – informiert sich rund jeder Zweite unterwegs über Produkte und Dienstleistungen. Wie bereits vorhin erwähnt, gibt es hier derzeit allerdings noch ein rechtes Gefälle zwischen der Produktinformation und dem Kaufabschluss. Im klassischen Web ist diese Tatsache unter dem sog. ROPO-Effekt bekannt (Reserach Online – Purchase Offline). Umgemünzt auf das mobile Umfeld müsste man hier dann vermutlich vom RMPO-Effekt sprechen (Research Mobile – Purchase Offlline).

Ein Ergebnis der Studie finde ich dabei allerdings besonders erstaunlich, zeigt es doch recht genau, wo die Reise zukünftig hingehen wird:

80% der rund 12 Mio. Smartphone User in Deutschland surfen täglich mittels stationärer Computer, 43% auch per Smartphone. Dabei zeigen die Studien auch die Bedeutung des mobilen Internetzugangs für weniger PC-affine Zielgruppen: Rund 40% der Smartphone-Besitzer, die von PCs aus seltener als ein Mal pro Woche surfen, sind mittels ihres mobilen Geräts mittlerweile täglich im Netz. Für sie erfolgt der Web-Zugang also in erster Linie auf mobilem Weg.

Mobile gehört die Zukunft

Dieses riesige Potential, das hier bereits vorhanden ist bzw. noch weiter erwächst wird derzeit allerdings nur von einem sehr kleinen Bruchteil der Unternehmen ausgeschöpft bzw. überhaupt angegangen. So ist es nur logisch, dass es durch das Fehlen von optimierten Webseiten für die Mobile Nutzung und entsprechende M-Commerce-Lösungen, zu einem Medienbruch kommt: Die deutschen Smartphone-Nutzer recherchieren mobil, aber jeder zweite tätigt den Einkauf dann doch mit einem PC oder im Laden, wobei wir wieder bei besagtem RMPO-Effekt wären. Natürlich ergeben sich dadurch auch diverse, positive Nebeneffekte (Image etc.). Diese lassen sich aktuell jedoch kaum oder nur sehr schwer messen.

Gemäß der Google-Studie könnte der weitergehende Ausbau von optimierten Webseiten und mobilem Marketing die Kundenbindung stärken und den direkten Verkauf auf mobilen Geräten steigern. Hier sollten man aber nicht nur eine mobile Variante des jeweiligen Webauftrittes im Blick haben. Vielmehr werden zukünftig auch native Apps, die dem User diverse Mehrwerte bieten einen entscheidenden Anteil am mobilen Erfolg haben.

So verwundert es auch nicht, dass 58% der in der Studie befragten Unternehmen im mobilen Geschäft einen Zukunftsmarkt für ihr Unternehmen sehen, doch fast ebenso viele (56%) wissen sich aufgrund fehlender Mobile-Auftritte unzureichend gerüstet.

Hier schlummert wiederum ungeahntes Potential. „Mobile gewinnt als wichtige Säule der digitalen Wirtschaft weiterhin rasant an Bedeutung. Einem Online- oder Offlinekauf geht immer häufiger eine mobile Recherche voraus und der Anteil der Smartphonenutzer, die recherchieren und danach gleich mobile kaufen, nimmt zu“, sagt Burkhard Leimbrock, BVDW-Vizepräsident. „Smartphones bereiten Kaufentscheidungen bei Konsumenten vor, und daher ist es umso wichtiger, dass Unternehmen in den richtigen mobilen Auftritt und in Mobile Marketing investieren.“

Ein besseres Schlusswort kann hier kaum mehr gesetzt werden. 2011 und 2012 werden sicherlich entscheidende Jahre für das mobile Web. Im Vergleich zu vorangegangen Jahren ist es inzwischen tatsächlich an der Zeit, das Thema – insbesondere als Unternehmen – anzugehen und auf die Marketing-Agenda zu setzen: Mobile gehört die Zukunft – jetzt aber wirklich!

 

Contentmanager.de Newsletter.
Bleiben Sie informiert. Wöchentlich. Kostenlos.

Bildquellen

  • mobile-web: http://photodune.net/user/alexmillos
Previous Die wichtigsten Medien der Online-PR
Next Trackinglösungen im Überblick

No Comment

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

5 × fünf =