Bundesgerichtshof-Urteil: Adblocker kein Wettbewerbsverstoß


Der Betrieb von Adblock Plus ist nicht rechtswidrig. Dies urteilte der Bundesgerichtshof vergangenen Donnerstag und wies somit eine Klage des Axel Springer Verlags ab. Adblock Plus ermöglicht es Nutzern, Werbeanzeigen auf Webseiten zu blockieren. Springer kritisierte zudem die Möglichkeit der Whitelisting-Funktion. Unternehmen können dafür bezahlen, dass ihre Anzeigen nicht durch Adblock Plus blockiert werden. Der Bundesgerichtshof entschied nun, dass Adblocker keinen Wettbewerbsverstoß darstellen, also auch das „Black Listening“, das eigentliche Kategorisieren und Blockieren von Werbeanzeigen, zulässig ist.

Im Urteil heißt es zudem, dass es für Unternehmen zumutbar sei, selbst gegen den Einsatz von Adblockern vorzugehen, etwa durch das „Aussperren von Nutzern, die nicht bereit sind, auf den Einsatz des Werbeblockers zu verzichten.“ Dies könnte Einbrüche in Reichweite und Einnahmen für Webseite mit sich führen. Auch Finanzierungsmodelle wie die Einführung einer Paywall werden somit immer häufiger eine Rolle in den Überlegungen für die Refinanzierung spielen.

In einem Statement nimmt Dirk Maurer (IP Deutschland), Stellvertretender Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises im BVDW, Stellung: „Das Urteil ist ein Schlag ins Gesicht der Digitalen Wirtschaft und des unabhängigen Journalismus. Es gefährdet die bewährten Geschäftsmodelle und die Vielfalt der Medienlandschaft, die Folgen sind kaum abzusehen.“

 

 

 

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